Deutsche Christentumsgesellschaft (Dresden)

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Eine Zweigniederlassung (auch Sektion) Dresden der am 30. August 1780 in Basel gegründeten Deutschen Christentumsgesellschaft entstand im Jahr 1784, zunächst noch als Sektion der Deutschen Gesellschaft zur Beförderung reiner Lehre und wahrer Gottseligkeit (1785 umbenannt in Deutsche Christengesellschaft). Die Dresdner Sektion war durch die Schriften des charismatischen Predigers Johann August Urlsperger (1728 bis 1806) inspiriert worden. An ihren Versammlungen nahmen vor allem Mitglieder der missionarisch inspirierten Dresdner Brüdergemeine, der Gemeinde böhmischer Exulanten in Dresden an der Johanniskirche, des Wendenkreises sowie Engländer in Dresden teil.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Vorgeschichte der Gründung

Der Gründer der Christentumsgesellschaft, Johann August Urlsperger, war schon 1765 in die englische Gesellschaft Society for Promoting Christian Knowledge (SPCK; Gesellschaft für Verbreitung christlicher Bildung) als korrespondierendes Mitglied aufgenommen worden.

Schon sein Vater Samuel Urlsperger war als Gehilfe von Anton Wilhelm Böhme (16731722) an der Savoy Chapel in London im Jahr 1712 ordentliches Mitglied diese frühen europäischen Missionsgesellschaften von 1698 geworden.

In England verstand man damals unter einer Sozietät den Zusammenschluß von bewußten Christen über die konfessionellen Schranken hinweg zur gegenseitigen Erbauung und zur Begründung und Unterstützung von Liebeswerken, wozu auch die Äußere Mission wesentlich, jedoch nicht ausschließlich, gehörte. Samuel Urlsperger starb 1772, ohne sein Vorhaben einer Sozietät auf dem Kontinent verwirklicht zu haben. Dies war acht Jahre nach seinem Tod seinem Sohn Johann August Urlsperger vorbehalten.

Die Zähigkeit, ein solches Vorhaben über sieben Jahrzehnte zu verfolgen, lag in der Familiengeschichte: die Urlsperger stammten aus einer ehemals in Ungarn und der Steiermark sehr angesehenen und wohlhabenden Familie, die (wie viele andere Protestanten in Ungarn und der Steiermark) im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) hatte auswandern müssen. Johannes Urlsperger (* um 1580/1582-n. 1624) amtierte als lutherischer Prediger in Mühlbach/Attersee (Oberösterreich). Er war 16191624 letzter Prediger in Pergkirchen im Unteren Mühlviertel. Unter dem Druck der Gegenreformation emigrierte er 1624 nach Süddeutschland.[1]

[Bearbeiten] Erich Schick über die frühesten Zweigniederlassungen

[Bearbeiten] 1784: Die Sektion Dresden der "Deutschen Gesellschaft zur Beförderung reiner Lehre und wahrer Gottseligkeit"

Im Jahr 1784, als die Sektion Dresden entstand, nannte sich die Sozietät noch wie zu ihrer Gründung Deutsche Gesellschaft zur Beförderung reiner Lehre und wahrer Gottseligkeit. Die Umbenennung erfolgte erst 1785.

[Bearbeiten] Teilnehmer aus der Dresdner Brüdergemeine

Die missionarisch inspirierte Dresdner Brüdergemeine richtete sich geistlich an den Böhmischen Brüdern und den vom Pietismus beeinflussten Grafen Nikolaus Ludwig von Zinzendorf aus. Als Missionare seit 1732 stellte die Brüdergemeine das Rückgrat der Dresdner Sektion der Christentumsgesellschaft.

