Straßenbahnhof Mickten

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Zustand der großen Halle im Jahr 2008
Reste einer Schiebebühne

Der Straßenbahnhof Mickten an der Leipziger Straße entstand 1897 mit dem Bau der meterspurigen Lößnitzbahn nach Radebeul. Bis zu deren Umspurung im Jahr 1930 auf die Stadtspur (1450 mm) war er somit Umsteigepunkt auf die Stadtlinien. In der großen Halle in der Mitte waren die Fahrzeuge der Stadtlinien, zunächst der "Gelben" Gesellschaft, untergebracht, die Fahrzeuge der Lößnitzbahn in einer hölzernen Wagenhalle daneben. 1914 erfolgte eine Erweiterung der Wagenhalle, 1926 konnten 84 Trieb- und 69 Beiwagen in Mickten untergestellt werden. Darüber hinaus gehörten ein Verwaltungsgebäude und mehrere Werkstätten zum Komplex, die nach der Umspurung der Lößnitzbahn auch in deren Hallen eingerichtet und für LKW und Busse genutzt wurde. Insgesamt waren 1480 m Abstellgeleis in der Stadtspur vorhanden.

Eine Besonderheit im täglichen Betriebsablauf stellten die Schiebebühnen dar. Aufgrund der beengten Grundstücksverhältnisse und der Nähe zur Straße war für Weichen kein Platz, sodass die meisten Gleise in der Wagenhalle nur über die Schiebebühne erreichbar waren. Mit dem Einsatz der Tatrawagen wurde dies zum Problem, da bei diesen der Achsabstand länger als die Schiebebühnen selbst war. Mit der Abstellung der letzten zweiachsigen Straßenbahnwagen der Bauart Gotha im Jahr 1992 wurde der Straßenbahnhof geschlossen, auch wenn zum Schluss noch einige Jahre die historischen Wagen dort untergestellt waren. Nach mehrjährigem Leerstand und Verfall konnte der gesamte Komplex schließlich verkauft werden. 2009 wurde in der unter Denkmalschutz stehenden großen Wagenhalle ein Einkaufszentrum eröffnet.

siehe auch: Liste der Betriebshöfe

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