Altelbarm
Als Altelbarm wird das 9 km lange ehemals durchflossene mäandernde Gebiet der Einstauflächen der Elbe zwischen den Stadtteilen Tolkewitz und Zschieren bezeichnet. In durch Karten belegter historischer Zeit ist ein ständig durchflossener Elbarm nicht mehr nachweisbar.[1]
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[Bearbeiten] Fließgewässer bis ins Mittelalter
Bis in das Mittelalter hinein gab es hier ein Fließgewässer, welches die Mäander gebildet hatte. Außerdem lagerte der Fluß hier sehr viel Kies ab, der als Sediment vom Wasser transportiert wurde.[2]
[Bearbeiten] Nutzung
Zunächst wurde der Altelbarm zum Fischen genutzt, mit zunehmender Verlandung dann als Weide und für die Bienenzucht.
Die Entnahme von abgelagerten Kiesen und Sanden begann frühzeitig und erreichte im 18. Jahrhundert einen Höhepunkt, als das barocke Dresden erbaut wurde und nach dem preußischen Beschuß von 1760 in weiten Teilen wieder aufgebaut werden mußte. Die meisten Sand - und Kiesgruben versiegten deswegen schon im 19. Jahrhundert, als letzte Kiesgrube (ganz im Osten des Altelbarmes) wurde 1997 auch die Kiesgrube Sporbitz zum Kiessee Sporbitz denaturiert.
Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Altelbarm vor allem durch Kleingartenanlagen genutzt, die ein regelrechtes Band durch diese Altaue bilden.
- "Das Kleingartenentwicklungskonzept hat für insgesamt 25 hochwassergefährdete Kleingartenanlagen im BG 17 als Entwicklungsziel die langfristige Verlagerung von Teilflächen festgelegt. Für die vollständig im Abflussbereich des rechtswirksamen ÜG der Elbe befindlichen Anlagen „Zur Weide“ und „Die Ufergärten“ wurde festgelegt, dass sie langfristig vollständig verlagert werden."[3]
[Bearbeiten] Verlauf
[Bearbeiten] Dörfer am Rand des Altelbarmes
- Alttolkewitz im Osten
- Großdobritz im Westen
- Leuben im Westen
- Großzschachwitz im Westen und Kleinzschachwitz im Osten - dazwischen eine Brücke über den Lockwitzbach
nach dem Berliner Meilenblatt für den Raum Dresden
Wüstung Lipen bei Großdobritz im Westen
Lipen war ein von 1286[4] bis 1352 (dann als Lypen) erwähntes Dorf bei Großdobritz, das danach wüst fiel und 1475 in der Form "mit den Lipenischen Ackern" vorkam. Die Ortswüstung wird heute als Leipen (auch: Lippen) bezeichnet.
Die Ortswüstung hat Anteile an den Fluren von
- Großdobritz,
- Kleindobritz,
- Reick,
- Prohlis,
- Niedersedlitz und
- Leuben.
Липен (Lipen) ist im Slawischen eine Bezeichnung für einen sumpfigen Ort, wie er in Lipen am Altwasserarm Gruna-Striesen auftrat. Lipen wurde 1286 weit vor dem Beginn der Arbeiten am Landgraben im Jahr 1309 erwähnt.
Im Jahr 1352 fand das Dorf letztmalig als "Lypen" Erwähnung.[5]
- 1475: mit den Lipenischen Ackern
- 1547: inn Lepschen Felde
- 1548: Leipisches Feld
- 1577: im Leupischen Felde
- 19. Jahrhundert: Lippsche Flur[6]
[Bearbeiten] Heutiger Verlauf
Der Altelbarm verläuft heute wie folgt (von West nach Ost, d.h. vom Stadtinneren nach außen):[7]
im Westen des Altelbarmes: Verlauf mit dem Niedersedlitzer Flutgraben (dieser verläuft zunächst am östlichen Rand)
Mündung bei Alttolkewitz
nördlich der Wehlener Straße
[Bearbeiten] Wehlener Straße
- KG Zur Weide e.V. Marienberger Straße (an der westlichen Grenze des Altelbarmes bis zur Mitte zur Geländeerhebung)
- Kleingarten Tolkewitz e.V. Toeplerstraße (an der westlichen Grenze)
- Toeplerpark an der Toeplerstraße (an der westlichen Grenze bis zur Mitte)
- KG Berchtesgarder Str. e. V. Berchtesgadener Straße (an der östlichen Grenze - gegenüber Toeplerpark)
- FV Dresden 06
[Bearbeiten] Wiesenweg
südlich des Wiesenweges - der Niedersedlitzer Flutgraben verläuft jetzt in etwa mittig des Altelbarmes
- KG Eschengrund e.V. Toeplerstraße (an der westlichen Grenze)
- KG Salzburger Str. e.V. Salzburger Straße (an der östlichen Grenze)
[Bearbeiten] Salzburger Straße
südwestlich der Salzburger Straße - der Niedersedlitzer Flutgraben verläuft jetzt wieder am (nord)östlichen Rand des Altelbarmes
- KG Salzburger Str. e.V. Salzburger Straße (an der östlichen Grenze)
- SG Dresden-Striesen (an der westlichen Grenze bis zur Mitte zur Geländeerhebung)
Knick von Norden nach Osten (Mäander)
Einlauf Prohliser Landgraben (Projekt Blaues Band Geberbach) in den Niedersedlitzer Flutgraben