Die Brüdergemeinde zählte in Dresden seit etwa 1721 eine nicht kleine Anzahl von Mitgliedern. Am 22. October 1721 kam der Graf v. Zinzendorf nach Dresden und trat das Amt eines Hof= und Justizrathes an. Nach seinem eignen Bekenntniß hatte er sich vorgenommen, seine Amtsgeschäfte in Dresden gleichsam hintan zu setzen, und seine Zeit in Dresden darauf zu verwenden, seinen Collegen, Freunden, Verwandten und Jedermann, welche ihn anhören wollten, Geistlichen und Weltlichen, ja gar den Gichtelianern und Separatisten das Verdienst seines lieben Heilandes und die Seligkeit Seiner Liebe schmackhaft zu machen. Ohne Widerspruch der geistlichen und weltlichen Oberen hielt der Graf nun bei offenen Thüren alle Sonntage von 3–7 Uhr öffentliche Versammlung für Jedermann. Es wurde ein Lied gesungen, man betete und unterhielt sich freundschaftlich über Stellen der heiligen Schrift, oder es wurden sonstige erbauliche Unterredungen gepflogen. Der Graf schreibt davon: „Wir sind [6][7] vergnügt im Herrn und so herzvertraulich wie die Kinder, jung und alt beisammen“. Aus Gehorsam gegen seine Aeltern bekleidete der Graf ein öffentliches Amt und mußte nach damaliger Sitte einen Degen tragen; doch lebte er ganz der Verkündigung des Evangeliums. Er unterhielt Umgang mit einer Gesellschaft von solchen, welche sich nicht zur Kirche hielten, auch sonst wunderliche Ideen hegten und seine Arbeit an ihnen war eine so gesegnete, daß viele wieder zur Kirche kamen und von ihren Verirrungen abließen. Natürlich konnte es an mancherlei Täuschungen nicht fehlen und es mußte eine größere Vorsicht beim Halten der Versammlungen, Beschränkung der Theilnehmerzahl stattfinden, damit nicht unredliche Menschen sich hinzudrängten. Auch später nach des Grafen Wegzug blieben die Versammlungen der Brüdergemeinde. Während die Gichtelianer und Separatisten in Dresden sich von der Kirche lossagten und ihr Abendmahl unter sich feierten, hielt die Brüdergemeinde ihre Versammlungen nach dem Grundsatze, daß dieselben keinerlei Unordnungen erzeugen dürften, vielmehr den öffentlichen Gottesdiensten förderlich sein müßten. Die Mitglieder der Privaterbauungsstunden sollen mit göttlichem Leben und Wandel als treue, fleißige, religiöse Leute hervorleuchten. Nach dem Bombardement Dresdens 1760 zogen die meisten Glieder der Gemeinde nach Herrnhut, Berthelsdorf und anderen Orten und allmählich erst fand sich die Brüdergemeinde wieder zusammen. In ihr sammelten sich die stillen, redlichen Seelen. Mancherlei innere, wie äußere Kämpfe waren zu bestehen, zur Rechten und Linken hatten sie Gegner. Für die einen waren sie die Frommen, die Pietisten; die Andern streng Confessionellen hatten ihre Bedenken gegen manche Abweichungen von der Kirchenlehre und äußerten dies zuweilen in allzu schroffer, liebloser Weise. So hatte sich besonders in dem Jahre 1818 P. Stephan von der böhmischen Gemeinde sehr hart gegen sie ausgesprochen, während der Diaconus Leonhardi an der Kreuzkirche in freundlichem Verkehr mit ihnen stand. An der Spitze der Herrnhuter Diaspora standen ums Jahr 1819 der Lederhändler Götze und der Weinhändler Löschcke. Götze hielt die öffentlichen Betstunden am Sonntag; Mittwoch und Freitag hatten nur Mitglieder Zutritt. In den Sonntagsversammlungen, an welchen viele Leute Theil nahmen, hielten zuweilen durchreisende [7][8] Missionare der Brüdergemeinde Vorträge, auch las man Missionsberichte und pflegte so das Missionsinteresse.

Infolge des Bombardements von Dresden 1760 zerstreute sich die Sozietät, viele siedelten sich am Hutberg, in Berthelsdorf oder anderen herrnhutischen Orten an. So stieg die Einwohnerzahl von Berthelsdorf von 1757 bis 1764 um 83 Personen, darunter viele Flüchtlinge aus Dresden. Die Bleibenden brauchten eine Zeit der Neusammlung, schlossen sich dann aber um so enger zusammen, trafen sich fast allabendlich, lasen in der Bibel und in den Nachrichten aus der Brüdergemeine.

Zu den Brüdern zählten der angesehene Weinhändler Peyer und sein Geschäftsführer Friedrich Muster. Der Schuhmachermeister Götz stellte das Versammlungszimmer zur Verfügung. Die Zahl der Mitglieder stieg von 18 (1776) auf 76 (1795), welche meist aus einfachen bürgerlichen Verhältnissen stammten. Zu den Versammlungen kamen aber auch der Kammerrat Wagner, der Hofrat Demiani und die Baronin von Fletcher. Selbst der hohe Adel nahm an der Brüdergemeine lebhaften Anteil, so die gräflichen Familien Einsiedel und Hohenthal. Auch einige Geistliche waren ihr freundschaftlich verbunden, so der Prediger der böhmischen Gemeinde, Petermann[9] und der Kandidat Slezak aus Ungarn, der an der böhmischen Schule unterrichtete.

