Dreidörfer
Die Dreidörfer bestanden aus Altmickten, Altübigau und dem jetzt wüsten Bortzschen. Sie nutzten einen hochwassersicheren Uferbereich der Elbe.
An des Spitze zwischen dem ehemaligen Elbaltwasser und der Elbe bei Altmickten lag eine saisonal benutzte temporäre Fischersiedlung unweit des Rundlingsdorfes, das als Honigheim für seine Honigproduktion berühmt war. In der Elbe und im Elbaltarm waren elbsorbische Jehsen zum Fischfang eingebaut. Bis mindestens 1570 bestand eine feste Fischfangstelle in dem wüst gewordenen Bortzschen, (nahe der Brücke der Sternstraße über die Kaditzer Flutrinne). Bortzschen gehörte mit Altmickten und Altübigau zu den elbischen Dreidörfern.
In den Altsorbischen Annalen findet sich zu 1397 auch die deutsche Übersetzung in den Dryn Dorfferen - ein Hinweis darauf, daß diese Bezeichnung relativ spät entstand. So wurde der Rundling Mickten in den westlichen Quellen um diese Zeit (1378) ersterwähnt. Die Bezeichnung kann erst nach der relativ späten Verdorfung (und nach Auflösung der altsorbischen Streusiedlungen) in diesem Bereich entstanden sein.
Die Konzentration von gleich drei Dörfern auf engstem Raum geht auf die Bedeutung der nahen Eisernen Furt mit dem Bischofsweg zurück, der hier durch Altübigau und Altmickten führte (und möglicherweise auch durch das Bischofsdorf Bortzschen).
Trotz seiner unmittelbaren Nähe zur Elbe konnten auch die größten Hochwasser dem Ort Übigau nichts anhaben, weil er acht Meter über dem Elbniveau liegt. Er gehörte wie Bortzschen dem Hochstift Meißen.