Bortzschen
Bortzschen ist eine Ortswüstung zwischen Übigau und Mickten auf der Flur auf'n Portzschen in Mickten (nahe der Brücke der Sternstraße über die Kaditzer Flutrinne). Bortzschen gehörte zu den elbischen Dreidörfern.
- "Bortzschen unterstand wie auch das benachbarte Übigau der Gerichtsbarkeit des Meißner Bischofs und bestand nur aus wenigen Gebäuden, möglicherweise sogar nur aus einem Einzelgehöft."[1]
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[Bearbeiten] Etymologie
Der Ortsname kommt aus dem Altsorbischen und bedeutet 'Siedlung eines Boreš’'. Der Name Bor(eš) trat in Nisan häufiger auf, so trugen die Herren von Woz (Niederwartha) häufig den Namen Bor, bis Woz unter deutsche Herrschaft gelangte.
- "Wohl aso. *Borešin- zum PN *Boreš, KF zu VN wie Borislav, zu bor #4, + Suffix -in- #5. – ‘Siedlung eines Boreš’."[2]
[Bearbeiten] Geschichte
- "Vermutlich entstand der 1324 erstmals erwähnte Ort als slawische Gründung im 10./11. Jahrhundert."[3]
[Bearbeiten] Ersterwähnung 1324
Am 25. April 1324 wurde der Ort als villa (Dorf) Borczin ersterwähnt.
- " B. Withego II. genehmigt den von den Domherrn Heinrich und Albert von Guben bewirkten Kauf dreier Dörfer bei Dresden, deren Lehen von den Inhabern ihm aufgelassen worden, und beurkundet mit Zustimmung des Capitels, daß die Erträgnisse derselben nach dem Ableben der Käufer dem Fond für bauliche Einrichtung und Unterhaltung bei der Domkirche zufallen sollen"[4]
Die zwei anderen Dörfer waren das Bortzschen benachbarte Übigau sowie Kemnitz (sitam circa Bresenitz = Bresnice = Briesnitz).
[Bearbeiten] 1350: Erwähnung als Borschyn
Die Siedlung wurde am 16. Februar 1350 als Borschyn erwähnt.
- "K. Karl IV. bestätigt dem Capitel auf dessen Bitte alle Privilegien, Güter und Renten in namentlicher Aufzählung der letzteren."[5]
Zu der Siedlung wurde ein Fischfangplatz (eine Jehse) erwähnt: totam villam Borschyn cum piscatura. Auch der Besitz von Kemnitz und Übigau wurde erneut bestätigt: totam villam Kempnicz cum molendino et piscatura, totam villam Obigow. Demzufolge gab es in Kemnitz nicht nur einen Fischfangplatz, sondern auch eine Mühle.
[Bearbeiten] Wüstfallen nach 1570
- "Letzmalig erwähnt wurde Bortzschen (in den Urkunden auch als Borschen bezeichnet) 1556 und 1570. Die Gründe der Auflösung des Ortes sind nicht bekannt. Die verlassene Siedlung verschwand Ende des 16. Jahrhunderts, ihre Fluren übernahmen daraufhin die Bauern von Mickten und Übigau."[6]
[Bearbeiten] Relikte
Von Bortzschen hat sich lediglich der Flurname auf'n Portzschen (Mda. bàrdšn) in der Flur Mickten erhalten.
[Bearbeiten] Quellen
- Bortzschen im HOV
- HONB I 100
- Blaschke HOV 16
- Beschorner WgV Dresden
[Bearbeiten] Anmerkungen
- ↑ Lars Herrmann: Bortzschen auf Dresdner-Stadtteile.de.
- ↑ HONB I 100.
- ↑ Lars Herrmann: Bortzschen auf Dresdner-Stadtteile.de.
- ↑ CDS II 1, Nr. 388.
- ↑ CDS II 1, Nr. 453.
- ↑ Lars Herrmann: Bortzschen auf Dresdner-Stadtteile.de.