Wohnungsgenossenschaft Johannstadt

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Die Wohnungsgenossenschaft Johannstadt eG (WGJ) ist ein Wohnungsunternehmen in der Johannstadt, welches neben dem genossenschaftlichen Zusammenleben seiner Mieter eine Vielzahl weiterer Aktivitäten ermöglicht.

[Bearbeiten] Unternehmen

Die Wohnungsgenossenschaft Johannstadt folgt dem Grundsatz: „Im Mittelpunkt unserer Tätigkeit stehen der Mensch, das Menschliche und die soziale Gemeinschaft.“ Dieser Grundsatz entspricht den Traditionen und grundlegenden Ideen der Genossenschaften und ist Basis für das Motto „Mittelpunkt Mensch“. Die Wohnungsgenossenschaft Johannstadt eG verfügt über 7.616 eigene Wohnungen und 25 Gewerbeeinheiten. Die Mitgliederzahl liegt bei mehr als 7.950 Mitgliedern. Der Immobilienbestand von 519 Häusern befindet sich im Wesentlichen in den Dresdner Stadtteilen Striesen (28,3%), Johannstadt-Süd (21,2%) und Johannstadt-Nord (20,5%). Die restlichen 30% verteilen sich auf das Gebiet der Schandauer Straße, Neustadt, Strehlen, Blasewitz und die Pirnaische Vorstadt. Die Gebäude stehen auf eigenem Grundbesitz (547.581m²), die Gesamtwohnfläche beträgt 466.665m². Seit Ende 2010 ist der Hausbestand der WGJ komplett saniert. Der Leerstand betrug nur 0,74%. per 31. Dezember 2011.

Die WGJ beschäftigt insgesamt 72 Mitarbeiter, darunter 6 Auszubildende. Das Kerngeschäft umfasst neben der Betreuung und Verwaltung des Bestandes auch die Instandhaltung der Gebäude, die Gestaltung des Wohnumfeldes, Bestandsentwicklung und Neubau, sowie soziale Aufgaben, wie die Förderung nachbarschaftlicher Kontakte und Freizeitangebote. Das Unternehmensleitbild ist eng mit dem Motto „Mittelpunkt Mensch“ und damit dem Genossenschaftsgedanken verknüpft: gemeinschaftlich leben, gemeinschaftlich wohnen, gemeinschaftlich verantworten, gemeinschaftlich verwalten sind Grundprinzipien der WGJ. Die Wohnungsgenossenschaft Johannstadt verfügt über 67 eigene Spielplätze in ihren Wohngebieten. 2007 baute die Genossenschaft den Kindergarten „Gänseblümchen“ in Striesen, der durch den Eigenbetrieb Kindertagesstätten der Stadt Dresden betrieben wird. Anfang 2012 veröffentlichte die WGJ den „Leitfaden Soziales Engagement“, der die Leistungen der Genossenschaft über das Wohnen hinaus für ihre Mitglieder festschreibt. Außerdem startete die WGJ das Programm „WGJoker“, welches Inhalte und Angebote für Kinder, Jugendliche und junge Familien bereitstellt.

[Bearbeiten] Chronik

[Bearbeiten] 1945

Nach den Bombenangriffen auf Dresden und dem Ende des Zweiten Weltkrieges war die Dresdner Johannstadt zu 75% zerstört. Dabei wurden neben Industrieanlagen und öffentlichen Bauten 548 Wohngebäude (etwa 5.200 Wohnungen) ausgelöscht. Viele Dresdner arbeiteten in den Trümmern, um Steine für den Neuaufbau der Stadt zu bergen. Ein Großteil davon waren Frauen, die später als „Trümmerfrauen“ bekannt wurden.

[Bearbeiten] 1957

Die beiden Arbeiterwohnungsbaugenossenschaften (AWG örtliche Wirtschaft und AWG staatlicher und genossenschaftlicher Handel), die den Ursprung der heutigen WGJ bildeten, wurden gegründet, um die Wohnungsnot zu beseitigen. Sie schlossen sich 1964 zur AWG »Fortschritt« zusammen. Bis in die 60er Jahre folgte ihnen eine regelrechte Gründungswelle neuer Genossenschaften.

[Bearbeiten] 1974

Wohnungsbau in großem Stil: In den 70er Jahren entstanden auch in der Dresdner Johannstadt Wohnanlagen mit vielen Mehrgeschossern. Der neue Komfort mit Aufzug, Zentralheizung und warmem Wasser „aus der Wand“ zog viele Familien in eine Neubauwohnung.

[Bearbeiten] 1990–1999

In den Jahren bis zur deutschen Wiedervereinigung kam es zu weiteren Fusionen mit Dresdner AWGs. Am 19. Juli 1991 wurde schließlich die Namensänderung zur Wohnungsgenossenschaft Johannstadt eG beschlossen.

