VEB Purotex

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ehem. Purotex-Gelände an der Rosenstraße, heute Textilreinigung Bardusch
Blick über das ehem. Purotex-Gelände, Heidestraße 36
Objekt Halleystraße 2

Der VEB Purotex war eine Großwäscherei und chemische Reinigung mit mehreren Betriebsteilen, die vor allem im Dresdner Nordwesten und Westen angesiedelt waren.

Die Hauptstandorte waren:

Annahmestellen befanden sich in Pieschen an der Heidestraße 36 und der Halleystraße 2. An den Standorten Halleystraße, Webergasse und Leipziger Straße 182 gab es Münzreinigungen.

Der Betriebskindergarten befand sich am Trachenberger Platz 2[3]; die Kita besteht noch heute.

[Bearbeiten] Geschichte

Hervorgegangen ist das Unternehmen aus der Paul Märksch AG, die von der Wäschereibesitzerin Alma Märksch gegründet wurde und ab etwa 1907 an der Schandauer Straße 46 bestand. Nach der Zwangsenteignung per Volksentscheid im Jahr 1946 bestand das spätere Unternehmen Purotex aus 82 Beschäftigten und firmierte als Wäscherei der Stadt Dresden. Im Jahr 1957 gehörten dazu das Werk I (Heidestraße 36 inkl. Verwaltung), Werk II (Friedrichstraße 41), Werk III (Halleystraße 2) und eine Außenstelle in der Laurinstraße 1[4]. Die Lehrwerkstatt befand sich in der Maxim-Gorki-Straße 4 und die Betriebstischlerei in der Großenhainer Straße 95.

Im Jahr 1964 ist im Fernsprechbuch noch das Werk IV (Trachauer Straße 2) und Werk V (Postplatz Expreß) zu finden und im gesamten Stadtgebiet von Dresden insgesamt 24 Annahmestellen verzeichnet. Der Oberhemdendienst hat seinen Sitz in der Großen Packhofstraße 1. Parallel dazu bestand bis dahin auch noch die Paul Märksch KG[5].

Betriebsdirektor von Purotex Dresden war ab 1976 der Volkswirtschaftler Dr. Günter Reichert, der anschließend bis 1990 als Kombinatsdirektor vom Textilreinigungskombinat Dresden tätig war. Nach der Privatisierung im Zuge der politischen Wende 1989/90 war er Vorsitzender der Geschäftsleitung der Purotex GmbH Dresden.[6] Der Betrieb lief zunächst als eigenständiges Unternehmen weiter. Ab 1993 gehörte es zur 1993 zur Bardusch-Gruppe, und seit 1998 bildet der Standort Rosenstraße die Bardusch-Niederlassung Dresden.

Das Gelände der ehemaligen chemischen Reinigung an der Friedrichstraße 17 wird im Herbst 2016 dekontaminiert. Der Boden dort ist mit gesundheitsschädlichen leichtflüchtigen halogenierten Kohlenwasserstoffen (LHKW) verseucht. Der schadstoffbelastete Boden wird bis zu einer Tiefe von 14 Metern abgetragen und durch unbelastete Erde ersetzt.[7]

[Bearbeiten] Quellen

  1. Auskunft eines Anwohners
  2. Heiko Weckbrodt: Großbohrer entgiften Purotex-Gelände. In: DNN 1.7.2016, S. 19
  3. Fernsprechbuch Bezirk Dresden 1998, S. 139
  4. Fernsprechbuch Ausgabe Januar 1957, S. 97
  5. Fernsprechbuch Ausgabe Januar 1964, S. 96
  6. http://www.erinnerungsbibliothek-ddr.de/reichert1.htm (Stand: 21.4.2014)
  7. Heiko Weckbrodt: Großbohrer entgiften Purotex-Gelände. In: DNN 1.7.2016, S. 19
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