[Bearbeiten] Teilnehmer aus der Gemeinde böhmischer Exulanten in Dresden

Die Gemeinde böhmischer Exulanten in Dresden an der Johanniskirche war schon hundert Jahre älter als die 1727 gegründete Brüdergemeine. Bereits 1623 wanderten laut Einwanderungsverzeichnis zahlreiche Böhmen auch nach Dresden ein. Sie wurden an den böhmischen Gottesdienst nach Pirna verwiesen, der aber 1639 eingestellt werden mußte. Nach Jahren der Hausgottesdienste stellte ihnen der Rat 1650 die Johanniskirche zur Verfügung, woraufhin auch der Kurfürst Johann Georg I. seine Bewilligung zur Gemeindebildung gab. Er ermahnte den Rat aber, strengstens darauf zu achten, daß sich unter die Gottesdienste "nicht Calvinisten oder andere Secten mit einmischen".[10] Daß die Besorgnisse des Kurfürsten hinsichtlich dieser fremdsprachigen Gemeinde nicht unbegründet waren, zeigte der Einbruch des Pietismus dort, welcher der herrschenden lutherischen Orthodoxie in Sachsen in Gegnerschaft gegenüberstand. Die Böhmen waren seit der Zeit der Hussiten als kirchliche Abweichler bekannt. Seit 1747 war Georg Petermann langjähriger Pfarrer. Dieser hatte in Halle Theologie studiert, wo ihn der Hallischer Pietismus des August Hermann Francke prägte. Als Prediger an der Johanniskirche war Petermann wegen seines Pietismus nicht unumstritten. Viele Mitglieder verließen die Gemeinde, aber andererseits konnte er viele einflussreiche Persönlichkeiten als Besucher seiner Gottesdienste und als Spender gewinnen, was das Überleben und den weiteren Ausbau der Gemeinde sicherte. Unter seinen Werken ragen ein böhmisches Gesangsbuch von 1748, eine böhmische Grammatik von 1753 sowie böhmische Postillen und Erbauungsbücher heraus. Er besorgte außerdem die Herausgabe einer böhmischen Bibel. Durch die Dresdner Sektion der Christentumsgesellschaft konnte er sein Wirken in einen größeren Rahmen stellen und ermunterte daher seine Gemeindeglieder, dieses pietistische Werk zu unterstützen.

[Bearbeiten] Teilnehmer aus dem Wendenkreis (Sorbenkreis)

Der Wendenkreis (oder auch Sorbenkreis) in Dresden suchte aus sprachlichen wie kulturellen Gründen seit seiner Gründung 1771 Anschluß an die Gemeinde böhmischer Exulanten in Dresden. Seine Mitglieder kamen aus der religiösen Empfindsamkeit. Ausgelöst durch die Hungersnot von 1771 hatten zahlreiche noch Sorbisch sprechende Dresdner Kontakt in das Dresdner Umland gesucht. Aus der Sorbisch sprechenden Versorgungsgemeinschaft wurde sehr schnell ein religiös inspirierter Kreis, in dem das Überleben als göttliches Eingreifen interpretiert wurde. Viele widmeten sich deswegen religiösen Aktivitäten und versprachen sich nach der Hungerkrise Gott und einem gottgefälligen Leben. Dieses Grundmuster der Bekehrung durch Todesgefahr findet sich auch wiederholt in den "Gemein-Nachrichten der Herrnhuter Brüdergemeine", die im Wendenkreis sehr fleißig gelesen wurden.

Stärkend wirkten die Besuche böhmischer wie kirchenslawischer Gottesdienste und vor allem die sorbischsprachigen Hausversammlungen. Die böhmische Sprache wurde über die Gemeinde böhmischer Exulanten in Dresden vermittelt, das Kirchenslawische über Russen in Dresden und Sachsen, vor allem aus Leipzig.

Die Versammlungen des Wendenkreises fanden Freitag Abend in der erneuerten Aquilina-Kapelle im Hinterhof des Hauses Am Klepperstalle Nr. 614 statt, das deswegen das "Haus Rettung" genannt wurde. Dieses Grundstück gehörte der Erbengemeinschaft Martini, die auf möglichst hohe Einnahmen bedacht war. So nahm sie gleich drei Handelsjuden als Pächter auf: Jockel Meyer, Joseph Bär und Abner Pollack.[12]

Die Pacht für die Kapelle konnte dank steigender Besucherzahlen durch regelmäßige wie auch Einzelspenden aufgebracht werden. Kleinere Andachtskreise trafen sich unter der Woche in der Wohnung der Kaufmanns-Witwe und Stubenhändlerin Schwester Christiane Henriette Wöhlermann, die im "Haus Rettung" wohnte und sich nach dem Tod ihres Mannes zur "guten Seele" des Wendenkreises entwickelt hatte. Im "Haus Rettung" wohnte auch der kurfürstliche Kapelldiener Bruder George Kubitz, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, den wöchentlichen Versammlungen am Freitag Abend einen würdigen Rahmen zu geben. Vorsteher des Kreises war der Schlossermeister Bruder Karl Friedrich Säuberlich, der gegenüber unter der Appareille zur Brühlschen Terrasse wohnte.[13]

Im "Haus Rettung" wohnte desweiteren der Sekretär des Kreises, Bruder Johann David Sombold, der die im Kreis gesammelten und gelesenen "Wendischen Geschichten" handschriftlich vervielfältigte, wobei er am Ende das letzte Blatt Papier immer - je nach Platz unterschiedlich ausführlich - mit Zusätzen wie Autorenschaft, Schreiber und Teilnehmer beim Vortrag versah.

