Christoph Ernst Adolph von Liebenroth

Stadtwiki Dresden - Freiraum für Ideen und Wissen über Dresden
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen der Adelsfamilie von Liebenroth

Christoph Ernst Adolph von Liebenroth, auch Christoph Ernst Adolf von Liebenroth (* 16. März 1719 in Pölsfeld bei Allstedt;[1]28. September 1802 in Königstein) war ein kurfürstlich-sächsischer Offizier, u.a. als Regimentskommandeur eines sächsischen Infanterieregiments, zuletzt als Unterkommandant der Festung Königstein im Rang eines Obersts.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Familie

Christoph Ernst Adolph von Liebenroth entstammte der thüringischen Uradelfamilie mit dem Stammsitz Liebenrode bei Nordhausen, die erstmals 1178 im Eckehardus de Liebenroth erscheint.

Das Geschlecht von Liebenroth gehörte zum alteingesessenen Adel von Gatterstädt bei Querfurt. George von Liebenroth auf Gatterstedt und seine Frau Katharina werden bereits im ersten, 1575 angelegten Gatterstädter Kirchenbuch erwähnt.[2] Die Familie von Liebenroth auf Gatterstedt und Lodersleben besaß im 17. Jahrhundert die Mehl- und Ölmühle zu Kuckenburg bei Querfurt,[3] später, von 1712 bis 1752 das Weidenbachsches Mannlehnrittergut und das freie Gehöft bei Querfurt.[4] Ein Mitglied der Familie Mitte des 17. Jahrhunderts war Georg Ernst von Liebenroth († 1684).[5] Letzter Mitbesitzer des Rittergutes Gatterstädt war George-Wilhelm von Liebenroth († 1725), Erbherr auf Creisfeld im Mansfelder Land.

Christoph Ernst Adolph von Liebenroth war ein Sohn von Johann Ernst von Liebenroth († um 1741). Von Liebenroths Vater war vormaliger Hof-, Jagd- und Kammerjunker des in der Residenzstadt Sangerhausen regierenden Herzogs Christians von Sachsen-Weißenfels (16821736) und schließlich seit 1717 hochfürstlicher Forst- und Wildmeister des Herzogs im ehemaligen herzoglichen Forsthaus zu Pölsfeld.[6]: Der Nachfolger seines Vaters wurde Johann Ernst Sperling, zuerst 1738 als Wildmeister, 1741 schließlich als Forstmeister.[7] Von Liebenroth hatte noch folgende bekannte Geschwister:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Christoph Ernst Adolph von Liebenroth entschied sich für eine militärische Karriere in der sächsischen Armee. 1741 wurde er zum Unteroffizier im kursächsischen adeligen Kadettenkorps ernannt. 1743 erhielt von Liebenroth sein Patent zum Fähnrich, womit er in die Truppe versetzt und nun auch offiziell Offiziersanwärter wurde.

1746 erhielt von Liebenroth sein Offizierspatent im ersten Leutnantsdienstgrad als Sous-Lieutenant. 1753 wurde er zum Premier-Lieutenant im kursächsischen Infanterieregiment „Prinz Clemens“ befördert. Er diente damals in der Garnison in Langensalza, wo der Stab, die 1. Grenadierkompanie und das 1. Bataillon disloziert waren. Die anderen Standquartiere waren Tennstädt, Weißensee und Thanssbrück, heute alles thüringische Städte und Gemeinden. Von Liebenroth schrieb ein Bericht in dieser Zeit, in der er über Fahnenflucht und Zwangsrekrutieren sächsischer Soldaten in preußischen Diensten schrieb.[9] 1761 wurde von Liebenroth zum Capitän (Hauptmann) befördert, womit er als Kompaniechef eine Kompanie in seinem Stammregiment übernahm.

