Wilhelm Dietrich von Schleinitz

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Wilhelm Dietrich von Schleinitz (* 21. Februar 1726 in Saalhausen; † 29. Oktober 1792 in Schieritz bei Meißen)[1] war ein königlich-sächsischer Offizier, zuletzt im Rang eines Majors sowie später Hofbeamter im Geheimen Kriegsrat-Kollegium des Königreiches Sachsen, im Rang und mit Titel eines Wirklichen Geheimen Kriegsrates.

[Bearbeiten] Familie

Wilhelm Dietrich von Schleinitz entstammte der Familie von Schleinitz, die zum meißnischen Uradel zählt. Bereits der königlich-böhmische Mundschenk Ulrich von Slynicz soll 1184 dem böhmischen Herrenstand angehört haben. Die ununterbrochene Stammreihe der Familie beginnt um 1290 mit Hermann von Schleinitz.

Wilhelm Dietrich von Schleinitz war der Sohn des königlich-polnischen und kursächsischen Kammerrats sowie Erb-, Lehn- und Gerichtsherrn auf Schieritz und Saalhausen, Hermann Heinrich von Schleinitz (* 28. Mai 1690 auf Schloss Ruhethal zu Mügeln/ Sachsen; † 3. Januar 1772 in Schieritz) und dessen 1721 geheirateter Ehefrau Augusta Charlotte geb. von Kötteritz (* 20. August 1698; † 28. Februar 1729), Tochter des königlich-polnischen und kursächsischen Geheimen Rates und Appellationsgerichtspräsidenten Wolff Siegried von Kötteritz (16581720) und dessen Ehefrau Magdalena Posthuma geb. von Zehmen (1668–1720).

Wilhelm Dietrichs Großvater war der fürstlich-Sachsen-Altenburgische Hof- und Justizrat Hans Heinrich von Schleinitz (16631705) auf Schleinitz bei Lommatzsch, Schieritz und Jahna bei Meißen. Wilhelm Dietrich hatte noch fünf Geschwister, darunter Charlotte Henriette Louise von Schleinitz † 1772), die in zweiter Ehe den sächsischen Obrist-Lieutenant und Hofmeister, Heinrich Gottlob Graf von Langenau (1706)–1772) heiratete.[2]

Wilhelm Dietrich von Schleinitz heiratete in Schieritz am 24. September 1773, am 19. Geburtstag seiner zukünftigen Ehefrau, Johanne Henriette Friederike geb. von Winckelmann (* 24. September 1754; † 4. November 1800 in Dresden), die Tochter des königlich-polnischen und kursächsischen Generalmajors und Kommandeurs der kursächsischen Leibgarde, Christian Friedrich von Winckelmann (* 25. Februar 1704 in Chrieschwitz bei Plauen im Vogtland; † 31. Dezember 1775 in Dresden) und dessen Ehefrau Johanna Friederike Rudolphine von Körbitz (* 2. Januar 1723 in Papstdorf bei Pirna). Wilhelm Dietrich hinterließ bei seinem Tod sieben Kinder, u. a.:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Wilhelm Dietrich von Schleinitz schlug eine militärische Laufbahn ein, in der es bis zum Rang eines Majors befördert wurde. Während des Bayrischen Erbfolgekrieges 1778/79 befehligte von Schleinitz das kursächsische Kommissariat.[4]

1780, im Alter von 54 Jahren, ist von Schleinitz erstmals im "Churfürstlich-Sächsischen Hof- und Staatskalender" als vierter Wirklicher Geheimer Kriegsrat im fünfköpfigen obersten Gremium des Geheimen kursächsischen Kriegsrats-Kollegiums verzeichnet, die ein sogenanntes Votum und Session besaßen. Den Vorsitz im Kriegsratskollegium hatte zu dieser Zeit der als Vizepräsident fungierende kursächsische Generalmajor der Infanterie, Christoph Friedrich von Flemming.[5] 1785, nach dem Tod der beiden Wirklichen Geheimen Kriegsräte Gottlieb August Retzsch und Otto Bernhard von Borcke rückte von Schleinitz zur Nummer 3 im Kollegium auf, hinter Generalmajor von Flemming sowie dem Kriegsrat Christian Wilhelm von Just.[6] Diese Position hatte von Schleinitz noch 1790 inne, dann bereits unter dem Vorsitz des neuen Präsidenten des Geheimen Kriegsrats-Kollegiums und Generalmajors der Infanterie, Wolff Christoph Friedrich von Felgenhauer.[7]

Wilhelm Dietrich von Schleinitz war Besitzer der adligen Rittergüter Schieritz bei Meißen, Saalhausen (heute zur Stadt Freital zugehörig), das nach dem Tod des kursächsischen Kammerherrn Johann Georg von Wolfframsdorff (16791710) durch die Heirat seines Großvaters mit Ida Lucia von Wolfframsdorff (16731730) an seine Familie kam,[8] sowie von Limbach bei Wilsdruff. Er starb Ende Oktober 1792 "an heftigen Schmerzen des Steinkrampfes".[9]

Wilhelm Dietrichs Witwe Johanne heiratete nach dem Tod ihres Mannes, um 1798 den kursächsischen Geheimen Rat, Hof- und Justizrat sowie Konferenzminister Johann Wilhelm Siegmund von Zeschau (17451815) und zog mit der Familie 1794 nach Dresden,[10] wo sie Hausbesitzerin der Häuser Nr. 147, An der Kirche [11] sowie Nr. 282 in der Großen Brüdergasse war.[12] Sie starb 1800 in Dresden.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Nach anderen Quellen (Lausitzisches Magazin 1792) war der Todestag der 24. Oktober 1792
  2. Jährliches genealogisches Handbuch, Zweyter Theil, Digitalisat auf Google Books, S. 260
  3. Amtsblatt der königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin, 1827, Digitalisat auf Google Books, S. 32
  4. Unpartheyische Geschichte des bayerischen Erbfolgekriegs, Leipzig 1780, Digitalisat auf Google Books, S. 157f.
  5. Churfürstlich-Sächsischer Hof- und Staatskalender 1780, Digitalisat auf Google Books, S. 123
  6. Churfürstlich-Sächsischer Hof- und Staatskalender 1785, Digitalisat bei Hathitrust, S. 149
  7. Churfürstlich-Sächsischer Hof- und Staatskalender 1790, Digitalisat auf Google Books, S. 149
  8. Chronik von Oschatz auf www.oschatz-damals.de
  9. Lausitzisches Magazin, oder Sammlung verschiedener Abhandlungen..., 25. Jahrgang, Görlitz 1792, Digitalisat auf Google Books, S. 388: Demnach starb Wilhelm Dietrich von Schleinitz bereits am 24. Oktober 1792.
  10. Friedrich August Schmidt/ Bernhardt Friedrich Voigt: Neuer Nekrolog der Deutschen, Band 10, Teil 1, Ilmenau 1834, Digitalisat auf Google Books, 83. M. Carl Friedrich Bartzsch (17671832), S. 185
  11. Adreß-Kalender Dresden 1797, SLUB, S. 417
  12. Dresdner Adreß-Kalender 1799, SLUB, S. 533

[Bearbeiten] Weblinks

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