Friedrich Gottlob von Kurnatowski

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Friedrich Gottlob von Kurnatowski, auch von Kurnatowsky (* August 1719 in Netacura bei Posen;[1]12. Februar 1799 in Dresden) war ein kurfürstlich-sächsischer Offizier, zuletzt als Regimentskommandeur der Graf von Bellegarde Kürassiere im Dienstrang eines Obersts. Er war Rittergutsbesitzer auf Schmölen südlich von Wurzen.[2]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Familie

Friedrich Gottlob von Kurnatowski entstammte dem sächsischen Ast des polnischen Uradelsgeschlechtes (von) Kurnatowski. Es wurde erstmals 1386 mit Nicolaus Starogrodzki auf Bytyń (preußischer Kreis Birnbaum) urkundlich erwähnt. Der Name stammt von dem Gut Kunratowice, urkundlich 1448 im Familienbesitz. Ursprünglich lautete der Name daher Kunratowski; die Namensform Kurnatowski festigte sich erst im 16. Jahrhundert. Ein Vertreter der polnischen Linie des Adelgeschlechtes war Sigismund von Kurnatowski (poln.: Zygmunt Kurnatowski, 17781858).[3]

Friedrich Gottlob von Kurnatowski war der Sohn des kursächsischen Kammerherrn Bonaventura Kurnatowski de Bytyń auf Gohra und Lettna und dessen Ehefrau Dorothea Helene geb. Wostromirsky, Zweitjüngste von fünf Töchtern des kursächsischen Generals der Infanterie Hannß Hermann Wostromirsky von Rockittnig (16471719) und dessen 1677 geheirateter Ehefrau Dorothea Magdalene geb. von Döring (16561720). Da seine Mutter Erbin des Rittergutes Schmölen war, fiel dieses Gut nach deren Tod an Friedrich Gottlob von Kurnatowski.[4]

Friedrich Gottlob von Kurnatowski heiratete am 22. März 1750 in Zöschau bei Oschatz Caroline Friederike geb. (von) Pflugk (* 1726 in Zöschau bei Oschatz; † 21. August 1798 in Dresden), zweitälteste Tochter des Hans Georg Pflugk (16921752) und dessen 1721 geheirateter Ehefrau Anna Charlotte geb. von der Schulenburg aus dem Hause Mühlbach (16981765).[5] Das Ehepaar von Kurnatowski hatte folgende Kinder, die bekannt sind:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Friedrich Gottlob von Kurnatowski schlug eine militärische Karriere in der damals königlich-polnischen und kurfürstlich-sächsischen Armee ein. Er trat 1738 als Kornett in sächsische Dienste und erhielt 1740 sein Diplom als Leutnant in der sächsischen Kavallerie. 1764 zum Rittmeister befördert, wurde er zehn Jahre später, 1774 Stabsoffizier im Rang eines Majors, womit er gleichzeitig eine Eskadron als Kommandeur übernahm.

Von Kurnatowski erhielt am 11. November 1778 seine Beförderung zum Oberstleutnant. 1783 diente er im Karabiniers-Regiment des Generalleutnants Carl Adolph Graf von Brühl, der diese Kavallerieeinheit 1763 als Chef übernommen hatte. Standquartiere des Regiments in Friedenszeiten waren Lützen, Pegau Schkeuditz und Freyburg an der Unstrut. Von Kurnatowskis direkter Vorgesetzter war der Regimentskommandeur Christian August Graf von Bassewitz, dessen Stellvertreter er zu dieser Zeit auch war. Gleichzeitig befehligte er eine der vier Eskadronen.

Am 6. Januar 1786 wurde von Kurnatowski unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberst neuer Regimentskommandeur des Kürassier-Regiments des Generalmajors Moritz Graf von Bellegarde (ehemals Fürst Anhalt Kürassiers). Standquartiere der Einheit waren Düben, Schmiedeberg, Kemberg und Dommitzsch. Von Kurnatowski übernahm diese Dienststellung von Oberst Joachim Heinrich von Dürfeld (dem Jüngeren), der 1785 verstorben und der Sohn von Joachim Heinrich von Dürfeldt (dem Älteren) war. Als Oberst und Regimentskommandeur ist von Kurnatowski erstmals im kurfürstlich-sächsischen Hof- und Staatskalender von 1787 verzeichnet.[9] Er diente hauptsächlich beim Stab des Regiments im heute Sachsen-Anhaltischen (Bad) Schmiedeberg, wo auch die 2. Eskadron disloziert war. Bereits ein Jahr später, 1788 ersuchte von Kurnatowski seinen Regimentschef um die Verabschiedung aus dem aktiven Dienst in der kursächsischen Armee. Er wurde unter Fortzahlung einer Pension und mit der Erlaubnis des Tragens der Armeeuniform in der Öffentlichkeit als Oberst in den Ruhestand versetzt. Sein Nachfolger als Regimentskommandeur der Graf von Bellegarde Kürassiers wurde am 28. November 1788 Oberst Albrecht Friedrich von Malmberg (17411804).

Von Kurnatowski verbrachte seinen Lebensabend anschließend in Dresden. Hier ist er 1797 im Dresdner Adressbuch als Oberst von der kursächsischen Armee im Haus 767 in der damaligen Hundsgasse in der Dresdner Gerbergemeinde auf der rechten Straßenseite, nach der sogenannten Entenpfütze in Richtung Gerbergasse verzeichnet. Eigentümer dieses Hauses war der kursächsische Geheime Registrator Adolph Wilhelm Pöppelmann.[10] Von Kurnatowski verstarb im 79. Lebensjahr in Dresden. Er ist letztmalig im kursächsischen Hof- und Staatskalender von 1799 aufgeführt.[11]

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Laut den Ranglisten der kursächsischen Armee wurde er 1720 geboren.
  2. Nicht Schmölln(!) wie in einigen Publikationen angegeben wird. S.a.: Rittergut Schmölen im Staatsarchiv Leipzig.
  3. Conversations-Lexicon der neuesten Zeit und Literatur: in vier Bänden., 2. Band, Leipzig 1833, Digitalisat auf Google Books, S. 796.
  4. Carl Sahrer von Sahr auf Dahlen: Der kursächsische General der Infanterie Wostromirsky von Rockittnig in: Karl von Weber (Hrsg.) Archiv für die Sächsische Geschichte, 5. Band, Leipzig 1867, Digitalisat auf Google Books, S. 306ff.
  5. Friedrich Gottlob von Kurnatowski, Datensatz auf MyHeritage, Anmeldung erforderlich.
  6. Bernd Philipp Schröder: Die Generalität der deutschen Mittelstaaten 1815-1870, Band 2, 1984, Snippet-Ansicht auf Google Books, S. 1016f.
  7. Ad. M. Hildebrandt: Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie, Band 31, Berlin 1903, Digitalisat auf Google Books, S. 327.
  8. C.A. Starke: Genealogisches Handbuch des Adels, Band 36, 1965, Snippet-Ansicht auf Google Books, S. 220.
  9. Churfürstlich-Sächsischer Hof- und Staats-Calender auf das Jahr 1787, Leipzig 1787, Digitalisat auf Google Books, S. 218.
  10. Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner 1797, Digitalisat der SLUB, S. 302ff.
  11. Churfürstlich-Sächsischer Hof- und Staats-Calender auf das Jahr 1799, Leipzig 1799, Digitalisat auf Google Books, S. 227.

[Bearbeiten] Weblinks

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