Am 13. August 1776 wurde von Liebenroth zum Major im Infanterieregiment „Prinz Clemens“ befördert. Als solcher ist er 1783 als Stabsoffizier und Bataillonskommandeur des Regiments unter dem damaligen Kommando von Oberst Anton Franz Hermann von Lindt verzeichnet. Chef und Geldgeber des Regiments war der Kurfürst von Trier, Prinz Clemens von Sachsen. Nachdem sein Kommandeur, Oberst Anton Franz Herrmannvon Lindt 1784 zum Generalmajor und Generalinspektor der sächsischen Armee ernannt wurde, wurde von Liebenroth im gleichen Jahr, am 2. März 1784 unter gleichzeitiger Beförderung zum Obrist-Lieutenant zum Infanterieregiment des Generalmajors Christoph Heinrich von Zanthier versetzt, wo er wiederum ein Bataillon befehligte, gleichzeitig auch als Stellvertreter des Regimentskommandeurs, Oberst Philipp Daniel Burkhard de Leger fungierte. Dieses Regiment war in Torgau, Oschatz und Belgern stationiert. Hier blieb von Liebenroth bis 1790, auch unter dem seit 1788 neuen Regimentskommandeur Karl Ehrenfried von Minckwitz.

Am Ende desgleichen Jahren, am 30. Dezember 1790 ernannte der sächsische Kurfürst Friedrich August der Gerechte unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberst zum neuen Regimentskommandeur im Infanterieregiment des Generalmajors Gottlob Wilhelm Bernhard von Langenau, nachdem der bisherige Kommandeur Oberst Karl Siegmund von Pistoris zum Regiment „Prinz Anton“ versetzt wurde. Standquartiere dieses sächsischen Regiments waren Guben, Sorau und Spremberg. Als Regimentskommandeur diente von Liebenroth im Stab des Regiments in Guben, wo auch das 1. Bataillon des Infanterieregiments stationiert war. Von Liebenroth führte das Regiment nur knapp 20 Monate.

Nachdem am 11. Mai 1792 der bisherige Kommandant und Kapitän der Festung Königstein, General der Infanterie Friedrich Christoph Graf zu Solms und Tecklenburg gestorben war und wenig später, im gleichen Jahr, am 10. August 1792 auch der bisherige Unterkommandant der Festung, Oberst Hanns Siegmund von der Lochau starb, waren beide Kommandantenstellen auf der Festung vakant. Für wenige Tage waren die zwei Kapitäne (Hauptmänner), der Festungsingenieur Johann Gottfried Richter und der Kapitän zum Torschluss, Joseph Maximilina Freiherr von Overlacker die zwei ranghöchsten Offiziere auf der Festung. Daher ernannte der sächsische Kurfürst zeitnah am 15. August 1792 zuerst den bisherigen Regimentschef des Infanterieregiments von Boblick, Generalmajor Heinrich Adolph von Boblick zum neuen Kommandaten und Kapitän der größten sächsischen Festung und nur elf Tage später, am 26. August 1792 zum neuen Unterkommandanten der Festung. Eine weitere Personalveränderung in der Führungsebene der Festung im gleichen Jahr war, dass am 14. November 1792 wurde der bisherige Festungsregistrator Carl Adrian Steger als Auditeur bei der Garnison der Festung Königstein angestellt wurde.

Zwei Jahre später, am 5. September 1794 erhielt der bisherige Ingenieurshauptmann Ferdinand Otto Mencke unter gleichzeitiger Beförderung zum Ingenieur-Major seine Bestallung als Festungsingenieur auf der Festung Königstein. Er übernahm diese Dienststellung von dem damaligen Kapitän Richter.[10] Nur etwa einen Monat später, am 10. Oktober 1794 wurde von Liebenroth's Vorgesetzter, Heinrich Adolph von Boblick in seiner Dienststellung als Festungskommandant zum Generalleutnant befördert.

