Frankenstraße (Sachsen)
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[Bearbeiten] Urkundliche Belege
Die Frankenstraße (auch: Alte Frankenstraße oder Sächsische Frankenstraße) verlief nach der ältesten Streckenbeschreibung von 1462 durch Friedrich den Sanftmütigen
- "von Budissin gegen uf Bischoffswerde, Dresden, Fribergk, Kempnitz, Zwickau, Voitzpergkgts und fort gein Francken"[1]
Rund einhundert Jahre zuvor ging die Altstraße über Plauen, doch nach dem vogtländischen Krieg 1356 war Voigtsberg an die Wettiner gefallen, welche dadurch das Gebiet der Vögte von Plauen umgehen konnten.
1449 sprachen Schiedsleute die Gerichtsbarkeit auf den Landstraßen um Chemnitz (auch auf der Frankenstraße von Zwickau über Chemnitz nach Freiberg) der Stadt Chemnitz zu und bestimmten:
- dass diese Straßen mit Bäumen, Sträuchern, aufgeworfenen Gräben, Steinen oder anderen "merklichen" Zeichen befestigt werden sollen
- und zwar in einer Breite, dass dazwischen drei beladene Rüstwagen mit gutem Zwischenraum nebeneinander fahren können.[2]
[Bearbeiten] Abkürzung von Bautzen nach Nürnberg (nicht über Leipzig)
Die "straß gein Francken" zweigte bei Bautzen von der "via regia" ab und führte über Hof direkt nach Nürnberg an der "via imperii". Dadurch konnte auf dem Weg von Osten nach Süden der weite Umweg über Leipzig, dem Kreuzungspunkt dieser beiden bedeutenden Königsstraßen, vermieden werden.
[Bearbeiten] Bedeutung
Die "straß gein Francken" war bedeutend
- für den Handel zwischen den Städten bereits vor 1100,
- bei der Besiedlung Sachsens und Schlesiens ab ca. 1150 als auch
- für den Transport der ergiebigen Erzfunde im Erzgebirge nach 1168.[3]
[Bearbeiten] Verlauf
[Bearbeiten] Von Dresden nach Freiberg
- Wilsdruffer Tor in Dresden 112 m ü. NN (1206)
- Gorbitz 213 m ü. NN (1206)
- Gompitz 262 m ü. NN (1206, Vereinigung mit der von Wilsdruff kommenden Willischen Straße)
- Kesselsdorf 300 m ü. NN (1223)
[Bearbeiten] Anmerkungen
- ↑ vgl. Manfred Straube: "Handelsstraßen als Pilgerwege", In: "Der Jakobuskult in Sachsen", Tübingen 2007, S. 5.
- ↑ Hubert Ermisch: "Urkundenbuch der Stadt Chemnitz und ihrer Klöster" (= CDS II, 6), Nr. 147.
- ↑ Renate Wissuwa: "Die Entwicklung der Altstraßen im Gebiet des heutigen Bezirkes Karl-Marx-Stadt von der Mitte des 10. Jh. bis zur Mitte des 14. Jh. – Ein Beitrag zur Rekonstruktion des Altstraßennetzes auf archäologischer Grundlage", unveröffentlichte Dissertation, Pädagogische Hochschule Dresden 1987, S. 123.