Für die Öffentlichkeit fanden Versammlungen mit Vortrag der "Wendischen Geschichten" im "Goldnen Faß" statt, einem Gasthaus in der damaligen Großen Fischergasse Nr. 618. Die Hausbesitzerin Schwester Christiane Sophie Pasche, eine Doktorswitwe, gehörte auch zum Kreis. Auch vom "Goldnen Faß" gelangte man auf den Hinterhof mit der erneuerten "Aquilina-Kapelle". An den öffentlichen Vorträgen nahmen auch regelmäßig Bewohner des "Goldnen Fasses" teil, wie die Teilnehmerlisten der "Wendischen Geschichten" belegen.[14]

Der im "Goldnen Faß" lebende Schreiber Bruder Christian Gottfried Schlegel wurde nicht nur Vize-Sekretär des Kreises und kopierte ebenfalls handschriftlich die "Wendischen Geschichten", sondern entwickelte sich dabei im Laufe der Zeit auch zu einem Autor derselben. Er war ein Verwandter von Friedrich Schlegel, der damals vom Januar 1794 bis zum Juli 1796 in Dresden weilte, und dessen in Dresden in der Moritzstraße lebenden Schwester Charlotte.

[Bearbeiten] Teilnehmer aus England und dem Ausland (damals: außerhalb des Kurfürstentums Sachsen)

Zu den in Deutsch gehaltenen Versammlungen der Dresdner Sektion der Christentumsgesellschaft kamen auch viele missionarisch und pietistisch gesinnte Gäste, insbesondere Engländer, die sich in Dresden aufhielten.

[Bearbeiten] Inspirierende Schriften des Gründers Johann August Urlsperger

Die Dresdner Sektion richtete sich insbesondere an Johann August Urlspergers grundlegende Schrift Vorschläge und Ermunterungen zum gemeinschaftlichen Handanlegen am Bau des Reiches Gottes, nach den Bedürfnissen der Zeit von 1779 aus.

Gelesen wurden von seinen vielen weiteren Schriften insbesondere:

  1. Versuch in freundschaftlichen Briefen einer genauern Bestimmung des Geheimnißes Gottes und des Vaters und Christi, wie dadurch menschliche und seligmachende göttliche Erkenntniß merklich erweitert und den wichtigsten Zweifeln gegen beyde auf eine neue Weise liebreich entgegen gegangen wird ans Licht gestellt und jedem vernünftigen noch mehr aber christlichen Leser zu unpartheyischer Prüfung übergeben. 5 Stücke. Waisenhaus, Frankfurt/Leipzig 1769–1774. [15]
  2. Rede von dem gefährlichen Einfluss des Uebertriebenen der Künste, des Handels und der Wissenschaften in das Christenthum, wie es aber ein grosses Glück der Menschen, der wahre Flor der Künste, des Handels und der Wissenschaften, auch große Beförderung des Christenthums unter den menschen seyn würde, wenn man in Allem den goldenen Weg der Mittelstraße gienge, und sich eines ordentlichen und stillen Lebens in aller Gottseeligkeit und Ehrbarkeit beflisse. Detleffsen, Augsburg 1770.
  3. Neue kurze Erörterung der Frage: ob es wahrscheinlich, ja möglich, nach bisher gewohnter Weise, die Benennung Gottes, als Vater, Sohnes oder Geistes, d. i, zu seinem Wesen zu rechnen, oder was vielmehr nach der Schrift diese persönlichen Namen Gottes anzeigen. Klett, Frankfurt am Main/Leipzig 1773.[16]
  4. Neue dem Sinn heiliger Schrift wahrhaft gemäße Entwickelung der alten christlichen Dreyeinigkeitslehre als der Versuche über die nähere Bestimmung des Geheimnißes Gottes und des Vaters und Christi. Bd. 1: Er enthält eine Samlung von sechs in sechs Jahren hierüber ausgefertigten Abhandlungen, sämtlich ans Licht gestelt von M. Johann August Urlsperger ... Frankfurt am Main/Leipzig 1774.
  5. Mein Bekenntniß in der Lehre von der Dreieinigkeit in kurzen Sätzen, Augsburg 1775; An das Publicum. D. Joh. Aug. Urlspergers Dreyeinigkeitslehre betreffend. Von ihm selbst aufgesetzt. Augsburg 1777.[17]
  6. D. Johann August Urlspergers kurzgefaßtes System seines Vortrages von Gottes Dreyeinigkeit. Es ertheilt den einigen wahren Schlüssel zu schriftmäßiger Auflösung solches großen Geheimnisses. Klett & Franck, Augsburg 1777.[18]
  7. Etwas zum Nachdenken und zur Ermunterung für Freunde des Reiches Gottes; als Manuscript anzusehen und mit Weisheit und Treue seinem Inhalte gemäß zu behandeln. Augsburg 1779
  8. Gedanken eines Ungenannten, die Errichtung einer deutschen Gesellschaft betreffend, thätige Beförderung reiner Lehre und Gottseeligkeit zu beschleunigen, sammt Antwort darauf. Augsburg 1779 (auch unter dem Titel: Vorschläge und Ermunterungen zum gemeinschaftlichen Grundanlegen am Baue des Reiches Gottes, nach den Bedürfnissen der Zeit in der wir leben)
  9. Eine das Reich Gottes und dessen größere schriftmäßige Ausbreitung in unseren Augen betreffende, wichtige Nachricht. Augsburg 1780
  10. Kurzer Bericht einer vorgeschlagenen und wirklich entstehenden Deutschen Gesellschaft edler thätiger Beförderer reiner Lehre und wahrer Gottseligkeit. Basel 1780
  11. Fortgesetzter Bericht von einer entstehenden Deutschen Gesellschaft edler, thätiger Beförderer reiner Lehre und wahrer Gottseligkeit. Basel 1781
  12. Beschaffenheit und Zwecke einer zu errichtenden Deutschen Gesellschaft thätiger Beförderer reiner Lehre und wahrer Gottseligkeit, werden in gegenwärtigen Bogen vor Augen geleget, von Mißdeutungen befreyt, auch gegen alle geäußerte Zweifel vertheidiget von D. Johann August Urlsperger, englischer und schwedischer Gesellschaften von Beförderung der Erkenntniß Christi, auch des christlichen Glaubens und Wandels Mitglied. Basel 1781.[19]

