Albrecht Friedrich von Malmberg

Stadtwiki Dresden - Freiraum für Ideen und Wissen über Dresden
Wechseln zu: Navigation, Suche

Albrecht Friedrich von Malmberg (* 1741 in Zeitz/ Sachsen; † 13. Januar 1804 in Freiberg) war ein anfangs königlich-polnischer und kurfürstlich-sächsischer Offizier, zuletzt ein kursächsischer General der Kavallerie und Kommandeur des Kürassierregiment Kurfürst im Rang eines Generalmajors.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Familie

Albrecht Friedrich von Malmberg entstammte der ursprünglich aus Schweden stammenden Adelsfamilie (von) Malmberg. Einige Familienmitglieder schlugen eine militärische Karriere in europäischen Armeen ein. So starb 1799 der kaiserlich-österreichische Major Wilhelm von Malmberg wenige Tage nach dem Gefecht bei Verona am 26. März 1799 an den erlittenen schweren Verwundungen.[1][2] Eine Frau Clara von Malmberg, Gutsbesitzerin aus Gorodeja in Russland, stieg 1894 als Kurgast in das „Deutsche Haus“ im böhmischen Franzensbad unweit der sächsischen Grenze ab.[3]

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Albrecht Friedrich von Malmberg wurde in Zeitz geboren, das zu jener Zeit - nach dem Aussterben der Sekundogenitur Sachsen-Zeitz im Mannesstamm - wieder zum Kurfürstentum Sachsen gehörte. Er entschied sich für anfangs für eine Karriere in der preußischen Kavallerie, in der 1755, mit 14 Jahren als Unteroffizier eintrat. Drei Jahre später, 1757 wurde von Malmberg zum Kornett ernannt - einem Rang vergleichbar mit dem Fähnrich in der Infanterie, womit er auch Offiziersanwärter wurde.

1758 wechselte von Malmberg von der preußischen in die sächsische Armee. Dort erhielt er im gleichen Jahr, bereits mit 17 Jahren, sein Offizierspatent im Rang eines Leutnants in der sächsischen Kavallerie. 1763, mit 22 Jahren, wurde er zum königlich-polnischen und kurfürstlich-sächsischen Rittmeister befördert.

Am 10. April 1778 wurde von Malmberg Major und Kommandeur einer sächsischen Eskadron bei den Karabiniers. Als solcher ist er auch schon im „Allerneuesten Zustand der Churfürstlich Saechsischen Armée auf das Jahr 1781“ erwähnt.[4] Ab spätestens 1783 diente von Malmberg im Karabinier-Regiment der sächsischen Kavallerie mit den Standquartieren in Lützen, Pegau, Schkeuditz und Freyburg. Chef dieses Regiments war seit 1763 der sächsische Generalleutnant Karl Adolph Graf von Brühl, Kommandeur der Oberst der Kavallerie Christian August Graf von Bassewitz. Von Malmberg war zu dieser Zeit Kommandeur der 1. Eskadron in Lützen. 1786 gehörte er zu einer der Unterstützern einer Denkschrift zu Leopold Herzog zu Braunschweig-Lüneburg.[5]

Am 16. Januar 1786 wurde von Malmberg unter gleichzeitiger Versetzung zum Kürassierregiment von Generalmajor von Rex (ehemals Generalfeldmarschall Eugen Fürst von Anhalt-Dessau) mit den Standquartieren in Düben, (Bad) Schmiedeberg, Kemberg und Dommitzsch zum Oberstleutnant befördert.[6] Generalmajor Karl August Christoph von Rex (17271786), der als Kommandeur vom Kürassierregiment Kurfürst kam, wurde zwar als neuer Chef des vakanten Kürassierregiments noch bestallt, starb aber noch vor der eigentlichen Übernahme des Kavallerie-Truppenteils. Der sächsische Kurfürst beauftragte infolgedessen den Generalmajor Moritz Graf von Bellegarde mit der Übernahme des Regiments. Von Malmberg, der in Schmiedeberg ebenfalls eine Eskadron als Kommandeur übernahm, fungierte aber auch gleichzeitig als stellvertretender Regimentskommandeur seines Vorgesetzten, Oberst Friedrich Gottlob von Kurnatowski.

