Christoph Curt von Egidy

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Christoph Curt von Egidy, auch Christoph Kurt von Egidy (* 12. April 1801 in Ottersitz; † 4. Februar 1858 in Dresden)[1][2] war ein sächsischer Jurist und Staatsbeamter, zuletzt als königlich-sächsischer Amtshauptmann in Bautzen. Von Egidy war Rittergutsbesitzer auf Stacha im Landkreis Bautzen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Familie

Christoph Curt von Egidy entstammte der Familie Egidy, die der innerfamiliären Überlieferung nach aus den spanischen Niederlanden zuerst nach Preußen auswanderte und seit dem späten 17. Jahrhundert im Kurfürstentum Sachsen ansässig wurde. Die Bestätigung des Reichsadelsstandes erfolgte 1687 durch Kaiser Leopold I. an den kursächsischen Hofküchenmeister Samuel Egidy.[3]. Von Egidy entstammte dem weit verzweigten 3. Ast (Ottersitz) der Adelsfamilie von Egidy, sein Großvater war der Rittergutsbesitzer Friedrich August von Egidy (17241796).

Curt von Egidy war der Sohn des königlich-sächsischen Hauptmannes Christoph Hanns von Egidy auf Ottersitz (* 19. Februar 1772 in Ottersitz; † 16. November 1843 in Kreynitz und dessen erster, 1798 geheirateter Ehefrau Wilhelmine geb. von Schleinitz (* 30. August 1774 in Schieritz; † 17. Januar 1818 in Ottersitz), Tochter des Wilhelm Dietrich von Schleinitz auf Schieritz und dessen Ehefrau Johanna Henriette Friederike geb. von Winckelmann. Von Egidy hatte noch zehn Geschwister aus der ersten Ehe seines Vaters, u.a.:

Aus der zweiten, 1819 geschlossenen Ehe seines Vaters mit Caroline geb. aus dem Winckel (17871865) hatte von Egidy noch einen Halbbruder:

Curt von Egidy heiratete am 14. November 1835 in Bautzen Marie geb. von Gersdorf (* 18. Mai 1800 in Kuppritz/Oberlausitz; † 8. Januar 1854 in Bautzen), Tochter des königlich-sächsischen Oberamts-Regierungspräsidenten der Oberlausitz, Friedrich August Adolf von Gersdorff auf Doebschke, vormals auf Oppeln, Kuppritz und Hochkirch und dessen Ehefrau Friederike Henriette von Gersdorff aus dem Hause Techritz. Das Ehepaar von Egidy hatte folgende Kinder:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Curt von Egidy erhielt seine höhere Schulbildung an der sächsischen Landes- und Fürstenschule St. Afra in Meißen, in die er am 8. Mai 1817 als Gymnasiast eintrat. Er war damit in einer Jahrgangsstufe mit:

Von Egidy blieb bis zum 7. März 1822 auf der St. Afra, bis zur erfolgreich abgelegten Reifeprüfung. Anschließend schrieb er sich wie weitere Jahrgangsabsolventen ab dem 11. Mai 1822, dem Beginn des damaligen Sommersemesters an der Universität Leipzig in der Fakultät für Rechtswissenschaften als Student ein. Während seiner Studienzeit wohnte von Egidy in Leipzig im Haus 138 in der dortigen Burgstraße.[7]

Von Egidy studierte Rechts- und Staatswissenschaften bis zur erfolgreichen Ablegung des ersten Staatsexamens und wurde 1827 zum königlich-sächsischen Regierungs-Assessor nach Dresden an die dortige Landesregierung und damit in den Staatsdienst berufen. Als solcher ist er erstmals im sächsischen Staatskalender von 1828 verzeichnet.[8] Ab 1829 ist er im Dresdner Adress-Kalender zu finden. Anfangs wohnte er in Dresden im Haus 78 in der Rähnitzgasse in der Dresdner Neustadt,[9] ab 1830 dann im Haus 233 in der Wilsdruffer Gasse.[10]

Am 12. Februar 1831 ernannten der sächsische König Anton sowie der Prinzmitregent Friedrich August II. von Egidy als damaligen Akzessisten bei der ersten Amtshauptmannschaft des Meißner Kreises zum neuen Beisitzer bei der Oberamtsregierung zu Budissin in der Eigenschaft eines Referendars.[11] Diese Versetzung von Egidys wurde im Neuen Lausitzischen Magazin im gleichen Jahr ebenfalls erwähnt.[12] Im Sommer 1835 wurde von Egidy als bisheriger Referendar bei der Kreishauptmannschaft Bautzen zum neuen Amtshauptmann für die 1. Amtshauptmannschaft des Budissiner Kreisdirektionsbezirkes gewählt.[13] Im gleichen Jahr heiratete von Egidy. Im Staatshandbuch für das Königreich Sachsen von 1837 ist von Egidy erstmals als Amtshauptmann der 1. Amtshauptmannschaft zu Budissin verzeichnet. Diese Amtshauptmannschaft umfasste das Amt Stolpen und die nordwestlich gelegenen Gebiete der Oberlausitz entlang einer von Süden nach Norden verlaufenden Linie von der böhmischen Grenze bis nach Neusalza und Friedersdorf und Linie bis zur preußischen Grenze zwischen Wartha und Kleinsaubernitz. Die zweite Oberlausitzer Amtshauptmannschaft hatte zu dieser Zeit mit Johann Ernst Andreas von Ingenhäff ihren Sitz in Zittau.[14]