Die englischen Besucher der Sektionsversammlungen lasen u. a. An Address to all sincere promoters of the Kingdom of God, resident in England, concerning the Establishment of an Association for promoting, vindicating and reviving Christianity in its fundamental purity in Knowledge and Practice. Inviting all intelligent and pious Evangelical Christians tu participate therein. For the better Illustration of Which, is annexed au Account, read in the Society for promoting Christian Knowledge the 2 of April 1780. (London 1780).

[Bearbeiten] Regelmäßiges Lesen der missionarischen "Gemein-Nachrichten der Herrnhuter Brüdergemeine"

Die "Gemein-Nachrichten der Herrnhuter Brüdergemeine" wurden ab 1765 bis 1818 in Fortsetzung des "Jüngerhaus-Diariums" (17471764) ausschließlich handschriftlich vervielfältigt. Durch das vielfache Abschreiben wurden sie sehr verinnerlicht.

Ihr Stil war sehr speziell. Die Brüdergemeine hatte einen ganz eigenen Jargon entwickelt. Ihre Gemeinde nannten sie 'Societät', ihr Gemeindehaus 'Societätshaus', ihre Gemeindemitglieder 'Seelen', einen Gemeindeeintritt 'zur Societät hinzugetan'. Kleine versprengte Gemeinschaften hießen 'Gemeinlein' oder 'hiesiges Häuflein'. Für ihren 'Versammlungsraum' benutzten sie in Abgrenzung zu dem Begriff 'Kirche' auch das Wort 'Sälchen'. Für Missionierte wurde der Begriff 'erweckte Seelen' verwendet, noch nicht missionierte Menschen als 'abgeängstete' und 'heilsbegierige Seelen' und 'Sünderfreunde' angesehen, die nur gesucht (besucht) und gesammelt werden müßten. Eine erfolgreiche Mission hatte einen 'seligen Gang'. Eine Teilversammlung der Gemeinde wurde als 'Gesellschaft' bezeichnet - zb die 'Gesellschaft der ledigen Brüder'. Das Handauflegen hieß 'herzliche Anfaßung', die Karwoch 'Marterwoche'. Der Tod wurde als 'Vollendung', als die Versetzung in das 'gesunde Reich' verstanden - und es wurde im 'Vertrauen auf den Heiland selig aus der Zeit gegangen' oder 'vergnügt und selig heimgegangen'. 'Der Heiland eilte mit dem Verstorbenen aus dieser verführerischen Welt heraus.' Die Verstorbenen waren die 'entschlafenen Geschwister', die Grabsteine 'Leichensteine'.

Besonderes Interesse weckten die meist sehr exotischen Missionsberichte. Hieraus wird deutlich, daß die Brüdergemeine die Verkündigung auch in ungewöhnlichsten Volkssprachen betrieb. In diesen abgelegenen Weltecken, wo es noch keine Kirche, baute die Brüdergemeine selbst welche, zB eine 'Eskimokirche'. Der Erstgetaufte eine Mission wurde als 'Erstling' bezeichnet. Diese oft rührselig geschriebenen Berichte dienten auch dem Zweck, Spenden für die Mission zu aquirieren - und erfüllten den auch.