In den 1790er Jahren unter den Kommandanten von Boblick unnd von Liebenroth sowie unter dem Festungsingenieur Mencke begannen umfangreiche Bauarbeiten zur Verstärkung der Festung, sowohl an den äußeren Fortifikationsbauten,[11] wie die Niederen Werke und die Flèche (Pfeilschanze) vor dem Haupteingang der Festung, als auch an den bombenfesten Gewölben und Kasematten um den Wallgang der Festung. Hintergrund war die seit 1766 erfolgte Lagerung von über 1,5 Tonnen Gold des sächsischen Staatsschatzes auf der als uneinnehmbar geltenden Festung. Außerdem wurden die Sicherheitsvorschriften für den Zutritt zur Festung auch aufgrund der sich abzeichneten Napoleonischen Kriege verstärkt. Außer der Garnsionmannschaft der Festung durften keine fremden Personen ohne die ausdrückliche schriftliche Erlaubnis des Gouverneurs von Dresden und Königstein in die Festung eingelassen werden.[12]

Von Liebenroth blieb bis zu seinem Tod Unterkommandant auf Königstein. Christoph Ernst Adolph von Liebenroth starb im September 1802 im 84. Lebensjahr.[13] Dazu erschien eine Todesnachricht in einem 1808 erschienenen Buch von Personen, die über 80 Jahre alt wurden.[14] Sein Nachfolger in der Dienststellung des Unterkommandanten der Festung Königstein wurde ab dem 6. Oktober 1802 der bisher im Infanterieregiment „Prinz Anton“ angestellte Oberstleutnant von Haagen.

[Bearbeiten] Quellen

  • Johann Ernst Von Liebenroth, Datensatz auf MyHeritage, Koehler Web Site, Anmeldung erforderlich.
  • Justus Perthes: Gothaisches genealogisches Taschenbuch der uradeligen Häuser, 2. Jahrgang, Gotha 1901, Digitalisat der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, S. 555f.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Nach den Angaben in dem Stammlisten der kursächsischen Armee wurde er in Querfurt geboren. Das dürfte aber ungenau bzw. falsch sein, weil die Familie von Liebenroth zwar das Weidenbach'sche Mannlehnrittergut im Weidenthal bei Querfurt besaß, sein Vater aber Fortmeister in Pölsfeld war.
  2. Querfurt, evangelisches Pfarramt in: Inschriftenkatalog: Ehemaliger Landkreis Querfurt, Katalogartikel auf www.inschriften.net.
  3. Christian Webel, Heinrich Gisbert Voigt: Historisches Denck-Mahl der Haubt-Stadt des hochlöblichen Fürstenthums Sachsen-Quernfurth, 1928, Snippet-Ansicht auf Google Books, S. 53.
  4. Datensatz im Landesarchiv Sachsen-Anhalt.
  5. Familiengeschichtliche Blätter, Band 2, 1908, Digitalisat auf Google Books, S. 57.
  6. Steffi Rohland: Hubertus-Messe erinnert an Herzog Christian auf Heimat- und Geschichtsverein Goldene Aue e.V., Artikel vom 11. Dezember 2013.
  7. Zeitschrift für Forst- und Jagdwesen, Band 57, 1925, Snippet-Ansicht auf Google Books, S. 53 u. 55.
  8. Steffi Rohland: Hubertus-Messe erinnert an Herzog Christian auf Heimat- und Geschichtsverein Goldene Aue e.V., Artikel vom 11. Dezember 2013.
  9. Datensatz aus dem Buch: Treue Deserteure.
  10. Geschichte und gegenwaertiger Zustand der Kursaechsischen Armee 1795, Digitalisat der SLUB, S. 135.
  11. Ein Fortifikationswerk ist ein militärisches Bauwerk, das der Verteidigung dient. Es handelt sich dabei um eine Befestigungsanlage oder eine Anlage zur militärischen Sicherung.
  12. I. Abth.: Von den Landen des Churh. Sachsen in: Friedrich Gottlob Leonhardi: Erdbeschreibung der Churfürstlich- und Herzoglich-Sächsischen Lande, Band 2, Leipzig 1803, Digitalisat auf Google Books, S. 388f.
  13. Tod von Ernst Christian Adolf von Liebenroth, Unterkommandant der Festung Königstein, 1802, Archivale 11332, Sächsisches Staatsarchiv.
  14. Johann Samuel Schröter: Das Alter und untriegliche Mittel alt zu werden nebst 11.790 Beyspielen von Personen, welche achtig bis hundert ... Jahre alt geworden sind., Berlin 1808, Digitalisat auf Google Books, S. 332.
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Werkzeuge