Anna Thorschmidt

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Unterschrift von Anna Thorschmidt in einem Dresdner Besucherbuch von 1897

Anna Christiane Josephine Thorschmidt geb. Bostelmann (* 20. Oktober 1818 in Hamburg; † 14. Januar 1899 in Dresden)[1] war die Ehefrau des vermögenden sächsischen Unternehmers und Fabrikbesitzers Carl Louis Thorschmidt. Nach dem Tod ihres Ehemannes wurde sie Hausbesitzerin des Mehrfamilienhauses in der Walpurgisstraße 2 in der Seevorstadt in der Dresdner Altstadt.

Anna Thorschmidt ist erstmals 1886 im Dresdner Adressbuch verzeichnet. Nach dem Tod ihres Ehemannes, der noch mit ihr zusammen in der Walpurgisstraße 2 in der dortigen Erdgeschosswohnung lebte,[2] zog sie noch im Todesjahr ihres Mannes in eine Mietwohnung in der zweiten Etage in der Stallstraße 1 in der Wilsdruffer Vorstadt, wo sie als Witwe und Rentier lebte.[3] Dort, im Haus des Rentiers Emil Bernhard Kayser, lebte sie bis zu ihrem Tod, zusammen mit anderen Witwen und Privatiers,[4] als sogenannte „Privata“.[5]

Thorschmidt war als Erbin ihres verstorbenen Mannes bis 1887 Eigentümerin des Hauses in der Wintergartenstraße 2.[6] Noch im gleichen Jahr verkaufte oder übereignete sie das Haus an ihre Stieftochter Ida Maria Charlotte Thorschmidt,[7] die 1860 den aus Österreich stammenden Dresdner Kunsthändler und Schriftsteller[8] Aloys Maria Karl Ernst Apell (18111892)[9] heiratete und mit ihm später in Radebeul und Oberlößnitz lebte.[10][11]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Trivia

Das Haus in der Walpurgisstraße 2 wurde nach der Umnummerierung der Straßen in Dresden um 1890 in gerade und ungerade Hausnummern je Straßenseite zur Hausnummer 3.[12] Ida Appell ist ab 1893 als Witwe in den Adressbüchern verzeichnet.[13] Sie war bis 1895 Eigentümerin des ehemaligen elterlichen Hauses und verkaufte es im gleichen Jahr an den Privatier Friedrich Eduard Hartmann.[14][15]

[Bearbeiten] Familie

Anna Christiane Josephine Thorschmidt entstammte der ebenfalls vermögenden Hamburger Familie Bostelmann, die auch 1826 Grundbesitzer im Holsteinischen waren, 31 Meilen von Hamburg entfernt.[16] Ein Michael Bostelmann arbeitete 1791 als Makler und bot in seinem Versteigerungskatalog 183 Gemälde an.[17]

Anna Bostelmann heiratete 1857 in Hamburg[18] den Unternehmer Carl Louis Thorschmidt (* 3. Oktober 1815 in Leipzig; † 9. Januar 1885 in Dresden). Sie zog die aus der ersten Ehe ihres Mannes stammenden Stiefkinder auf:

Thorschmidts Ehemann war ein bedeutender sächsischer Industrie-Pionier und Fabrikbesitzer, dessen unternehmerische Wurzeln eng mit der sächsischen Tonwaren- und Kunstindustrie verknüpft sind. Er gründete und leitete die renommierte „Syderolith- und Terracotta-Fabrik Carl Louis Thorschmidt“ in Pirna. Die Fabrik war sehr erfolgreich und stellte kunstvolle, geformte Tonwaren, Gefäße und Bau-Terrakotten her, die im 19. Jahrhundert populär waren. Der Erfolg war so groß, dass Carl Louis Thorschmidt bereits 1862 vom sächsischen Königshof das Prädikat eines königlich-sächsischen Hoflieferanten verliehen bekam.[19] Den Lebensabend verbrachte das Paar in Dresden.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Nach anderen Angaben am 13. Januar 1899 verstorben.
  2. Adressbuch Dresden 1885, S. 454, SLUB.
  3. Rentier: jemand der von seinen eigenen Einnahmen, einer privaten Rente lebt. S.a. Adressbuch Dresden 1886, S. 500, SLUB.
  4. Häuserbuch, Adressbuch Teil II Dresden 1899, S. 450, SLUB.
  5. Adressbuch Dresden 1899, S. 612, SLUB.
  6. Häuserbuch, Adressbuch Teil II Dresden 1887, S. 1035, SLUB.
  7. Erstmalig als Eigentümerin im: Häuserbuch, Adressbuch Teil II Dresden 1888, S. 1080, SLUB.
  8. Gotthard Oswald Marbach: Bericht über literarische Leistungen im Königreiche Sachsen lebender Schrifsteller während der Jahre 1847-1857, 1867, Digitalisat auf Google Books, S. 191.
  9. Datensatz auf Ancestry, Anmeldung erforderlich.
  10. Häuserbuch, Adressbuch Teil II Dresden 1890, S. 1178, SLUB.
  11. Häuserbuch, Adressbuch Teil II Dresden 1892, S. 1291, SLUB.
  12. Häuserbuch, Adressbuch Teil II Dresden 1891, S. 1233, SLUB.
  13. Häuserbuch, Adressbuch Teil II Dresden 1893, S. 1379, SLUB.
  14. Häuserbuch, Adressbuch Teil II Dresden 1895, S. 1459, SLUB.
  15. Häuserbuch, Adressbuch Teil II Dresden 1896, S. 1520, SLUB.
  16. Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten, 1826, Digitalisat auf Google Books.
  17. Thomas Ketelsen, Tilmann von Stockhausen, Michael Müller: Verzeichnis der verkauften Gemälde im deutschsprachigen Raum vor 1800, Band 1, 2011, Leseprobe auf Google Books, S. 134.
  18. Johannes Gravert, Emil Holst, Theodor Ahsbahs: Die Bauernhöfe zwischen Elbe, Stör und Krückau mit den Familien ihrer Besitzer in den letzten 3 Jahrhunderten, 1977, Snippet-Ansicht auf Google Books, S. 633.
  19. Verleihung von Hofprädikaten, 1856–1867, Archivale 10711 Ministerium des Königlichen Hauses, Datensatz im Hauptstaatsarchiv Sachsen.
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