1844 wurde von Egidy in der Festschrift zum 300. Jahrestag der Eröffnung der königlich-sächsischen Landesschule St. Afra zu Meißen, die bereits im Juli 1843 stattfand, als alter Afraner und jetziger Amtshauptmann zu Budissin erwähnt. Von Egidy war zum Festmahl zu Ehren der sogenannten 300-jährigen Jubelfeier der St. Afra zwar angemeldet, letztlich aber an der Teilnahme verhindert.[15] Von Egidy ist letztmals 1857 als Amtshauptmann der Ersten Amtshauptmannschaft der Oberlausitz mit Sitz in Bautzen im damaligen Staatshandbuch von Sachsen verzeichnet. Die von ihm geführte Amtshauptmannschaft umfasste zuletzt die Amtsbezirke Budissin (Bautzen), Schirgiswalde, Königswartha, Bischofswerda, Pulsnitz, Königsbrück und Kamenz.[16]

Von Egidy starb nach 30 Jahren Staatsdient auf einer Reise nach Dresden, frühzeitig zirka zwei Monate vor Vollendung seines 57. Geburtstages. Von Egidys Nachfolger im Amt als Amtshauptmann der Ersten Amtshauptmannschaft der Oberlausitz wurde nach seinem Tod Hermann von Nostitz-Wallwitz, ebenfalls mit Wohn- und Amtssitz in Bautzen, der spätere Innenminister des Königreiches Sachsen.[17]

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Todesfälle in: Zeitschrift für Rechtspflege und Verwaltung, zunächst für das Königreich Sachsen, Band 17, 1859, Digitalisat auf Google Books, S. 559: Dort allerdings mit Sterbeort Bautzen.
  2. Miscellen in: Wochenblatt für merkwürdige Rechtsfälle in actenmäßigen Darstellungen aus dem Gebiete der Justizpflege und Verwaltung zunächst für das Königreich Sachsen, Band 6, 1858, Ausgabe No. 15, Digitalisat auf Google Books, S. 120: ebenfalls mit Sterbeort Bautzen.
  3. Gothaisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser, 2. Jahrgang, Gotha 1908, S. 235
  4. Leipziger Zeitung, 1850, Digitalisat auf Google Books, S. 5412.
  5. S.a. Dresdner Journal und Anzeiger, Ausgabe No., 285 vom 12. Oktober 1850, Digitalisat auf Google Books, S. 2386.
  6. Zeitung für den Deutschen Adel, 1840, Digitalisat auf Google Books, S. 92.
  7. Jens Blecher, Gerald Wiemers, Universität Leipzig: Die Matrikel der Universität Leipzig: Die Jahre 1809 bis 1832, Leipzig 2006, Snippet-Ansicht auf Google Books, S. 186 u. 251.
  8. Königlich Sächsischer Hof-, Civil- und Militär-Staat auf das Jahr 1828, Digitalisat der MDZ, S. 190.
  9. Dresdner Adress-Kalender 1829, S. 50, SLUB.
  10. Dresdner Adress-Kalender 1831, S. 45, SLUB.
  11. Leipziger Zeitung, Ausgabe No. 38 vom Mo., 14. Februar 1831, Digitalisat auf Google Books, S. 347.
  12. Neues lausitzisches Magazin, Zeitschrift der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften, Band 9, 1831 Digitalisat auf Google Books, S. 445.
  13. Neues lausitzisches Magazin, Zeitschrift der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften, Band 13, 1835, Digitalisat auf Google Books, S. 129.
  14. Staatshandbuch für das Königreich Sachsen auf das Jahr 1837, Digitalisat auf Hathi Trust, S. 338.
  15. Gustav Flügel: Geschichte der dreihundertjährigen Jubelfeier der Königlich. Sächsischen Landesschule St. Afra zu Meissen ... Juli 1843, etc, 1844, Digitalisat auf Google Books, S. 310f.
  16. Staatshandbuch für das Königreich Sachsen auf das Jahr 1857, Digitalisat des MDZ, S. 266.
  17. Staatshandbuch für das Königreich Sachsen auf das Jahr 1858, Digitalisat des MDZ, S. 280.

[Bearbeiten] Weblinks

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