Christian August Graf von Bassewitz
Christian August Graf von Bassewitz (* 24. März 1726 in Prebberede bei Rostock; † 24. Juli 1791 in Pegau) war ein königlich-polnischer und kurfürstlich-sächsischer Offizier, zuletzt als Chef eines Kavallerieregiments der sächsischen Karabiniers im Rang eines Generalmajors.
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[Bearbeiten] Familie
Christian August Graf von Bassewitz entstammte dem uradeligen niedersächsisch-mecklenburgischen Geschlecht von Bassewitz, das sich später auch nach Dänemark, Sachsen und Preußen ausbreitete und erstmals mit Bernhardus de Bassewieze 1254 erwähnt wurde. Die ununterbrochene Stammreihe beginnt mit Hans von Bassewitz auf Hohenluckow, Lüningshagen und Stowe († 1397), Johann von Bassewitz war 1421 Bischof zu Brandenburg. Joachim von Bassewitz auf Lewizau war 1590 königlich-dänischer und herzoglich-mecklenburgischer Geheimer Rat und Landeshauptmann zu Dobertin. 1726 wurde das Geschlecht durch von Bassewitz' Vater in den erblichen Reichsgrafenstand erhoben. Von Bassewitz' Urgroßvater väterlicherseits war der herzoglich-mecklenburgische Landrat Henning von Bassewitz auf Dalwitz (1619–1662), sein Großvater der gleichfalls herzoglich-mecklenburgische Landrat Philipp Kuno von Bassewitz auf Dalwitz (1653–1714). Zur Familie gehört auch:
- von Bassewitz' Onkel Joachim Otto von Bassewitz (1686–1733), Ritter des St.-Alexander-Ordens, herzoglich-holsteinischer Geheimer Rat und Kammerpräsident, Gesandter am preußischen Königshof, später auch herzoglich-Lübeckscher Geheimer Rat und Premierminister.
- Adolph Friedrich von Bassewitz, kurhannoverscher Geheimer Rat und Minister, später königlich-großbritannischer Staatsminister.
Christian August Graf von Bassewitz war der Sohn von Hennig Friedrich von Bassewitz, ab 1726 Graf von Bassewitz (* 17. November 1680 auf Gut Dalwitz; † 1. Januar 1749 auf Gut Prebberede)[1] und dessen 1703 geheirateter Ehefrau Anne Marie geb. von Clausenheim (1683–1757), Tochter des Juristen und Domherren Bernhards von Clausenheim (1650–1710). Von Bassewitz' Vater war Ritter des kaiserlich-russischen Ordens St. Andreas und St. Aexanders, herzoglich-holsteinischer Geheimer Rat, Oberhofmarschall, Premierminister, Gesandter an den Königshöfen in Schweden, Russland und Frankreich, 1724 auch Präsident der Administrationsregierung in Mecklenburg. Von Bassewitz hatte noch folgende Geschwister:
- Catharina Oelgard von Bassewitz (1705–nach 1770) ⚭ 1724 herzoglich-Holstein-Gottorpischer Generalmajor Carl Breide von Reichel († 1741).
- Bernhard(in) Matthias Graf von Bassewitz (1706–1783), königlich-schwedischer Kammerherr ⚭ 1733 Sabine Elisabeth Oelgard von Bassewitz, seine Cousine.
- Anne Marie von Bassewitz (1708–nach 1770) ⚭ 1725 Bernhard Ludwig von Platen, 1742 bis 1749 königlich-dänischer Amtmann (Amtmaend) zu Cismar in Ostholstein.
- Sophie Louise Charlotte von Bassewitz (1709–nach 1770) ⚭ 1728 Gerhard Graf von der Nath (1700–1759), herzoglich-Holstein-Gottorpischer Gesandter, Vizekanzler und Kanzlerzu Glückstadt.
- Margarethe Friedericke von Bassewitz (1710–1774) ⚭ 1730 Axel Wilhelm Graf von Wachtmeister († 1763), Großfürst, Geheimer Rat und Amtmann zu Reinbeck.
- Albertine Elisabeth von Bassewitz (1712–1787) ⚭ 1739 Friedrich Wilhelm Graf von Grävenitz (1679–1754), württembergischer Staatsmann und Premierminister, auch Domkapitular.
- Cunigunde Adelheid von Bassewitz (1715–?).
- Joachim Otto Adolph Graf von Bassewitz (1717–1791), ab 1744 königlich-polnischer und kursächsische Rittmeister beim kurprinzlichen Kürassierregiment, Domherr zu Lübeck, dänischer Politiker.
- Carl Friedrich Graf von Bassewitz (1720–1763), Domherr zu Hamburg, Präsident des Geheimen Rates des Herzogtums Mecklenburg-Schwerin.
