Tivoli

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Tanzsalon Tivoli

Das Tivoli in Dresden war ein Vergnügungslokal, Tanzpalast und Kino nach französischem Vorbild und bestand von den späten 1870er Jahren bis zum Zweiten Weltkrieg auf der Wettiner Straße 12[1].

[Bearbeiten] Geschichte

Unter einem Tivoli, die in ihrer Entstehungszeit in vielen europäischen Großstädten zu finden waren, verstand man einen Belustigungsgarten, der im Kontext der französischen Revolution breiteren Bevölkerungsschichten den Konsum von Vergnügen ermöglichen sollte. Dabei wurden petites maisons oder folies (kleine Pavillons) angelegt und mit künstlichen Felspartien, Grotten und Statuen etc. ausgestattet. Das erste öffentliche Tivoli öffnete 1795 in Paris.

Das Dresdner Tivoli wurde von der Dresdner Hofbrauhaus AG errichtet und als Tanzpalast mit zwei großen Sälen und diversen Nebenräumen auf vier Stockwerke verteilt[2]. Für den Bau wurde der Spar- und Vorschußverein zu Ostrau bemüht und der erste Restaurateur war ein Herr Helbig, der später das beliebte nach ihm benannte Etablissement an der Elbe führte. Im Parterre befand sich ein nach Prof. Jentsch ausgestattetes und mit ca. 800 Plätzen versehenes Restaurant. Die elektrische Beleuchtung wurde 1888 installiert. Zu den Zeiten der Vogelwiese war das Tivoli mit einem "mobilen" Tanzsalon vertreten und man warb mit seinem großen Pfund, dem Orchester von Kapellmeister Hermann Kage, denn Kage bleibt schließlich Kage.

Dass das Tivoli infolge seiner guten Einrichtung und Bewirtschaftung ein viel und gern besuchtes Etablissement gewesen ist, beweist auch die Buchung der Räume von mehr als 90 Vereinen und Gesellschaften für ihre Stiftungsfeste und andere Vergnügungen innerhalb eines halben Jahres.[3]

[Bearbeiten] Tivoli-Lichtspiele

Laut Carola Zeh[4] fanden seit 1923 Filmvorführungen vermutlich im großen Palais de danse im Tivoli statt, es gab dabei 757 Plätze, davon 45 mit Ranglogenausstattung. Andere Bezeichnungen für die Einrichtung waren Tivoli-Film-Bühne, Alhambra-Lichtspiele (ab 1925), Beckers Bunte Bühne (ab 1928) und dann Tivoli-Lichtspiele (bis 1934) und zuletzt Wettin-Lichtspiele (1940er). Im Treppenhaus befanden sich mehrere goldgerahmte Spiegel, das Foyer und Zwischenfoyer waren mit Korbsesseln und Bildern versehen. Nach einer Erweiterung wies das Kino ab den 1930er Jahren 768 Plätze auf und der Vorführraum wurde in das Ranggeschoss eingebaut[5].

[Bearbeiten] Quellen

  1. Dresdner Adressbücher: 1881 (mikrofiche) | 1892 | 1904 | 1934 | 1941 | 1943/44
  2. Weisser, Jürgen: Zwischen Lustgarten und Lunapark, Herbert Utz Verlag, 1998, S. 72
  3. BRAND, Silvia: Dresdener Bilderbuch 1888, S. 130
  4. Zeh, Carola: Lichtspieltheater in Sachsen - Entwicklung, Dokumentation und Bestandsanalyse (11/2007), S. 194, ISBN 978-3-8300-3166-6
  5. Ott, Teil C, S. 132 und 135 sowie Bundesarchiv R109/I 75: Beschreibung des Inventars
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