Carl Joachim Friedrich von Engel

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Wappen der briefadeligen Familie von Engel

Carl Joachim Friedrich von Engel, auch Karl Joachim Friedrich von Engel (* 15. April 1746 auf Gut Groß Groß Helle[1] bei Penzlin im Herzogtum Mecklenburg; † 7. Oktober 1819 in Loschwitz bei Dresden)[2] war ein anfangs kurfürstlich-sächsischer, später königlich-sächsischer Offizier und General, zuletzt als Kommandeur des sächsischen Husarenregiments im Rang eines Generalmajors.[3]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Familie

Carl Joachim Friedrich von Engel entstammt der ursprünglich mecklenburgischen, bürgerlichen, später briefadeligen Familie Engel. Ältester nachweisbarer Ahnherr ist Jakob Engel (* 1545) aus Neubrandenburg. Von Engel entstammte der I. Linie der Familie mit Joachim Engel (16001677), der als schwedischer Oberst der Kavallerie am 18. November 1662 in Stockholm von König Karl XI. den schwedischen Adelstand (ohne „von“) erhielt. Von Engels Urgroßvater väterlicherseits war David Christoph Engel (16481717), Leutnant und Herr auf Groß Helle und Wrodow, sein Großvater war Lüder Engel (16801730), Pfandherr auf Groß Helle und Lüdersdorf. Die Familie erhielt am 17. Dezember 1739 in Wien von Kaiser Karl VI. den rittermäßigen deutschen Reichsadelstand mit einem Wappen.

Carl von Engel war der Sohn von Ernst Friedrich (von) Engel (* 2. Februar 1712) in Groß Helle; †), Herr auf Großen- und Neuen Nikoet und Drüsnitz, königlich-dänischer Hauptmann. Von Engel hatte noch einen älteren Bruder:

Carl von Engel heiratete Christiane Amalie Wilhelmine geb. von Kurnatowska aus dem Hause Schmölen[4] (* 1753; †), Tochter des königlich-sächsischen Obersts Friedrich Gottlob von Kurnatowski auf Schmölen (17191799) und dessen 1750 geheirateter Ehefrau Caroline Friederike geb. (von) Pflugk (* 1726 in Zöschau bei Oschatz; † 21. August 1798 in Dresden), zweitälteste Tochter des Hans Georg Pflugk (16921752).[5] Das Ehepaar von Engel hatte vier Kinder:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Carl von Engel schlug wie viele Familienmitglieder eine militärische Karriere ein. Er begann seine Laufbahn als Kornett und erhielt 1768, im Alter von 22 Jahren in kursächsischen Diensten sein Offizierspatent im ersten Leutnantsdienstgrad als Sous-Lieutenant in der sächsischen Kavallerie. Am 8. September 1777 zum Premier-Leutnant befördert, nahm er am Feldzug von 1778 im Zusammenhang mit dem Bayerischen Erbfolgekrieg teil.

1783 diente von Engel im Chevauxlegers-Regiment des Generalleutnants Johann Gustav Freiherr von Sacken. Kommandeur dieses sächsischen Kavallerieregiments mit den Standquartieren in Radeberg, Ortrand, Mühlberg, Liebenwerda und im heute brandenburgischen Wahrenbrück war zu dieser Zeit Oberst Johann Friedrich von Trützschler. 1787 wurde Oberst Christian Wilhelm von Dieskau sein neuer Regimentskommandeur, nachdem Oberst von Trützschler pensioniert wurde. Am 15. August 1789 erhielt von Engel seine Beförderung zum Stabskapitän in seinem Stammregiment, das nach dem im gleichen Jahr erfolgten Tod seines Regimentschefes am 16. Februar 1790 von dem Generalmajor Maximilian Ernst von Gersdorff übernommen wurde. Am gleichen Tag wurde Heinrich Joseph Maximilian Senfft von Pilsach neuer Kommandeur dieses Chevauxlegers-Regimentes.

1795 nahm von Engel mit seinem Stammregiment am Feldzug gegen Frankreich am Rhein teil, der Teil des Ersten Koalitionskrieges war. 1798 war er noch rangältester Kapitän in dem Regiment, das seit dem 6. Dezember 1797 erst von Oberst Christian Wilhelm von Monro und ab dem 4. Dezember 1800 von Oberst Johann Christian Gotthilf von Besser geführt wurde. Am 11. September 1801 erhielt von Engel seine Beförderung zum aggregierten (überzähligen) Major. Er diente zu dieser Zeit als Kommandeur einer Eskadron.