[Bearbeiten] Die "Sächsische Particular-Gesellschaft" der Deutschen Christentumsgesellschaft

Die Andachtsstunden der Sächsischen Particular-Gesellschaft fanden Sonntag Nachmittag in der Schulstube der böhmischen Gemeinde auf der Pirnaischen Straße 6 statt. Geistlicher Leiter war Martin Stephan, seit 1810 Prediger der böhmischen Exulanten-Gemeinde in der Johanniskirche in der Pirnaischen Vorstadt von Dresden. Er wohnte dort Pirnaische Gasse 232[27], zusammen mit dem Cantor bei der boehmischen Gemeinde Johann August Marks. Martin Stephan gehörte spätestens seit 1797[28] der Deutschen Christentumsgesellschaft an. Er war neben dem Diakon Leonhardi der einzige Prediger der lutherischen Orthodoxie in Dresden, bezeichnete allerdings den Pietismus als zu weich und verbot seinen Anhängern sogar ausdrücklich den Besuch der herrnhutischen Versammlung, welche er wegen der sehr ähnlichen Ausrichtung als scharfe Konkurrenz in seinen Bemühungen um eine eigene möglichst starke Personalgemeinde ansah. Im Rahmen der sonntäglichen Andachtsstunden in der Schulstube der böhmischen Gemeinde auf der Pirnaischen Straße 6 wurde seit 1815 für eine Unterstützung der damals gegründeten Basler Mission geworben. Begonnen hatten die Dresdner Versammlungen bei dem Gerber Münch. Etwa 1816 siedelte von Görlitz der vermögende ehemalige Buchdrucker Burghart nach Dresden über, um hier seinen Lebensabend zu verbringen. Burghart war Herrnhuter und wurde in Dresden Vorsteher der Sächsischen Particular-Gesellschaft der Deutschen Christentumsgesellschaft. Er war befreundet mit den Leitern der Dresdner Diaspora der Brüdergemeine Götze und Löschcke, und so kam man überein, ab 1816 (oder 1817) auch bei den Herrnhutern in Dresden Versammlungen von Missionsfreunden bei dem Lederhändler Götz An der Frauenkirche 631 durchzuführen, welche von Anfang an durch die Gesellschaft der Missionsfreunde in Klotzsche mitgetragen wurden. Man traf sich kontinuierlich, wenn auch oftmals anlaßbezogen und in unregelmäßigen Abständen. Diese Versammlungen unterstützten nicht nur die Basler Mission, sondern entwickelten sich selbst zur überregionalen Anlaufstelle für an der Mission Interessierte. Damit wurde einerseits die Strategie von Martin Stephan unterlaufen, die Missionsbegeisterten an seine Personalgemeinde zu binden, andererseits näherte sich damit die Dresdner Diaspora der Brüdergemeine den orthodoxen Teilen der Landeskirche stark an. Martin Stephan sprach sich 1818 in scharfer Form gegen die herrnhuterischen Versammlungen aus.

Zu dieser Zeit brachte die Erweckungsbewegung langsam eine Versöhnung zwischen dem (Neu)Pietismus und der mit ihr seit der Aufklärung verfeindeten Landeskirche mit sich: der Pietismus wurde orthodox und die Orthodoxie pietistisch[29].

1801 übertrug man dem Sohn des Schuhmachermeisters Götz, dem 40jährigen Lederhändler Christian Jacob Götz, die Leitung der Sozietät. Dieser war von Kindesbeinen an in der Brüdergemeine aufgewachsen und bekleidete auch mehrere städtische Ehrenämter. Er konnte die Sozietät zu hoher Blüte führen, da der Rationalismus die Gotteshäuser der Landeskirche veröden ließ.[30] So baute er für die Zusammenkünfte einen Saal, der mindestens hundert Personen faßte.[31] Aber selbst dieser große Bau reichte bald nicht mehr aus, so dass häufig der Vorsaal und die Treppe besetzt waren. Hier wurden damals dreimal wöchentlich des Abends Versammlungen statt. Sonntags war die Versammlung öffentlich, und so nahmen auch viele Fremde daran teil. Oft hörte man dabei Vorträge durchreisender Missionare. In der Woche hielt man mittwochs und freitags Versammlungen nur für die Mitglieder ab, wo insbesondere Nachrichten aus der Brüdergemeine und die herrnhutischen Missionsberichte gelesen wurden. Die Zahl der Mitglieder der Brüdergemeine betrug zu jener Zeit um die einhundert Personen.

1819 übte Martin Stephan die Funktion des Geistlichen Leiters der Sächsischen Particular-Gesellschaft der Deutschen Christentumsgesellschaft in Dresden aus. Sekretär der Gesellschaft war Christian Gottlieb Blumhardt, 1815 Mitbegründer der Basler Mission. Martin Stephan beteiligte sich aber aus seinem Konkurrenzgedanken heraus nicht an der Gründung des Dresdner Missions-Hilfsvereins von 1819.