Am 28. November 1788 wurde von Malmberg, der zu diesem Zeitpunkt immer noch im Bellegardschen Kürassierregiment diente, zum Oberst der Kavallerie befördert und übernahm die Kavallereinheit von seinem Vorgänger Oberst von Kurnatowski.[7] Nachdem am 22. November 1789 der bisher beim Regiment Herzog von Kurland gestandene Generalmajor Hanns Gottlob von Zezschwitz zum neuen Chef des vakanten Kürassierregiments Bellegard wurde, blieb von Malmberg weiterhin Kommandeur dieses Regiments,[8] nun nach dem neuen Chef dieses sächsischen Kürassierregiments auch Zeschwitz-Kürassiere genannt. 1790 ist von Malmberg erstmals als Obrist im kurfürstlich-sächsischen Staatskalender verzeichnet.[9]

1793 wurde von Malmberg zur kurfürstlich-sächsischen Leibkürassiergarde versetzt, womit im gleichen Jahr Oberst von Örtzen neuer Kommandeur der Zeschwitz-Kürassiere wurde.[10] Als 1793 der bisherige Kommandeur des sächsischen Regiments Kurfürst-Kürassiere, Generalmajor Joseph Franz von Rosler Chef des Chevauxlegers-Regiments ehem. Prinz Constantin von Sachsen-Weimar wurde, erhielt Oberst Albrecht Friedrich von Malmberg den Posten als neuer Kommandeur des Kürassierregiments „Kurfürst“. Als solcher befehligte er 633 Reiter und nahm an den Rheinfeldzügen 1794 und auch zwei Jahre später als Teil des sächsischen Truppenkontingents der deutschen Reichsarmee gegen die französische Armee teil. Oberkommandierender war der preußische General, Herzog von Braunschweig.

Am 30. Dezember 1795 wurde von Malmberg zum Generalmajor befördert und als neuer Kommandeur des Regiments Kurfürst Kürassiers bestallt.[11] Als Preußen 1795 mit Frankreich den Separatfrieden von Basel schloss, kehrten die meisten Truppen des Reichskontengents zurück in ihre Heimat. Ende Oktober 1796 rückte der größte Teil der sächsischen Truppen vom Rheinfeldzug zu ihren Garnisonen wieder in die Heimat ab. Nur ein Kommando der Kavallerie, geführt vom Generalmajor von Malmberg und unterstützt von den Infanterie-Regimentern Prinz Gotha und aus dem Winckell blieb an der Grenze des obersächsischen Kreises zurück.[12] Im Feldzug von 1796 standen diese Truppen unter dem Befehl von Generalmajor von Malmberg. Die Kavallerietruppen mit 542 Mann standen unter dem Kommando von Oberst Heinrich Joseph Max von Senfft. Dieser sogenannte Grenzkordon sollte die westlichen Grenzen nicht nur des sächsischen Kurfürstentums, sondern auch die schwarzburgischen und reußischen Länderen schützen. Diese Grenztruppen wurden entlang der Linie Kreuzburg über Herda, Kaltennordheim, Coburg, Neustadt, Saalfeld, Gesell, Adorf, Elster bis Brambach aufgestellt.[13] Von Malmberg befehligte zu dieser Zeit im Neustädter Kreis folgende Truppenteile:

Nach der Rückkehr in die Heimat blieb von Malmberg in den folgenden Jahren dies Friedens kommandierender Obrister des Kürassierregiments Kurfürst mit den Standquartieren in Dippoldiswalde, Oederan, Marienberg und Roßwein mit Etzdorf im Rang eines Generalmajors.[15] Von Malmberg diente im Stab des Regiments in Oederan, wo auch die 2. Eskadron disloziert war. Wie bei sämtlichen Hausregimentern der Kavallerie und Infanterie standen von Malmberg als Obrister des Regiments die Einkünfte seines Truppenteils ihm selbst zu.