Die WGJ startete Anfang der 90er Jahre ihr großes Sanierungsprogramm, das neben grundlegenden Instandhaltungsmaßnahmen, energetisch hochwertigen Modernisierungen und attraktiver Gestaltung der Fassaden unter anderem die Gasfreimachung und Balkonanbauten beinhaltete. Die Deutsche-Mark-Eröffnungsbilanz wurde erstellt.

[Bearbeiten] 2002

Die WGJ antwortete auf die Herausforderungen der modernen Zeit nicht nur mit einem neuen Erscheinungsbild, sondern als erste Genossenschaft überhaupt auch mit einem neuen wohnungswirtschaftlichen Produkt. Unter dem Namen »Freistil« wurden Grundriss-Gestaltungen nach individuellen Wünschen der Mieter möglich. Einen wichtigen Schwerpunkt der Modernisierungstätigkeiten bildete die Kunst am Bau, um die Einzigartigkeit jedes Wohngebietes zu unterstreichen. Anlässlich des ersten internationalen Elbebadetages fand das 1. Johannstädter Elbefest am Käthe-Kollwitz-Ufer statt, das im 145. Jahr des Stadtteils Johannstadt die einstige Tradition der Johannstädter Festspiele wiederbelebte. Im Zuge der Euro-Umstellung wurde die erste Euro-Bilanz fertiggestellt.

[Bearbeiten] 2003

Der Brunnen „Mutter mit Kind“, enstanden im Jahr 1961 und gestaltet von Vinzenz Wanitschke wurde nach einer gründlichen technischen Erneuerung nach langer Zeit wieder in Betrieb genommen. Die Farbhöfe in Johannstadt-Süd wurden fertiggestellt. Ihre Gestaltung, entstand im Ergebnis eines Architektur-Wettbewerbs.

[Bearbeiten] 2004–2006

Im Jahr 2004 stand die Gestaltung der Außenanlagen im Vordergrund. In Zusammenarbeit mit der AWO Jugendwerkstatt in Freital erhielten die Hauseingänge der Florian-Geyer-Straße nach der komplexen Sanierung des Wohnblocks Holzskulpturen.

Um 2005 das gestiegene Bedürfnis der Bewohner des Stadtteils Johannstadt nach bezahlbaren Freizeit- und Kulturangeboten zu erfüllen, wird auf Initiative der WGJ der Verein Aktives Leben e. V. in der Dürerstraße 89 gegründet. Am 6. Mai 2006 wurde auf der Florian-Geyer-Straße/Ecke Elsässer Straße der „Zwillingsbrunnen“ im Rahmen des „Dresdner Brunnentages“ eingeweiht.

[Bearbeiten] 2007

Im 50. Geburtstagsjahr der WGJ sank der Leerstand auf 2,01%. Am 21. Mai bezogen 75 Kinder zwischen 0 und 6 Jahren den neuen Kindergarten „Gänseblümchen“. Am Dresdner Brunnentag 2007 wurde der Zirkusbrunnen im Wohngebiet Innere Neustadt, gestaltet von Vinzenz Wanitschke, eingeweiht. Die Wohnungsgenossenschaft Johannstadt wird im Zuge der Verleihung des „Klaus-Novy-Preises“ des Spar- und Bauverein Solingen eG mit dem zweiten Platz für herausragendes Engagement über das Wohnen hinaus ausgezeichnet.

[Bearbeiten] 2009

Für die Kommunikation der Unternehmensziele nach innen und außen erhielt die WGJ am 10. Dezember den Dresdner Marketingpreis 2009. Im April 2009 wird der Verein JohannStadthalle e. V. gegründet. Das Kulturzentrum entstand im dafür umgebauten ehemaligen Handwerkerhof der WGJ.

[Bearbeiten] 2010–heute

Das Sanierungsprogramm der WGJ wurde vollständig abgeschlossen. In den 20 Jahren seit der Wende hatte die Wohnungsgenossenschaft, mit Investitionen von insgesamt 380 Mio. Euro, ihren Bestand zu 100% saniert und um drei auf 518 Häuser erweitert. Die WGJ entwickelte den „Leitfaden soziales Engagement“ für ihre Mitglieder. In der Heubnerstraße in Dresden-Striesen beginnt die WGJ mit dem zweiten Neubau nach der Wende. Das Haus wird als Energieeffizienshaus nach den neuesten Standards gebaut. Im Rahmen des Sozialprogramms der WGJ entstand 2012 der erste Nachbarschaftstreff für Bürgerinnen und Bürger in der Bundschuhstraße.

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