Martin Stephan spaltete die Sächsische Particular-Gesellschaft durch seinen überstrengen lutherischen Konfessionalismus sowie durch seine scharfe Agitation gegen die Brüdergemeine, welche er als unliebsame Konkurrenz bei seinen Bemühungen um eine möglichst große Personalgemeinde auffaßte. Die Dresdner Versammlung der Deutschen Christentumsgesellschaft zerfiel. Im Kern blieben nur die Stephanisten übrig, während sich der Rest zerstreute. Letztendlich beschwerte sich sogar die böhmische Exulantengemeinde über ihren Priester Stephan, er wurde suspendiert und wanderte mit rund 800 Anhängern in die Neue Welt aus.

Eine Auswanderung in die USA war infolge der damaligen Bevölkerungsexplosion allerdings völlig zeittypisch. Auf dem späteren Gebiet des Deutschen Kaiserreiches wohnten um die Zeit des Wiener Kongresses (1815) 23,5 Millionen Menschen, um die Zeit der Gründung des Norddeutschen Bundes (1866) aber bereits 38 Millionen. So nimmt es nicht wunder, dass es für immer mehr Menschen in diesem Gebiet keine Existenzmöglichkeit mehr gab und in dem Jahrhundert zwischen 1820 und 1920 rund 6 Millionen Menschen von hier allein nach Amerika auswanderten.

In den USA entstand durch den Impuls der Stephanisten die Lutheran Church – Missouri Synod. mit heute über 2 Millionen Mitglieder, also doppelt soviel wie in der weltweiten älteren Brüdergemeine. Die Lutheran Church – Missouri Synod ist noch heute wie ihr Begründer Martin Stephan dem konservativen Luthertum verpflichtet und dadurch das führende Mitglied des Internationalen Lutherischen Rates, der sich vom Lutherischen Weltbund konfessionell strikt abgrenzt und in der Selbständigen Evangelisch-Lutherische Kirche in Deutschland seine Entsprechung findet. Insofern ist Dresden mit seinen Stephanisten und seinem frühen Dresdner Missions-Hilfsverein von 1819 gleichzeitige Wurzel der gegensätzlichen lutherischen Weltbünde.