1804 wurde von Engel als etatmäßiger Stabsoffizier im Rang eines Majors zum Regiment Prinz Johann Chevauxlegers, das nun in den Standquartieren Radeberg, Mühlberg, Ortrand und Hoyerswerda disloziert war. Von Engels Regimentskommandeur war anfangs Oberst Anton Ludwig Hochheimer, ab dem 1806 dann Oberst Wilhelm Christian Ernst von Feilitzsch. Mit diesem Regiment nahm von Engel 1805 an der Sicherstellung der westlichen Landesgrenzen als Teil des mobil gemachten Truppenkorps und 1806 am Feldzug gegen die französische Armee des Kaiser Napoleon Bonaparte, so u.a. an der Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt teil.

Am 17. Februar 1808 wurde von Engel unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberstleutnant zum Regiment Prinz Clemens Chevauxlegers versetzt. Dieses sächsische Kavallerieregiment war über mehrere Standorte in Sachsen verteilt: Grimma, Geithain, Rochlitz, Pürsten und Steudten bei Seelitz, in der Stadt (Bad) Lausick sowie in Etzoldshain, Ballendorf, Buchheim und Heinersdorf, alle bei Lausick. Von Engel fungierte in diesem Regiment auch als stellvertretender Kommandeur des Generalmajors Friedrich Adolph Senfft von Pilsach. Ein Jahr später nahm von Engel an der Schlacht bei Wagram teil und erhielt „...wegen Bravour...“ dafür den höchsten militärischen Orden des Königreiches Sachsen, den Militär-St.-Heinrichs-Orden.

Nachdem der bisherige Kommandeur Christoph Sigismund Freiherr von Gutschmid am 18. Juli 1809 zum Generalmajor und Chef des sächsischen Husarenregiments befördert wurde, erhielt von Engel am 25. August 1809 vom sächsischen König Friedrich August der Gerechte unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberst sein Patent als Kommandeur dieses Husarenregiments. Damit diente von Engel im Stab in Kölleda im heutigen Thüringen. Weitere Einheiten des Regiments waren in Artern, Schönfeld, Wiehe Allerstädt, Heldrungen, Bretleben, Schönewerda, Roßleben, Bottendorf und (Bad) Langensalza stationiert. Noch im gleichen Jahr nahm von Engel mit seinem Kavallerieregiment mit dem sächsischen Korps bei der französischen Großen Armee an der Kampagne in Böhmen und Österreich teil.

1812 nahm von Engel mit dem Husarenregiment am Russlandfeldzug Napoleons teil. Dort war das ganze Regiment Teil des 7. Korps der französischen Großen Armee, die aber letztlich geschlagen ab Moskau den Rückzug antreten musste. Am 22. Januar 1813 erhielt von Engel noch den Charakter eines Generalmajors, wurde allerdings auf ein Wartegeld gesetzt und diente fortan ohne Dienststellung in der sächsischen Armee. Spätestens nach der Völkerschlacht bei Leipzig wurde von Engel im Rang eines Generalmajors a.D. (außer Dienst) unter Fortzahlung einer gesetzlichen Pension und der Erlaubnis des Tragens der Generalsuniform in den Ruhestand versetzt.

Seinen Lebensabend verbrachte General von Engel in Loschwitz. Er starb im 74. Lebensjahr und wurde auf dem Alten Friedhof in Loschwitz beerdigt.[6]

[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Gutshaus Groß Helle auf www.alleburgen.de.
  2. Nachtrag Dezember 1819 in: Stamm- und Rang-Liste der Königl.-Sächsischen Armee 1819, Digitalisat auf Google Books, S. 224.
  3. Bernd Philipp Schröder: Die Generalität der deutschen Mittelstaaten 1815-1870, Band 2, 1984, Snippet-Ansicht auf Google Books, S. 1016f.
  4. Südlich von Wurzen, nicht Schmölln(!) wie in einigen Publikationen angegeben wird. S.a.: Rittergut Schmölen im Staatsarchiv Leipzig.
  5. Friedrich Gottlob von Kurnatowski, Datensatz auf MyHeritage, Anmeldung erforderlich.
  6. Ad. M. Hildebrandt: Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie, Band 31, Berlin 1903, Digitalisat auf Google Books, S. 327.
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