Sigismund von Zeschau

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Balthasar Sigismund von Zeschau (* 27. März 1756 in Drehna, Niederlausitz; † 2. August 1833 auf der Festung Königstein) war ein zuerst kurfürstlich-sächsischer, später königlich-sächsischer Offizier, zuletzt im Rang eines Oberst. Er war Unterkommandant der Festung Königstein sowie Rittergutsbesitzer der Herrschaften Niewerle und Schniebinchen.

[Bearbeiten] Familie

Balthasar Sigismund von Zeschau entstammte der Adelsfamilie von Zeschau, die zum meißnischen Uradel zählt. Die Stammreihe beginnt mit Hans von Tscheschaw (Zeschau) auf Dobritsch, der erstmals 1440 erwähnt wird.

Sigismund von Zeschau war der Sohn des gräflich Brühlschen Amtshauptmannes, Johann Adolph von Zeschau auf Drehne und Niewerle (* 12. November 1714 in Drehna; † 28. November 1790 in Tscheeren/ Triebel/ Westpreußen) und dessen Ehefrau Elisabeth von der Sack aus dem Hause Heinersdorf in Brandenburg (* 24. April 1717; † 16. März 1778 in Drehna). Sigismund von Zeschau hatte noch zwei ältere Brüder und zwei Schwestern.

Sigismund von Zeschau heiratete am 8. November 1789 in Wurzen Christiane Charlotte Sahrer von Sahr (* 14. Dezember 1769 in Dornreichenbach; † 31. Oktober 1843 in Dresden). Das Paar hatte eine Tochter und drei Söhne.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Sigismund von Zeschau wurde auf dem väterlichen Rittergut Drehna bei Pförten in der Niederlausitz geboren. 1770 kam er in die Ritterakademie in Dresden, das spätere Kadettenhaus. Am 1. September 1777 wurde er zum Leutnant im damaligen Blockschen Infanterieregiment ernannt und nahm an den feldzügen in Böhmen und Sachsen teil. 1798 wurde von Zeschau zum Hauptmann und 1806 zum Major befördert. Als Bataillonskommandeur geriet er in diesem Rang in der Schlacht bei Jena in Gefangenschaft.

1808 marschierte von Zeschau mit dem Burgsdorfschen Regiment nach Polen, stand im März 1809 in Warschau und diente dann zwei Jahre in Groß-Glogau. 1811 wurde von Zeschau zum Oberstleutnant im Regiment "Prinz Maximilian" befördert. 1812 wurde er Kommandant der Festung Torgau.

Im September 1813 erhielt Sigismund von Zeschau den Posten des Unterkommandanten der Festung Königstein. In diesem Amt vertrat er später auch den erkrankten Festungskommandeur, Heinrich Ernst August von Warnsdorf. Als während der Napoleonischen Kriege im Frühjahr der Vorrat der Festung Königstein bei der damaligen Belagerung zur Neige ging und ein Fall der Festung drohte, meldete von Zeschau dies dem sächsischen König Friedrich August I.. Dieser schickte seinen Generalleutnant Carl Ludwig Sahrer von Sahr zuerst nach Prag, um dort Geld und später Proviant aufzunehmen, um danach der Festung sowie dem kranken Festungskommandanten von Warnsdorf zu Hilfe zu eilen. Als Warnsdorf starb, übernahm Sahrer von Sahr selbst das Kommando der Festung bis 1823. Sigismund von Zeschau wurde für die Verteigung der Festung Königstein im Juli 1815 zum Oberst befördert.

Am 1. September 1827 feierte von Zeschau seine 50-jährige Dienstzeit als Offizier. Im Spätherbst 1832 erkältete sich von Zeschau bei einer Besichtigung der Festungsgrenzen von Königstein, der sich bis dahin im Alter bei guter Gesundheit befand, von der er sich lange nicht mehr erholte und seitdem geschwollene Füße bekommen hatte. Noch am 1. August 1833 hatte er in seinem Zimmer auf der Festung gelesen und geschrieben, starb aber am darauf folgenden Morgen zwischen 5 und 6 Uhr früh an einem Herzinfarkt. Sigismund von Zeschau hinterließ einen Sohn, eine Tochter und mehrere Enkel. Seine Witwe wohnte zuletzt in Dresden-Neustadt in der dortigen Königstraße 4.[1]

[Bearbeiten] Auszeichnungen

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Adressbuch Dresden 1843, SLUB, S. 326
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