Albrecht Friedrich von Malmberg wurde am 18. Juli 1800 auf sein eigenes Ersuchen die Versetzung in den Ruhestand als Generalmajor a.D. (außer Dienst), unter Gewährung einer Pension und mit der Erlaubnis des Tragens der Generalsuniform in der Öffentlichkeit gewährt. Von Malmbergs Nachfolger in der Dienststellung als Regimentskommandeur der Kurfürst-Kürassiere wurde Oberst Christoph Ernst von Reitzenstein (17381803). Seine letzten Lebensjahre verbrachte von Malmberg in der sächsischen Bergstadt Freiberg wo er 1804 im 63. Lebensjahr verstarb. Von Malmberg ist letztmalig 1803 als pensionierter Generalmajor im Staatskalender von Sachsen verzeichnet.[16]

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Graf Andreas Thürheim: Gedenkblätter aus der Kriegsgeschichte der k.k. Armee..., 1. Band, Wien und Teschen 1880, Digitalisat auf Google Books, S. 364.
  2. Direction des k. und k. Kriegs-Archivs (Hrsg.): Supplement zu den „Mitteilungen des k. u. k. Kriegs-Archivs“, Wien 1898, Digitalisat auf Google Books, S. 186.
  3. Franzensbader Blätter: allgemeine Cur-, Theater-, Hotel- und Verkehrs-Organ..., Band 21, Franzensbad 1894, Digitalisat auf Google Books, S. 2.
  4. Ludwig Bachenschwanz: Allerneuester Zustand der Churfürstlich Saechsischen Armée auf das Jahr 1781, LTR_Verlag, 1986, Snippet-Ansicht auf Google Books, S. 29.
  5. Adam Friedrich Geisler: Leben und Karakter Leopolds, Herzogs zu Braunschweig-Lüneburg..., Leipzig 1786, Digitalisat auf Google Books, S. 11.
  6. Lausitzisches Magazin oder Sammlung verschiedener Abhandlungen..., 19. Jahrgang, Görlitz 1786, Digitalisat auf Google Books, S. 58 und (+++)Fußnote.
  7. Dresdner Merkwürdigkeiten in: Johann Christian Hasche: Magazin der Sächsischen Geschichte aufs Jahr 1788, Dresden 1788, Digitalisat, S. 699.
  8. III. Beförderungen bei den Kurfürstl. Sächs. Truppen... Im Dezember 1788 in: Neue militärische Bibliothek, Erstes Bändchen, Marburg 1789, Digitalisat auf Google Books, S. 206f.
  9. Churfürstlich-Sächsischer Hof- und Staatscalender auf das Jahr 1790, Digitalisat auf Google Books, S. 220.
  10. Kursächsisches Kürassierregiment K 3 (1756) in: Wikiwand.
  11. Christian Friedrich Jacobi: Europäisches Genealogisches Handbuch auf das Jahr 1800, Leipzig 1800, Digitalisat auf Google Books, S. 239.
  12. Archivale 11326: Kriegsgerichte der Infanterieformationen bis 1867, Datensatz im Hauptstaatsarchiv Dresden.
  13. Georg von Schimpff: Geschichte des Kgl. Sächs. Garde-Reiter-Regiments, im Auftrage des Regiments zusammengestellt, Dresden 1880, Digitalisat auf Google Books, S. 257f. u. 273f.
  14. Larras: Geschichte Des Königl. Sächs. 6. Infanterie-Regiments No. 105 und seine Vorgeschichte 1701–1887..., Leipzig 1887, Leseprobe auf Google Books, S. 8.
  15. Churfürstlich-Sächsischer Hof- und Staatscalender auf das Jahr 1799, Digitalisat auf Google Books, S. 226.
  16. Churfürstlich-Sächsischer Hof- und Staatscalender auf das Jahr 1803, Digitalisat auf Hathi Trust, S. 226.
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Werkzeuge