Schloss Übigau

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Vorderansicht des Schlosses 2017
Rückseite mit Biergarten
Vorderansicht des Schlosses 2012

Das Schloss Übigau ist ein Barockschloss im Stadtteil Übigau und liegt stromabwärts der Altstadt am rechten Elbufer neben dem ehemaligen VEB Transformatoren- und Röntgenwerk "Hermann Matern" Dresden (TuR) am Zusammentreffen der Werft- und der Rethelstraße.

Das Schloss Übigau war neben den Schlössern in Pillnitz, Großsedlitz, Moritzburg sowie dem Japanischen Palais der fünfte bedeutende Schlossbau im 18. Jahrhundert. Der sächsische Kabinettsminister und Reichsgraf Jacob Heinrich Graf von Flemming gab das Schloss 1724 in Auftrag. Im gleichen Jahr begann der nach Dresden berufende Festungsbaumeister Eosander von Göthe den Bau an der Elbe. Die Bauarbeiten dauerten etwa zwei Jahre und wurden 1726 abgeschlossen.[1]

Das Schloss wurde von Göthe in zweigeschossiger Bauweise mit neun Achsen Front und vorgelegten offenen Bogenhallen errichtet. Noch kurz vor der Fertigstellung des Schlosses übernahm der sächsische Kurfürst August der Starke den Bau. Zusammen mit dem Schloss wurde die doppelläufige Treppenanlage zur Elbe errichtet. August der Starke plante, das Schloss als Sommersitz zu erweitern und beauftragte nach dem Tod von Göthe Zacharias Longuelune Entwürfe für die Neugestaltung vorzulegen. Die Planungen kamen jedoch nie zur Ausführung. Augusts Sohn, Friedrich August II. hatte kein Interesse an dem abgelegenen Schloss und verschenkte es 1733 an seinen Staatsminister des Auswärtigen und General der Infanterie Aleksander Józef Sułkowski. Als dieser beim sächsischen Kurfürsten in Ungnade fiel, musste Sułkowski das Schloss an die sächsische Krone zurück verkaufen, die aber dafür keine weitere Verwendung hatte. So verwahrloste dieses bauliche Kleinod in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts völlig. Schließlich wurde beim Rückzug der französischen Truppen in den Napoleonischen Befreiungskriegen auch der Rest des Inventars geplündert.

Mitte des 19. Jahrhunderts war das Schloss Übigau unter Johann Andreas Schubert Verwaltungssitz der Maschinenbauanstalt Übigau, die die erste auf deutschem Boden gebaute Lokomotive - die "Saxonia" - herstellte. Um 1900 befand sich das Schloss im Besitz der Dresdner Maschinengesellschaft und Schiffswerft AG, ab 1930 gehörte es zum "Zentralverein für Arbeitersport Dresden 1885 e.V.". Nach der Enteignung durch die Nationalsozialisten nutzte das Gebäude eine Dampfkesselfirma.[2]

Allerdings blieb eine Sanierung des Schlosses zu DDR-Zeiten aus, so dass es wieder verfiel. Seit der politischen Wende steht das Schloss leer. Verschiedene Investoren kauften ab 1993 das Schloss, ohne es jedoch einer Sanierung und anschließender Nutzung überführen zu können. 2005 gründete sich eine Bürgerinitiative zum Erhalt des Übigauer Schlosses, die 2009 ihre Arbeit wieder einstellte. Im gleichen Jahr wurde ein Förderverein gegründet. Der Förderverein versucht mit Veranstaltungen wie Schloss- und Parkfesten vor allem im elbseitig gelegenen Schlosspark Mittel zum Erhalt des Schlosses aufzubringen.

Seit 2010 werden im Schloss an einigen Sommertagen die neuen Folgen der Fernsehsendung "Olaf TV" von und mit Olaf Schubert aufgezeichnet. Ausgestrahlt werden sie dann im Herbst auf 3sat und ZDF Kultur.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Das alte Dresden, Geschichte seiner Bauten, Fritz Löffler, Sachsenverlag Dresden 1958, Seite 65
  2. Schloss Übigau auf dresden-uebigau.de

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

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