Sachsenbad

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Das Sachsenbad heute
Nixe, Relief von Gustav Bach
Neptun, Relief von Gustav Bach

Das Sachsenbad an der Wurzener Straße 18 wurde in den Jahren 1927 bis 1929 unter der Leitung des Stadtbaurates und Architekten Paul Wolf errichtet. Neben einem Schwimmbecken mit einer Wassertiefe bis zu 3,15 Metern erhielt das neue Volksbad auch Wannenbäder, Massage- und Vortragsräume. Auch in Pieschen wurde damit, wie beim Nord- und Hebbelbad, das Ziel verfolgt, die Lebensbedingungen der einfachen Arbeiter zu verbessern. Am 2. November 1929 wurde das Sachsenbad feierlich eingeweiht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, als es im Stadtteil kaum fließend Wasser gab, holten die Anwohner Wasser aus dem Keller des Sachsenbades, wo es einen Brunnen gab.[1] Außerdem gab es hinter dem Sachsenbad eine öffentliche Pumpe, an der man lange nach Wasser anstehen musste.[2]

Nach 1945 wurde das Sachsenbad anstelle des zerstörten Postscheckamtes für diese Zwecke genutzt und konnte am 4. Oktober 1948 als Schwimmbad wiedereröffnet werden[3].

1994 wurde das Bad aufgrund der notwendigen Sanierung geschlossen, die bis heute nicht erfolgt ist. Laut DresdenFernsehen vom 20. November 2007 möchte die Stadt für das Sachsenbad Fördermittel beantragen. Die SPD-Stadträtin Sabine Friedel sprach sich dafür aus, das Projekt im Stadthaushalt für 2009 zu verankern. Damals wurden für die Sanierung vier Millionen Euro vorgesehen.

Das soziokulturelle Projekt "Metropole Pieschen" startete im Sommer 2008 eine Aktion, um auf das verfallende Sachsenbad aufmerksam zu machen und es wiederzubeleben: Sämtliche Fenster des grauen Gebäudes wurden mit farbigen Handtüchern verhängt.

2009 wurden 150.000,-€ für Planungsarbeiten zur Verfügung gestellt. In der im Sommer 2010 vorgestellten Studie sind zwei Versionen dargestellt, wobei bei der ersteren die historischen Formen des Bades nachempfunden bei der zweiten komplett erhalten werden. Entstehen soll jeweils zwei Schwimmbecken und eine Sauna. Vision eins kostet demnach 16,4 Mio €, Vision zwei 17 Mio €. Geld was zurzeit nicht zu Verfügung steht. Hoffen lässt dass die Studie zum Schluss kommt, dass die Betriebskosten von 1,66 Mio € sich fast mit den Einnahmen von 1,63 Mio € decken werden. [4]

Nachdem im Februar 2011 ein elfjähriges Mädchen tödlich beim Spielen in der Ruine des Sachsenbades verunglückte, indem es durch die Oberlichter ins Becken stürzte, wird wieder laut über den Abriss der Ruine nachgedacht. Laut Sportbürgermeister Winfried Lehmann wären für die veranschlagten 17 Mio € drei Neubauschwimmhallen mit 25m-Bahnen zu realisieren.[5] Die Interessengemeinschaft für den Erhalt des Sachsenbades lehnt einen Abriss ab und wirft Lehmann vor, die Sanierung so lange hinaus zu zögern bis sie nicht mehr wirtschaftlich möglich ist.[6] In einer aktuellen Fragestunde des Stadtrats (November 2012) bremst Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann jedoch die Hoffnungen auf eine baldige Sanierung[7].

Ein neues neun Millionen Euro umfassendes Förderprogramm das den Dresdner Nordwesten attraktiver machen soll, berücksichtigt auch das Sachsenbad. Allerdings muss dafür noch ein Finanzierungskonzept erarbeitet werden[8].

[Bearbeiten] Quellen

  1. Johannes Weirauch in: Cäcilia Dietze: Heimat in Dresden-Pieschen 1930-1950. Zeitzeugenfilm, 2013.
  2. Liselotte Geppert in: Cäcilia Dietze: Heimat in Dresden-Pieschen 1930-1950. Zeitzeugenfilm, 2013.
  3. Dresdner Heft 55: Vom Elbeschwimmen zum Spitzensport von Werner Fritzsche
  4. Denni Klein: Neue Visionen für Dresdens Sachsenbad SZ vom 23. August 2010
  5. Denni Klein: Stadt will das Sachsenbad abreißen SZ vom 15. Februar 2011
  6. Denni Klein: Gibt es jetzt ein neues Sachsenbad? SZ vom 16. Februar 2011
  7. Dorothea Becker, Bürgerinitiative "Endlich Wasser ins Sachsenbad" in der SZ vom 28.11.2012, S. 10
  8. Kathrin Kupka-Hahn: Neue Chance für das Sachsenbad SZ-online vom 28.04.2015

[Bearbeiten] Weblinks

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