[Bearbeiten] Anmerkungen

  1. "Urlsperger - Gelehrtenfamilie. (lutherisch)" in der NDB.
  2. Vgl. Ostertag, "Entstehungs=Geschichte der evangelischen Missions=Gesellschaft zu Basel", 1865.
  3. Fünfzig Jahre der Missionsthätigkeit im Königreiche Sachsen, Dresden 1869, S. 8.
  4. Fünfzig Jahre der Missionsthätigkeit im Königreiche Sachsen, Dresden 1869, S. 9
  5. Ostertag, "Entstehungs=Geschichte der evangelischen Missions=Gesellschaft zu Basel", 1865, S. 29.
  6. Erich Schick: "Christian Friedrich Spittler. Gründer und Hirte." (= Band 113/114 der Sammlung "Zeugen des gegenwärtigen Gottes") Brunnen-Verlag, Gießen und Basel 1956, S. 18f.
  7. Fünfzig Jahre der Missionsthätigkeit im Königreiche Sachsen, Dresden 1869, S. 6.
  8. Fünfzig Jahre der Missionsthätigkeit im Königreiche Sachsen, Dresden 1869, S. 7
  9. Der Prediger der böhmischen Gemeinde, Petermann, war zuvor Pfarrer in Vetschau und wurde von dort nach Dresden versetzt. Er hatte mit dem Archidiakon Busse aus Cottbus in der dortigen Gegend Mitte des 18. Jahrhunderts eine Erweckung hervorgerufen.
  10. Stadtarchiv Dresden, Ratsarchiv, D. XXIII. 29. fol. 43: kurfürstliches Schreiben vom 8. April 1650.
  11. "Gemein-Nachrichten der Herrnhuter Brüdergemeine", Beylage zur 12. Woche 1788, I. Lebensläufe. 2.) Der ledige Bruder Gottfried Reinhold (ebenfalls in Gnadenfrey) hat folgende kurze Nachricht von sich hinterlassen, S. 319ff.
  12. Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner 1797, S. 136.
  13. Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner 1797, S. 137.
  14. Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner 1797, S. 138.
  15. Versuch in freundschaftlichen Briefen einer genauern Bestimmung des Geheimnißes Gottes und des Vaters und Christi, wie dadurch menschliche und seligmachende göttliche Erkenntniß merklich erweitert und den wichtigsten Zweifeln gegen beyde auf eine neue Weise liebreich entgegen gegangen wird ans Licht gestellt und jedem vernünftigen noch mehr aber christlichen Leser zu unpartheyischer Prüfung übergeben. 5 Stücke. Waisenhaus, Frankfurt/Leipzig 1769–1774.(3. Stück), (4. Stück)
  16. Neue kurze Erörterung der Frage: ob es wahrscheinlich, ja möglich, nach bisher gewohnter Weise, die Benennung Gottes, als Vater, Sohnes oder Geistes, d. i, zu seinem Wesen zu rechnen, oder was vielmehr nach der Schrift diese persönlichen Namen Gottes anzeigen. Klett, Frankfurt am Main/Leipzig 1773. (Digitalisat).
  17. Mein Bekenntniß in der Lehre von der Dreieinigkeit in kurzen Sätzen, Augsburg 1775; An das Publicum. D. Joh. Aug. Urlspergers Dreyeinigkeitslehre betreffend. Von ihm selbst aufgesetzt. Augsburg 1777. (Digitalisat).
  18. D. Johann August Urlspergers kurzgefaßtes System seines Vortrages von Gottes Dreyeinigkeit. Es ertheilt den einigen wahren Schlüssel zu schriftmäßiger Auflösung solches großen Geheimnisses. Klett & Franck, Augsburg 1777. (Digitalisat).
  19. Beschaffenheit und Zwecke einer zu errichtenden Deutschen Gesellschaft thätiger Beförderer reiner Lehre und wahrer Gottseligkeit, werden in gegenwärtigen Bogen vor Augen geleget, von Mißdeutungen befreyt, auch gegen alle geäußerte Zweifel vertheidiget von D. Johann August Urlsperger, englischer und schwedischer Gesellschaften von Beförderung der Erkenntniß Christi, auch des christlichen Glaubens und Wandels Mitglied. Basel 1781. (Digitalisat),
  20. "Gemein-Nachrichten der Herrnhuter Brüdergemeine", Beylage zur 8. Woche 1788, II. Von unsern auswärtigen Geschwistern u. Freunden. 1.) 3.) Aus dem Bericht der Geschwister Ebers von ihren Besuchen im Schleswig-Holsteinischen im Jahr 1787., S. 259.
  21. "Gemein-Nachrichten der Herrnhuter Brüdergemeine", Beylage zur 8. Woche 1788, II. Von unsern auswärtigen Geschwistern u. Freunden. 1.) 2.) Aus den Berichten des Bruder Herolds von der Societät in Potsdam vom Monat Merz 1786 bis Dec. 1787., S. 264f.
  22. "Gemein-Nachrichten der Herrnhuter Brüdergemeine", Beylage zur 8. Woche 1788, II. Von unsern auswärtigen Geschwistern u. Freunden. 1.) Aus dem Bericht des Bruders Johann Heinrich Ernst von seinen Besuchen im Bergischen, Clevischen u. Märkischen in den Jahren 1786 u. 1787, S. 259.
  23. "Gemein-Nachrichten der Herrnhuter Brüdergemeine", Beylage zur 8. Woche 1788, II. Von unsern auswärtigen Geschwistern u. Freunden. 1.) 2.) Aus den Berichten des Bruder Herolds von der Societät in Potsdam vom Monat Merz 1786 bis Dec. 1787., S. 264f.
  24. "Gemein-Nachrichten der Herrnhuter Brüdergemeine", Beylage zur 8. Woche 1788, II. Von unsern auswärtigen Geschwistern u. Freunden. 1.) 2.) Aus den Berichten des Bruder Herolds von der Societät in Potsdam vom Monat Merz 1786 bis Dec. 1787., S. 275ff.
  25. "Gemein-Nachrichten der Herrnhuter Brüdergemeine", Beylage zur 8. Woche 1788, I. Lebensläufe, 7.) Die ledige Schwester Eleonore Catharine Sophie v. Gersdorf (in Herrnhut) war die älteste Tochter unsers seligen Bruders Abraham v. Gersdorf, S. 246.
  26. "Gemein-Nachrichten der Herrnhuter Brüdergemeine", Beylage zur 8. Woche 1788, III. Von Labrador. Aus dem Diario von Nain vom Sept. 1786 bis Aug. 1787. S. 287-308.
  27. Pirnaische Gasse 232, AB von 1819, S. 108.
  28. Nach anderer Quelle schloß er sich bereits 1793, also 16-jährig, der Deutschen Christentumsgesellschaft an.
  29. Hatten im 18. Jahrhundert die offiziellen Kirchen, vor allem unter dem Einfluss der Aufklärung, dem Pietismus kritisch, ja feindlich gegenübergestanden, so brachte die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts durch die in verschiedenen Landesteilen Deutschlands aufbrechende Erweckungsbewegung eine Versöhnung zustande; der Pietismus wurde orthodox und die Orthodoxie pietistisch (K. D. Schmidt). Aus: Paul Gäbler: Geschichte der evangelischen Mission, 19.Jahrhundert, In: Evangelisches Kirchenlexikon – Kirchlich-theologisches Handwörterbuch, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2. Auflage 1962, Band H–O, Spalte 1347–1354.
  30. Der Rationalismus, der je länger je mehr die Gotteshäuser der Landeskirche veröden ließ, trieb viele der Brüdergemeine — dem Asyl, dem Rettungshafen, der Herberge der Gläubigen — in die Arme; zu ihr flüchteten die Reste des Pietismus.
  31. Plan von Dresden 1809.
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