Anna Thorschmidt
Anna Christiane Josephine Thorschmidt geb. Bostelmann (* 20. Oktober 1818 in Hamburg; † 14. Januar 1899 in Dresden)[1] war die Ehefrau des vermögenden sächsischen Unternehmers und Fabrikbesitzers Carl Louis Thorschmidt. Nach dem Tod ihres Ehemannes wurde sie Hausbesitzerin des Mehrfamilienhauses in der Walpurgisstraße 2 in der Seevorstadt in der Dresdner Altstadt.
Anna Thorschmidt ist erstmals 1886 im Dresdner Adressbuch verzeichnet. Nach dem Tod ihres Ehemannes, der noch mit ihr zusammen in der Walpurgisstraße 2 in der dortigen Erdgeschosswohnung lebte,[2] zog sie noch im Todesjahr ihres Mannes in eine Mietwohnung in der zweiten Etage in der Stallstraße 1 in der Wilsdruffer Vorstadt, wo sie als Witwe und Rentier lebte.[3] Dort, im Haus des Rentiers Emil Bernhard Kayser, lebte sie bis zu ihrem Tod, zusammen mit anderen Witwen und Privatiers,[4] als sogenannte „Privata“.[5]
Thorschmidt war als Erbin ihres verstorbenen Mannes bis 1887 Eigentümerin des Hauses in der Wintergartenstraße 2.[6] Noch im gleichen Jahr verkaufte oder übereignete sie das Haus an ihre Stieftochter Ida Maria Charlotte Thorschmidt,[7] die 1860 den aus Österreich stammenden Dresdner Kunsthändler und Schriftsteller[8] Aloys Maria Karl Ernst Apell (1811–1892)[9] heiratete und mit ihm später in Radebeul und Oberlößnitz lebte.[10][11]
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[Bearbeiten] Trivia
Das Haus in der Walpurgisstraße 2 wurde nach der Umnummerierung der Straßen in Dresden um 1890 in gerade und ungerade Hausnummern je Straßenseite zur Hausnummer 3.[12] Ida Appell ist ab 1893 als Witwe in den Adressbüchern verzeichnet.[13] Sie war bis 1895 Eigentümerin des ehemaligen elterlichen Hauses und verkaufte es im gleichen Jahr an den Privatier Friedrich Eduard Hartmann.[14][15]
[Bearbeiten] Familie
Anna Christiane Josephine Thorschmidt entstammte der ebenfalls vermögenden Hamburger Familie Bostelmann, die auch 1826 Grundbesitzer im Holsteinischen waren, 31 Meilen von Hamburg entfernt.[16] Ein Michael Bostelmann arbeitete 1791 als Makler und bot in seinem Versteigerungskatalog 183 Gemälde an.[17]
Anna Bostelmann heiratete 1857 in Hamburg[18] den Unternehmer Carl Louis Thorschmidt (* 3. Oktober 1815 in Leipzig; † 9. Januar 1885 in Dresden). Sie zog die aus der ersten Ehe ihres Mannes stammenden Stiefkinder auf:
Thorschmidts Ehemann war ein bedeutender sächsischer Industrie-Pionier und Fabrikbesitzer, dessen unternehmerische Wurzeln eng mit der sächsischen Tonwaren- und Kunstindustrie verknüpft sind. Er gründete und leitete die renommierte „Syderolith- und Terracotta-Fabrik Carl Louis Thorschmidt“ in Pirna. Die Fabrik war sehr erfolgreich und stellte kunstvolle, geformte Tonwaren, Gefäße und Bau-Terrakotten her, die im 19. Jahrhundert populär waren. Der Erfolg war so groß, dass Carl Louis Thorschmidt bereits 1862 vom sächsischen Königshof das Prädikat eines königlich-sächsischen Hoflieferanten verliehen bekam.[19] Den Lebensabend verbrachte das Paar in Dresden.
[Bearbeiten] Quellen
- Genealogische Angaben aus MyHeritage, Vergara Web Site und Torres Web Site, Anmeldung erforderlich.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Nach anderen Angaben am 13. Januar 1899 verstorben.
- ↑ Adressbuch Dresden 1885, S. 454, SLUB.
- ↑ Rentier: jemand der von seinen eigenen Einnahmen, einer privaten Rente lebt. S.a. Adressbuch Dresden 1886, S. 500, SLUB.
- ↑ Häuserbuch, Adressbuch Teil II Dresden 1899, S. 450, SLUB.
- ↑ Adressbuch Dresden 1899, S. 612, SLUB.
- ↑ Häuserbuch, Adressbuch Teil II Dresden 1887, S. 1035, SLUB.
- ↑ Erstmalig als Eigentümerin im: Häuserbuch, Adressbuch Teil II Dresden 1888, S. 1080, SLUB.
- ↑ Gotthard Oswald Marbach: Bericht über literarische Leistungen im Königreiche Sachsen lebender Schrifsteller während der Jahre 1847-1857, 1867, Digitalisat auf Google Books, S. 191.
- ↑ Datensatz auf Ancestry, Anmeldung erforderlich.
- ↑ Häuserbuch, Adressbuch Teil II Dresden 1890, S. 1178, SLUB.
- ↑ Häuserbuch, Adressbuch Teil II Dresden 1892, S. 1291, SLUB.
- ↑ Häuserbuch, Adressbuch Teil II Dresden 1891, S. 1233, SLUB.
- ↑ Häuserbuch, Adressbuch Teil II Dresden 1893, S. 1379, SLUB.
- ↑ Häuserbuch, Adressbuch Teil II Dresden 1895, S. 1459, SLUB.
- ↑ Häuserbuch, Adressbuch Teil II Dresden 1896, S. 1520, SLUB.
- ↑ Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten, 1826, Digitalisat auf Google Books.
- ↑ Thomas Ketelsen, Tilmann von Stockhausen, Michael Müller: Verzeichnis der verkauften Gemälde im deutschsprachigen Raum vor 1800, Band 1, 2011, Leseprobe auf Google Books, S. 134.
- ↑ Johannes Gravert, Emil Holst, Theodor Ahsbahs: Die Bauernhöfe zwischen Elbe, Stör und Krückau mit den Familien ihrer Besitzer in den letzten 3 Jahrhunderten, 1977, Snippet-Ansicht auf Google Books, S. 633.
- ↑ Verleihung von Hofprädikaten, 1856–1867, Archivale 10711 Ministerium des Königlichen Hauses, Datensatz im Hauptstaatsarchiv Sachsen.