Sophus Ruge

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Sophus Ruge
Straßenschild Rugestraße

Sophus Ruge (* 26. März 1831 in Dorum bei Hannover; † 23. Dezember 1903 in Dresden) war ein Geograph.

Ruge besuchte in Stade das Gymnasium und studierte von 1850 bis 1854 in Göttingen und Halle Theologie, Philologie und Geschichte. Danach verdiente er sich seinen Lebensunterhalt als Hauslehrer und als Lehrer an einer Mädchenschule in Stade. Ab 1859 lehrte Ruge in Dresden, zunächst an der Handelsschule Geographie und Geschichte und ab 1870 an der Annenschule. 1864 promovierte er an der Universität Leipzig zu "Der Chaldäer Seleukos", 1872 habilitierte er sich zum Verhältnis der Erdkunde zu den verwandten Wissenschaften. 1874 wurde Ruge zum ordentlichen Professor für Geographie und Ethnographie am Polytechnikum berufen, wo er besonders die Geschichte der Erdkunde erforschte. Hervorzuheben ist auch das von ihm entwickelte kritische Bild zu Christoph Kolumbus als Forscher und Entdecker. Außerdem verfasste er Berichte zu seinen Reisen und Wanderungen, die er oft mit Ludwig Richter unternahm.

Von 1868 bis 1903 leitete Ruge den Verein für Erdkunde, den er 1863 zusammen mit Karl Andree gegründet hatte. Er war außerdem der Gründer des Gebirgsvereins für die sächsisch-böhmische Schweiz, Mitglied der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft ISIS, Mitglied des Vereins für Sächsische Volkskunde und der Königlichen Kommission für Geschichte. Die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig wählte ihn 1894 zum Mitglied der Philologisch-historischen Klasse, Fachgebiete Geographie und Ethnographie.[1] Zudem war Ruge Mitglied der Loge Zum Goldenen Apfel[2] und des Literarischen Museums.[3] Für seine Verdienste wurde er mit dem Titel Hofrat geehrt.

Ruge wohnte Zirkusstraße 29, dann Ammonstraße 22 und schließlich in Klotzsche in der Martin-Luther-Straße 16.[4] Er soll zudem Eigentümer eines Hauses in der Wolgaster Straße gewesen sein.[5] Ruge fand auf dem Friedhof Klotzsche die letzte Ruhe. Die Rugestraße in der Südvorstadt trägt seinen Namen.

[Bearbeiten] Familie

Ruge verlor seinen Vater, den Arzt Christoph August Ruge, schon als Kleinkind im Alter von drei Jahren. 1858 heiratete er Anna geb. Busse, Tochter des Bevollmächtigten und Sekretärs der Leipzig-Dresdner Eisenbahn Friedrich Busse. Sie hatten zwei Söhne und zwei Töchter. Der Sohn Walther Ruge (1865-1943), ein Geograph und Gymnasialdirektor in Bautzen, führte das Werk des Vaters fort.

[Bearbeiten] Werke

[Bearbeiten] Quellen

  1. Webseite der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig
  2. Kerstin Hagemeier: "Brüder reicht die Hand zum Bunde". SLUB-Kurier 2005, H. 2, S. 9-11
  3. Dirk Hempel: Literarische Vereine in Dresden. Kulturelle Praxis und politische Orientierung des Bürgertums im 19. Jahrhundert. Walter de Gruyter - Max Niemeyer Verlag, Berlin und New York, 2008. (Inhaltsverzeichnis)
  4. Adressbücher der Stadt Dresden, 1868, 1877, 1892, 1902, 1904
  5. Straßen in Klotzsche bei www.dresdner-stadtteile.de

[Bearbeiten] Weblinks

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