Wiprecht von Groitzsch

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Grabplatte in Pegau

Wiprecht von Groitzsch (* um 1050; † 22. Mai 1124 Pegau) war von 1123 bis 1124 in der Nachfolge von Heinrich II. Markgraf von Meißen.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Wiprecht der Ältere besaß großväterlicherseits slawische Wurzeln. Die Familie hatte mit dem Vordringen der Slawen nach Westen im 10. Jahrhundert Grundbesitz in der Altmark erlangt. Nach des Vaters Tod wurde Wiprecht von seinem Vormund, Markgraf Udo von Brandenburg, erzogen. Der überzeugte ihn später, die altmärkischen Besitzungen gegen Güter im Süden von Leipzig zu tauschen. Nach der dazu gehörenden Veste Groitsch nannte sich Wiprecht nun Graf von Groitsch (Groitzsch). Er blieb stets bemüht, seinen Besitz zu mehren, stellte sich dafür in den Dienst des Böhmenherzogs Vratislav und kämpfte mit diesem für König Heinrich IV. in Italien. Es ist überliefert, dass Wiprecht bei der Erstürmung Roms im Jahre 1083 als Erster mit seinen 24 Mann die Mauer erklommen habe. Dafür belohnte ihn der Kaiser mit vielen Lehen und Gütern wie z. B. Colditz, Grimma, Laußig, Dornburg und Leisnig.

Durch seine Heirat mit Prinzessin Jutta, Vratislavs Tochter, erhielt Wiprecht Budissin (die Oberlausitz) und Nisan und erbte weitere Güter in Thüringen. In zahlreichen Fehden mit seinen Nachbarn blieb er stets siegreich. Die vielen Kriege veranlassten ihn aber, nach Rom und Campostella zu wallfahren. Auf Verlangen von Papst Urban II. stiftete Wiprecht von 1092 bis 1096 das Kloster Pegau. Mit seiner wachsenden Religiosität entfremdete er sich vom gebannten Heinrich IV. und schloss sich dessen Sohn König Heinrich V. im Kampf gegen den Vater an. Als Gesandter der Mainzer Fürstenversammlung und von Heinrich V. erpresste er vom gefangenen Heinrich IV. zu Böckelheim 1105 die Auslieferung der Reichsinsignien, und er gehörte zu den Gesandten, die Papst Paschalis zur Thronbesteigung von Heinrich V. einluden.

Nach dem Tode seiner ersten Frau Jutta im Jahre 1108 heiratete er die reiche Witwe des Grafen Kuno von Beichlingen. Wiprechts einzige Tochter, Bertha, vermählte sich mit dem Grafen Dedo von Wettin, einem Bruder von Konrad dem Großen. Dadurch entstanden familiäre Bindungen zu den Wettinern, die schließlich auch zum Konflikt mit Heinrich V. führten, besonders als jener 1109 Krieg gegen den Herzog von Böhmen führte. Wiprecht sandte seinen Sohn Wiprecht den Jüngeren zu Hilfe. Der fiel aber in des Kaisers Gefangenschaft und konnte nur gegen Abtretung von Budissin und Nisan, des Schlosses Morungen im Mansfeldischen und Leisnig befreit werden. Als deshalb sein Vater offen gegen den Kaiser auftrat, verband sich der jüngere Wiprecht einige Zeit mit dem Kaiser und half sogar, 1113 seinen Vater in Groitsch zu belagern. Dieser wurde 1114 in Warnstädt vom Grafen Hoyer von Mansfeld überfallen, fiel verwundet in dessen Gewalt und wurde von den Reichsständen in Würzburg zum Tode verurteilt. Der Sohn rettete den Vater durch Übergabe von Groitzsch und anderen Besitzungen an den Kaiser. Schließlich erhoben sich beide Söhne, Wiprecht der Jüngere und Heinrich, gegen den Kaiser, erschlugen Hoyer am 11. Februar 1115, eroberten Groitzsch und erzwangen des Vaters Freilassung. Auch seine Besitzungen erhielt jener zurück.

Als Heinrich II. 1123 starb, verlieh Kaiser Heinrich V. Wiprecht die Mark Meißen. Für 2000 Mark Silber erteilte der Kaiser sogar Wiprecht die Belehnung mit dem Markgraftum Niederlausitz. Konrad der Große besetzte jedoch mithilfe des Herzogs Lothar von Sachsen die Mark Meißen, bevor Wiprecht sein Amt antreten konnte. Die übrigen Besitzungen konnte Wiprecht jedoch behaupten.

Nachdem er sich auf einer Reise durch Feuer verletzt hatte, ging Wiprecht als Mönch in das von ihm gestiftete Kloster zu Pegau. Er starb hier 1124. Seine Besitzungen kamen nach dem Tod seines kinderlosen Sohnes Heinrich (1136) zumeist an die Wettiner.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Weblinks

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