[Bearbeiten] Leben und Wirken
Christian August Graf von Bassewitz entschied sich für eine Karriere in der damals königlich-polnischen und kurfürstlich.sächsischen Armee. Er trat 1745 als Kornett, das heißt im untersten Offiziersdienstgrad der Kavallerie in die kursächsische Armee ein. Ab dem 21. April 1747 diente er als Premier-Lieutenant (Oberleutnant) im Arnimschen Kürassierregiment.[2] Sieben Jahre später, am 13. März 1754 wurde von Bassewitz zum Rittmeister befördert. Dieser Dienstgrad entsprach dem Hauptmann bzw. Kapitän in der Infanterie. Damit kommandierte er eine Eskadron in seinem Kavallerieregiment. 1758 diente er als Rittmeister im Arminschen Kürassierregiment.[3]
1765 wurde Graf von Bassewitz zum Major befördert und diente fortan als Stabsoffizier in seiner Einheit. 1776 wurde er zum Obrist-Lieutenant (Oberstleutnant) befördert. Nachdem Oberstleutnant von Orlick 1778 in Pension ging, wurde von Bassewitz am 21. Mai 1778 unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberst neuer Kommandeur des Karabiniers-Regiments mit den Standquartieren in Lützen, Pegau, Schkeuditz und Freyburg an der Unstrut. Chef dieses sächsischen Kavallerieregiments war der Generalleutnant Karl Adolph Graf von Brühl, der das Regiment seit 1763 besaß. Von Bassewitz stellvertretender Regimentskommandeur war Friedrich Gottlob von Kurnatowski, der auch Chef einer Eskadron war. Von Bassewitz diente ab diesem Zeitpunkt bis zu seinem Tod in Pegau, wo der Stab des Regiments sowie die 2. Eskadron disloziert war.
Bereits vor der offiziellen Abdankung von Graf von Brühl im Jahr 1786, übernahm von Bassewitz ad interim neuer Regimentschef der sächsischen Karabiniers. Das Werbedistrikt für von Bassewitz' Regiment ging im Norden bis in die kursächsischen Ämter Bad Lauchstädt und Merseburg, im Süden umfasste es die Ämter Naumburg, Zeitz und Rochlitz, im Osten Colditz und Grimma, wobei die Städte ausgenommen waren. Am 24. Dezember 1786 wurde Graf von Bassewitz vom sächsischen Kurfürsten Friedrich August der Gerechte zum Generalmajor und Wirklichen Chef des kursächsischen Karabiniersregiments ernannt. Einen Monat später, am 24. Januar 1787 wurde Joseph Franz von Roßler der neue Regimentskommandeur im Bassewitz'schen Karabiniersregiment im Rang eines Obersts. Von Bassewitz diente vier Jahre und knapp 8 Monate als Regimentschef seiner Einheit.
Christian August Graf von Bassewitz starb im 66. Lebensjahr. Ab dem 13. August 1791 wurde vor dem Geheimen Kriegsratskollegium der kursächsischen Armee der Nachlass des Generalmajors geregelt. Die Nachlassangelegenheiten gestalteten sich schwierig und zogen sich bis 1826 hin.[4] Nach seinem Tod wurde Generalmajor Gottlob Haubold von Liebenau 1792 neuer Chef des Karabiniersregiments. Von Bassewitz' Regimentskommandeur von Roßler wurde nach seinem Tod zum Regiment Kurfürst Kürassiers versetzt, wo dieser zum Generalmajor befördert wurde, und durch Oberst Karl Friedrich Adolph von Ferber als neuen Kommandeur der Karabiniers ersetzt.
[Bearbeiten] Literatur
- Bassewitz in: Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal Lexicon Aller Wissenschafften und Künste, Welche bißhero durch menschlichen Verstand und Witz erfunden und verbessert worden, Band 1, 1752, Digitalisat auf Google Books, S. 150ff.
- Genealogische Angaben aus:
- Grafen von Bassewitz in: Deutsche Grafen-Haeuser der Gegenwart, in heraldischer, historischer und genealogischer Beziehung..., 1852, Digitalisat auf Google Books, S. 50ff.
- Justus Perthes (Hrsg.): Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser, 1. Jahrgang, Gotha 1901, Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf, S. 47ff.
- Justus Perthes (Hrsg.): Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser, 81. Jahrgang, Gotha 1908, Digitalisat auf Google Books, S. 56ff.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Datensatz auf Worldhistory, Personen der Weltgeschichte.
- ↑ Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal Lexicon Aller Wissenschafften und Künste, Welche bißhero durch menschlichen Verstand und Witz erfunden und verbessert worden, Band 1, 1752, Digitalisat auf Google Books, S. 152.
- ↑ Von den Grafen von Bassewitz in: Gottlieb Schumann: Genealogisches Handbuch ..., Europäischer Kaiser und Könige, und aller geist- und weltlichen Chur- und Fürsten ..., Nebst einer besondern Nachricht von dem jetzigen Zustand des Reichs-Tags in Regenspurg ... , Teil 1-2, 1758, Digitalisat auf Google Books, S. 134.
- ↑ Nachlass des Generalmajors Christian August Graf von Bassewitz, Datensatz in der Deutschen Digitalen Bibliothek.
[Bearbeiten] Weblinks
- Nachlass des Generalmajors Christian August Graf von Bassewitz, Datensatz im Hauptstaatsarchiv Dresden auf www.archiv.sachsen.de.