- Wasserski- und Wakeboardzentrum Dresden, Klengelstraße 4, 01326 DD https://www.cable-dresden.de/impressum.html
Knick nach Nordosten (Mäander)
Gelände erhöht - gegenläufiges Gefälle
[Bearbeiten] Leubener Straße
Wiesenabzugsgraben (an der nördlichen Grenze)
- Gewerbegebiet Leuben (an der südlichen Grenze)
- KG Dresden-Altleuben e.V. Pirnaer Landstraße 147 (an der südlichen Grenze)
- KG Elbtal II Teilanlage Lockwitzbachweg (Neu-Leuben) (an der südlichen Grenze)
[Bearbeiten] Leubener Weg
Knick nach Osten (Mäander)
- KG Elbtal II e.V. Lockwitzbachweg (an der südlichen Grenze)
- [KG An dem Zschierbach I e.V. Gasteiner Straße (an der nördlichen Grenze) bereits beräumt]
Knick nach Südosten (Mäander)
dort Einmündung des Wiesenabzugsgrabens in dem Lockwitzbach, der dort direkt nach Norden in die Elbe mündet und einen Durchgang zur Elbe schafft
an der nordöstlichen Grenze Lockwitzbach
- an der nordöstlichen Grenze KGA teilweise beräumt
- an der südlichen Grenze KGA teilweise beräumt
an der östlichen Grenze Lockwitzbach
- [an der östlichen Grenze KG Die Ufergärten e.V. Meußlitzer Straße - außerhalb]
- [an der östlichen Grenze KG Erlenheim e.V. Meußlitzer Straße - außerhalb]
[Bearbeiten] Berthold-Haupt-Straße
an der östlichen Grenze Lockwitzbach
- an der westlichen Grenze KG Lockwitzbach e.V. Berthold-Haupt-Straße
- an der westlichen Grenze KG Bahnhofstraße e.V. Bahnhofstraße
[Bearbeiten] Bahnhofstraße/Putjatinstraße
die Grenze zwischen beiden Straßen liegt genau auf der Brücke über dem Lockwitzbach mitten im Altelbarm
- an der nordöstlichen Grenze Lockwitzbach
- [an der nordöstlichen Grenze KG Zschachwitz I e.V. Seidelbaststraße - außerhalb]
- an der südwestlichen Grenze KG Zschachwitz I e.V. Seidelbaststraße
Einlauf des Lockwitzbaches in den Altelbarm
Knick nach Osten (Mäander)
[Bearbeiten] Struppener Straße
- KG Struppener Straße Struppener Straße (Meußlitz), Struppener Eck e.V. Struppener Straße (Sporbitz) und Alt Sporbitz e.V. Pirnaer Landstraße (an der südlichen Grenze)
- See (an der südlichen Grenze)
- Wald (an der nördlichen Grenze)
- KGA (an der nördlichen Grenze)
[Bearbeiten] Tronitzer Straße
- See (an der nördlichen Grenze)
Brüchigtgraben (an der südlichen Grenze)
Einlauf der Elbe in den Altelbarm an der ehemaligen Kiesgrube Zschieren-Nord (gehört schon zum Stromgebiet der modernen Hauptelbe)
[Bearbeiten] Anmerkungen
- ↑ „Ein ständig durchflossener, später dann nicht mehr funktionsfähiger Elbarm als Gewässer ist anhand historischen Kartenmaterials bislang nicht nachweisbar. Für das Gebiet der Einstauflächen der Elbe zwischen den Stadtteilen Tolkewitz, Laubegast, Meußlitz, Kleinzschachwitz, Zschieren und Reick, Großzschachwitz, Sporbitz wird dennoch der im allgemeinen Sprachgebrauch akzeptierte und in einschlägigen Dokumenten enthaltene Begriff Altelbarm verwendet.“ In: „Der Altelbarm in Dresden bei Hochwasser – Abflussgeschehen, Rückhaltevermögen, wasserbauliche Umgestaltung“ (Stadt Dresden, 03/2011).
- ↑ "Die Häufung der abbaufähigen Kieslagerstätten innerhalb des Altelbarmes sind Indiz dafür, dass sich an dieser Stelle früher ein Gewässer mit entsprechendem Sedimenttransport befunden haben muss.""Konzept zur hochwasserangepassten Gestaltung des Abflussgebietes im Altelbarm zwischen Tolkewitz und Zschieren" vom Dezember 2019, Hrsg. Landeshauptstadt Dresden, Umweltamt.
- ↑ Plan Hochwasservorsorge Dresden: 6.17 Betrachtungsgebiet 17 – Zschieren, Leuben, Laubegast,
- ↑ Ersterwähnung 1286: Erwähnung in einer Urkunde Bischof Withegos I. von Meißen ("in villa Borrenthin maiori quatuordecim scocci, in villa vero Lipen decem scocci)": "B. Withego eignet mit Zustimmung des Capitels dem Vicar Cunrad und insofern dieser hierdurch sein Jahresgedächtnis zu stiften gedenkt, der Domkirche 24 Schock von dem Schenckwirth Arnold zu Briessnitz erkauften Getreidezehnten und einen Garten." In: CDS HAUPTTEIL II, Die Urkunden der Städte und geistlichen Institutionen in Sachsen, Band 1: Urkundenbuch des Hochstifts Meißen, Band I, hrsg. von E[rnst] G[otthelf] Gersdorf, Leipzig 1864, S. 213, Urkunde 274
- ↑ Leipen (3) (Lippen) | † (Wüstung) im Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen (HOV).
- ↑ Leipen (3) (Lippen) | † (Wüstung) im Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen (HOV).
- ↑ vgl. Altelbarm: Gestaltungsplan Landeshauptstadt Dresden und Themenstadtplan Dresden.