Appareille (Terrassengasse)

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Die Appareille führt unterhalb der Sekundogenitur von der Terrassengasse auf die Brühlsche Terrasse und besitzt noch die ursprüngliche Pflasterung.

Sie wurde nach dem Lehnwort aus dem Französischen benannt:

Im Deutschen findet sich auch die Bezeichnung Kanonenberg, weil über diese Appareille Kanonen auf die Jungfernbastei (später Bastion Venus) befördert wurden (und auch wieder zurück). Ab 1933 nannte der neue Inhaber Max Pahn deswegen das in der Terrassengasse 18 (zuvor: Nr. 7) gegenüber liegende Hotel Stadt Marienberg dann die (historische Gaststätte) Wachtstube am Kanonenberg. 1940 und 1941 führte Anton Ott[2] die Wachtstube, die beiden Jahre darauf seine Frau Anna.[3] Eine lange Wand der Gaststätte des Gasthauses zeigte uniformierte Dresdner Soldaten, die mit Pferden Kanonen den Kanonenberg hochziehen,[4] eine andere Wand den "Westausfall Anno 1730", in der Ecke gab es eine gemalte Kanone (darüber hing ein originales historisches Gewehr) und daneben das Bild eines Kanoniers mit Hund und Paar im Hintergrund in der Terrassengasse. Dieser Raum wurde als "Kaserne" bezeichnet. Hier lag auch ein "Ehrenbuch der alten Armee" aus - mit der plakativen Aufforderung: "Auch Du, Kamerad, schreibe Dich ein!".[5]

Ab April/Juni 1843 schuf der Architekt Woldemar Hermann im Auftrag benachbarter Hausbesitzer, wie des Hutmachers Johann Traugott Borisch (Große Fischergasse 6[6]) und des Schlossers Leopold Häußler (Große Fischergasse 7[7]) einen Aufgang von der Terrassengasse und Großen Fischergasse zur Brühlschen Terrasse und einen Durchgang zum Terrassenufer. Seitdem verlor die Appareille deutlich an Bedeutung.

Die Appareille findet sich so bezeichnet auf Blatt 1 des Stadtplanes des Geometers Friedrich August Lang (ab 1862 veröffentlicht).[8]

[Bearbeiten] Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner 1797

Am Klepperstalle.[9]
b) linker Hand.

Das graͤfl. Bruͤhlische Bibliotheksgebaͤude. In die=

sem ist die kurfuͤrstl. Kammerkreditkasse; der Ein=
gang in dasselbe ist in der kleinen Fischergasse gegenüber, in
diesem Gebaͤude wohnt:

Hr. Simon, Kammerkreditkassenaufwaͤrter

Weiterhin fuͤhrt die Appareille zu eben diesem Gebaͤude,
und zum Klepperstalle. Im zweyten Stocke dieses Ge=
baͤudes ist die kurfuͤrstl. Kunstakademie, wo die in der=
selben angestellten Lehrer Vorlesungen halten, und Unter=
richt ertheilen, und jaͤhrlich im Monat Maͤrz Gemaͤlde
und Kunstsachen oͤffentlich ausgestellt werden. Im untern Stocke wohnt:

Hr, Rudolph Aug. Brand, Aufwaͤrter b. d. Akademie.

Unter der Appareille wohnt:

Hr. Karl Friedrich Saͤuberlich, Schlossermeister.

Neben der Appareille.
A. Nr 19.

Hr. Joh. Gfrd. Steinmann, Feilenhauermeister

arbeitet fuͤr das Hauptzeughaus.
Neben diesem Hause sind die Stockfischbuden.[10]

[Bearbeiten] Anmerkungen

  1. "[618] Appareille (fr., spr. Apparelj), 1) (Auffahrt, Rampe, Bauk.), die Auffahrt, welche von der Straße zu einem hoch liegenden Gebäude od. Schlosse führt; sie ist zum sanfteren Aufstieg entweder schlangenförmig od. bogenförmig gewunden; 2) (Kriegsw.), die Auffahrt aus dem inneren Raume eines Festungswerks od. einer Feldschanze auf den Wallgang; dagegen führt Rasteille in den Graben hinab; beides meist aus Erde u. Steinen gebaut u. mindestens 3mal so lang als hoch u. 9 Fuß breit; 3) das Faß zur Aufnahme des Kothes bei geruchlosen Abtritten; 4) (Chir.), so v.w. Chirurgischer Apparat." Zit. n. Appareille in Pierer's Universal-Lexikon, Band 1. Altenburg 1857, S. 618.
  2. Anton Ott 1941.
  3. Terrassengasse auf altesdresden.de.
  4. Wandbild mit Kanonenberg in der "Wachtstube am Kanonenberg" von 1933 im Jahr 1942.
  5. Wandbild "Westausfall Anno 1730" in der "Wachtstube am Kanonenberg" von 1933 im Jahr 1937 - daneben "Ehrenbuch der alten Armee. Auch Du, Kamerad, schreibe Dich ein!" - in der Ecke gab es eine gemalte Kanone (darüber hing ein historisches Gewehr) und daneben das Bild eines Kanoniers mit Hund und Paar im Hintergrund in der Terrassengasse (KantinenAbend in der Kaserne in der historischen Gaststätte - Wachtstube am Kanonenberg - ).
  6. Seit 1849 Münzgasse 6, seit 1889 Münzgasse 11.
  7. Ab 1849 Münzgasse 7, ab 1888 Terrassengasse 22.
  8. Friedrich August Lang (Geometer): Specieller Situations-Plan von der Königlichen Haupt- und Residenzstadt Dresden : in Sections-Blättern von 16 Zoll Höhe und 20 Zoll Breite ... / A. Lang. - 1:840. - Dresden. Selbstverlag des Hrsg., [ab 1862]. - 1 Kt. in 90 Bl. : Lithogr., koloriert ; 50 x 41 cm + Mappe ; Mit Netz- und Übersichtsblatt mit farb. Angabe der Stadtteilabgrenzungen. - Mit Kataster- u. Hausnummern. - Blatt 1: Hofkirche, Schloss, Hoftheater, Kunstakademie, Gewehrgalerie, Gemäldegalerie, Hauptstaatsarchiv, Hauptwache, Königliches Prinzenpalais, Grünes Gewölbe, Löwenstall, Brühlsches Palais, Georgentor, Grüne Tor, Finanzhaus, Stadt Berlin, Arnolds Kunsthandlung, Brühlsche Terrasse, Schlossplatz, Neumarkt.
  9. Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner 1797, S. 135 (S. 145 digital)
  10. Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner 1797, S. 137 (147 digital).
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