Sixtinische Madonna

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Die Sixtinische Madonna

Die Sixtinische Madonna ist das weltberühmte Glanzstück der Dresdner Gemäldegalerie. Im Jahr 2012 erinnert die Stadt an den 500. Geburtstag der Sixtina.

Alles Vergängliche
Ist nur ein Gleichnis!
Das Unzulängliche
Hier wird's Ereignis
Das Unbeschreibliche
Hier ist's getan!

(Carl Gustav Carus, 1867)

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Die Sixtina kommt nach Dresden

Das Werk des italienischen Malers Raffaelo Santi aus den Jahren 1512/1513 hatte seinen Platz hinter dem Hochaltar der Klosterkirche des heiligen Sixtus in Piacenza. 1753/1754 ging es auf Vermittlung des Malers Carlo Giovannini für 20.000 Dukaten in den Besitz von August III. über, der das Bild auf seiner Reise als Kurprinz im Jahre 1711 mit größter Bewunderung gesehen und bereits damals den Entschluss gefasst hatte, es in seinen Besitz zu bringen. Eine Anekdote, die sich an dieses Gemälde knüpft, zeigt, wie August III. als Kunstfreund dachte. Ungeduldig, das lang ersehnte Bild wiederzusehen, ließ er es im Schloss selbst auspacken und aufstellen. Als man es in den Thronsaal gebracht hatte und einen Augenblick zögerte, es im besten Lichte gerade da aufzustellen, wo der königliche Thronsessel stand, schob ihn der König mit eigener Hand beiseite mit den Worten: Platz für den großen Raffael.

[Bearbeiten] Die Sixtina in der kunstgeschichtlichen Rezeption

Das Bild wurde zum Gegenstand einer Auseinandersetzung zwischen Carl Heinrich von Heinecken und Johann Joachim Winckelmann. Heinecken attestierte dem Bild und dem Maler zwar, dass sie verehrungswürdig seien, bemerkte 1769 aber auch aus barocker Sicht: Aber das Kind in dem Dresdnischen Gemälde ist ein gemeines Kind, nach der Natur gezeichnet, welches noch dazu, als Raffael den Entwurf davon gemacht, verdrießlich gewesen. Winckelmann als Wegbereiter des Klassizismus suchte und fand dagegen im Bild eine der Antike verwandte Formensprache.

Die Verehrung der Sixtina nahm ihren Anfang um 1798 in den „Gemälde-Gesprächen“ der Dichter der Romantik um Ludwig Tieck: In beiden Sälen ist nichts ähnliches und unter dem Vortrefflichen nichts Verständlicheres... Es folgten von August Schlegel „Die Madonna in der Herrlichkeit“ und von Sophie Brentano: „Sie steigt empor die Himmelskönigin...“

In seinem selbst in Auftrag gegebenen Büchlein „Betrachtungen und Gedanken vor auserwählten Bildern der Dresdner Galerie“ (1867) tritt der Arzt und Naturwissenschaftler Carl Gustav Carus als Kunst-Erklärer hervor, wobei ihn besonders die Sixtina dazu inspirierte: Es ist nun weit über ein halbes Jahrhundert, daß ich dieses Bild kenne,- seit mehr als fünfzig Jahren, d.h. seit ich Dresden bewohne, sah ich es jedes Jahr oftmals und lange - und doch darf ich wohl sagen: erst seit ein paar Jahren ist mir der volle Begriff dieses außerordentlichen Werkes aufgegangen;. Neben dem Göttlichen und den einzelnen Gestalten des Bildes schreibt er im Kern seiner Betrachtungen vom Grund der ungeheuren Wirkung: Die Einfachheit in der Vielheit seiner Theile, die Symmetrie (welche doch keine vollständige Symmetrie ist) in der allgemeinen Anordnung, und endlich das Visionsartige in der Konzeption des Ganzen, erreicht durch das unbewußte Verlassen der perspektivischen Gesetze.

[Bearbeiten] Jahre im Exil

Die Nazis schlossen die Gemäldegalerie bereits einen Monat vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Die Kunstschätze wurden ausgelagert. Die Sixtina kam in einen stillgelegten Eisenbahntunnel nahe einem Steinbruch bei Großcotta am Rande der Sächsischen Schweiz. 1945 glaubten die Rotarmisten zunächst, eine Kopie in den Händen zu halten. Sie wurde mit weiteren wichtigen Werken als Beutekunst in die Sowjetunion verbracht. Erst 1956 kam sie in die befreundete DDR zurück, seinerzeit ein Ereignis, das die Welt bewegte. Die Sixtina musste aber zunächst für ein halbes Jahr nach Berlin in die Nationalgalerie, ehe sie nach Dresden zurück durfte. Als Vladimir Putin 2005 wegen einer Leihgabe anfragen ließ, handelte er sich eine Absage ein: Einmal Moskau ist genug...

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Weblinks

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