Zacharias Frankel

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Zacharias Frankel
Zu Frankels Zeit in Dresden gebaute Synagoge von Gottfried Semper

Zacharias Frankel (* 30. September 1801 in Prag; † 13. Februar 1875 in Breslau) war ein jüdischer Theologe. Mit seinen Schriften erwarb er sich bedeutende Verdienste um die Emanzipation der Juden.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Frankel studierte jüdische Theologie, Mathematik und Literatur in Pest. Ab 1831 wirkte er als Kreisrabbiner in Leitmeritz und Ortsrabbiner in Teplitz, wo er sich vor allem dem religiösen Jugendunterricht widmete.

1836 wurde Frankel Oberrabbiner für Dresden und Leipzig. Den Juden war damals in Sachsen die öffentliche Religionsübung, die Errichtung eines Gotteshauses und einer Schule untersagt. Sie besaßen kein Bürgerrecht, ihr Eid keine Glaubwürdigkeit. Frankel fand in seinem Bemühen um eine bessere Rechtsstellung der Juden vor allem beim Prinzen Johann und Oberhofprediger Christoph Friedrich Ammon Unterstützung.

Von 1838 bis 1840 erbaute Gottfried Semper der jüdischen Gemeinde in Dresden eine Synagoge. Wegen beschränkter finanzieller Mittel musste Semper den Bau einfach halten. Außen im romanischen Stil als zentralen Kuppelbau mit Vorhalle und Treppenturm gestaltend, umkleidete er im Inneren des quadratischen Baues die einfachen Emporen und Deckenkonstruktion mit farbigen maurischen Ornamenten. Frankel weihte die Synagoge am 8. Mai 1840 ein. Seine Rede zur feierlichen Einweihung wurde bei Meinhold gedruckt.[1] Im selben Jahr konnte Frankel zudem die Einführung eines fortschrittlichen Gesetzes für die Eidesleistung der Juden in Sachsen erreichen. Der »Judeneid« war in Rechtsstreitigkeiten mit Nichtjuden in einer von christlicher Seite vorgeschriebenen, häufig diskriminierenden Form zu leisten. Frankels Schrift »Die Eidesleistung der Juden« erschien bei der Arnoldischen Buchhandlung. In den Folgejahren trat er mit weiteren theologischen und rechtswissenschaftlichen Schriften hervor. Mit einer umfassenden Kenntnis des Talmuds ausgestattet, schuf Frankel die Grundlagen für eine wissenschaftliche Analyse dieses Schriftwerks. Er hatte es sich zur Lebensaufgabe gestellt, das klassische Studium des Talmuds zu begründen.

Als die reformatorischen Bestrebungen innerhalb der deutschen Judenschaft immer lauter wurden, gab Frankel seine vorherige Zurückhaltung auf und griff in die religiöse Bewegung ein. Er trat 1844 mit einer »Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judentums« hervor, welche vierteljährlich erscheinend, einen streng wissenschaftlichen Charakter tragen und zugleich die religiösen Tagesfragen behandeln sollte. Frankel vertrat den Standpunkt, dass auch im Glaubensleben die veränderten Zeitverhältnisse berücksichtigt werden müssten, ohne aber den historischen Boden zu verlassen, und dass alle Neuordnung aus der wissenschaftlichen Erkenntnis des Wesens und der Tradition des Judentums heraus zu erfolgen habe. 1845 war Frankel auf einer in Frankfurt a.M. tagenden Rabbinerversammlung in der Hoffnung erschienen, in mäßigendem und vermittelndem Sinne auf die Beratungen und Beschlüsse einwirken zu können; er gab jedoch diese Hoffnung auf, als die Versammlung den Beschluss fasste, dass das Hebräische als Gebetssprache beim Gottesdienst nur »ratsam«, nicht »objektiv-notwendig« sei. Frankel trat mit Eklat aus der Rabbinerversammlung aus. 1846 lud er »konservative Theologen moderner Gesinnung« zu einer Zusammenkunft in Dresden ein, um der reformatorischen dritten Rabbinerversammlung, welche im Juli desselben Jahres in Breslau zusammentreten sollte, ein wirksames Paroli bieten zu können. Frankels Versuch blieb halbherzig und er stellte Ende 1846 die Herausgabe seiner Zeitschrift ein, um seine Kraft für künftige, bessere Zeiten aufzusparen.

1854 wechselte Frankel als Oberrabbiner und erster Direktor des jüdischen theologischen Seminars nach Breslau. Während seiner über 20-jährigen Tätigkeit wurde es von Frankel maßgeblich geprägt.

[Bearbeiten] Werke

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Beilage zum SLUB-Kurier 2006/4 Gedruckt in Dresden

[Bearbeiten] Weblinks

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