Christoph Graf d'Alton
Christoph Graf d'Alton, bis 1777 Christoph D'Alton, danach auch Christoph Comte d'Alton (* 1732 in Nenagh im County Tipperary/Königreich Irland; † nach 1787) war ein kurfürstlich-sächsischer Offizier und Hofbeamter, zuletzt als kursächsischer Kammerherr und Kommandeur der Leibgrenadiergarde in Dresden im Rang eines Obristen (Oberst).
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[Bearbeiten] Familie
Christoph Graf d'Alton entstammte der ursprünglich normannischen Familie D'Alton. Ahnherr der Familie ist Sir Walter d'Alton, ein normannischer Ritter. Dieser war mit Jane Capet, einer Tochter des französischen Königs, verheiratet. Um dem Zorn seines Herren und Schwiegervaters zu entgehen, ging Walter d'Alton 1142 ins Asyl nach Irland. Später schloss er sich dem Earl of Pembroke an und erwarb durch hohe militärische Kommandopositionen umfangreiche Ländereien in den Grafschaften Westmeath und Tipperary. Zwar gingen einige Ländereien im Zuge von Kriegen und Revolutionen teilweise verloren, andere befanden sich noch im 19. Jahrhundert im Besitz seiner Nachkommen. Der Titel von Reichsgrafen des Heiligen Römischen Reiches wurde den Gebrüdern D'Alton von der deutschen Kaiserin Maria Theresia am 25. April 1777 verliehen. Mehrere Mitglieder der Familie schlugen militärische Laufbahnen ein.
Christoph Graf d'Alton war ein Vetter der folgenden Grafen d'Alton, die alle Kinder von Oliver d'Alton auf Mount-Alton waren:
- Jacob Graf d’Alton (1724–1793), 1777 kaiserlich-österreichischer Generalmajor, 1790 Feldmarschallleutnant.
- Richard Graf d'Alton (1732–1790), 1761 österreichischer Generalmajor, seit 1777 Feldmarschallleutnant und ab 1787 General-Feldzeugmeister der kaiserlichen Armee, auch Geheimer Staatsrat und Statthalter der Niederlande.
- Elisabeth d'Alton ⚭ 1741 Edmund Rugent of Ballynacorr, (Eltern des ersten Grafen Jacob Rugent of Ballynacorr).
Ein weiterer Vetter war:
- Eduard Graf d'Alton (1737–1793), 1783 kaiserlich-österreichischer Generalmajor, seit 1789 Feldmarschallleutnant,[1] Generalleutnant und Kämmerer. Dieser Ast setzte die Stammfolge mit Peter Reichsgraf d'Alton (1775–1851) fort. Dieser war 1839 Friedensrichter, Leutnant und Hoch-Sheriff für die Grafschaft Tipperary.[2]
Weitere Mitglieder der Familie D'Alton waren:
- John D'Alton (1882–1963), irischer Kardinal der römisch-katholischen Kirche, ab 1946 Erzbischof von Armagh und damit Primat von Irland.
[Bearbeiten] Leben und Wirken
Anders als seine Vettern schlug Christoph d'Alton eine militärische Karriere in der sächsischen Armee ein. Er Trat 1750, mit 18 Jahren zuerst als Gemeiner (Soldat) in die Armee Kursachsens ein und wurde noch im gleichen Jahr zum Unteroffizier ernannt. Unter Umgehung der Dienstränge eines Fähnriches und eines Sous-Lieutenants erhielt Graf d'Alton noch im Laufe des Jahres 1750 sein Offizierspatent als Premier-Lieutenant in der kursächsischen Armee, das heißt bereits im zweiten Leutnantsdienstgrad.
1760, mit 28 Jahren d'Alton wurde zum Kapitän der Infanterie befördert, das dem heutigen Dienstgrad eines Hauptmannes entsprach. Damit übernahm er als Kommandeur eine Grenadierkompanie. Bereits ein Jahr später, 1761 wurde d'Alton Stabsoffizier im Rang eines Majors in der Sächsischen Garde zu Dresden. Er befehligte damit als Kommandeur ein Bataillon von sächsischen Leibgrenadieren und wurde in dieser Dienststellung 1778 zum Oberstleutnant befördert. Bereits ein Jahr vorher, 1777 konnte er aufgrund der Erhebung in den Grafenstand für seine Vetter und den im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation lebenden Angehörigen der Familie den Reichsgrafentitel führen.
Am 4. August 1782 ernannte der sächsische Kurfürst Friedrich August der Gerechte unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberst zum neuen Kommandeur der kursächsischen Leibgrenadiergarde zu Dresden.[3] Als solcher ist er auch erstmals im kursächsischen verzeichnet.[4] Damit war Graf d'Alton Kommandeur von 910 Leibgrenadieren, die hauptsächlich zur Sicherung des Dresdner Schlosses und als Wache des sächsischen Kurfürsten eingesetzt waren.
Zwar wird Graf d'Alton im zwei Jahre später erschienenen Staatshandbuch sowohl als Kammerherr im kursächsischen Oberkammerherren-Department als auch als Generalmajor aufgeführt,[5] allerdings wird es sich bei diesem Rang um einen Fehler handeln, da er ein Jahr später, in der Rangliste der sächsischen Armee von 1787 als pensionierter Oberst erwähnt wird. Danach ist er weder in den sächsischen Ranglisten, noch in den Staatshandbüchern verzeichnet. Nachdem Christoph Graf d'Alton auf eigenen Wunsch seinen aktiven Dienst in der kursächsischen Armee quittierte und anschließend eine Pension erhielt, wurde der spätere sächsische General der Infanterie Wolf Christoph Friedrich von Felgenhauer sein Nachfolger als Kommandeur der Dresdner Leibgrenadiergarde.[6]
[Bearbeiten] Quellen
- Genealogie aus:
- Eduard Maria Oettinger: Moniteur des dates, Biographisch-genealogisch-historisches Welt-Register enthaltend die Personal-Akten der Menschheit..., 1869, Digitalisat auf Google Books, S. 19.
- Justus Perthes (Hrsg.): Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser, 1865, Digitalisat auf Google Books, S. 204f.
- Neues Archiv für Sächsische Geschichte und Altertumskunde, Band 35, 1914, Leseprobe auf Google Books, S. 270.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Liste der kaiserlichen Generale der Frühen Neuzeit/A“
- ↑ D-Alton in A Genealogical and Heraldic Dictionary of the Peerage and Baronetage of the British Empire, 1839, Digitalisat auf Google Books, S. 1144.
- ↑ Geschichte und gegenwärtiger Zustand der Kursächsischen Armee, 1785, Digitalisat auf Google Books, S. 50f.
- ↑ Churfürstlich-Sächsischer Hof- und Staats-Calender auf das Jahr 1784, 1784, Digitalisat auf Google Books, S. 48.
- ↑ Churfürstlich-Sächsischer Hof- und Staats-Calender auf das Jahr 1786, 1786, Digitalisat auf Google Books, S. 47.
- ↑ Kurs:Dresden/Militär in der Wikiversität.