Pinguin-Café

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Das „Pinguin-Café“ befand sich von 1973 bis 2017 im östlichen Zipfel des Zoo-Geländes.

Der Flachbau mit dem Glaskörper und dem markant gezackten Dach wurde am 14. Juli 1973 eröffnet. Er bot knapp 50 Plätze im Gebäude und etwa 200 Plätze auf der Terrasse. Geplant hat den Pavillon Erich Lippmann (19061969). Im Inneren hatte der Diplomgrafiker (Gerhard?) Papstein einen 20 Meter langen Wandfries geschaffen, der Pinguine am Südpol zeigte. Eine Aluminiumarbeit vom Helmut Schmitt diente als Raumteiler. Irma Gröne leitete das Pinguin-Café, das seinen Namen der benachbarten Pinguin-Anlage verdankte, die drei Jahre zuvor eröffnet worden war. Die Einrichtung des Cafés war eines der letzten Projekte, das Zoodirektor Wolfgang Ullrich angestoßen hatte. Das Gebäude war kein Neubau, sondern hatte 1969 bereits während der Ausstellung „Kämpfer und Sieger“ anlässlich des 20. Jahrestages der DDR in Berlin als Boulevardcafé gedient. Beim Wiederaufbau wurde es leicht abgewandelt, um auf die Bedürfnisse des Zoos zu passen.

In den 1970er Jahren versorgten insgesamt 15 Angestellte die Zoobesucher gastronomisch: in der Gaststätte am Zoo-Eingang, im neuen Pinguin-Café, am Eisstand, an mehreren Kiosken und der „Limonaden-Feuerwehr“. Gerhard Gröne leitete die gastronomischen Einrichtungen[1] mit ihren mehr als 1000 Plätzen.

Von 1991 an bis Ende Oktober 2015 betrieben Uta Voigt und Renate Hartung das Café. Die Frauen schlossen die Einrichtung, weil sie beide in Rente gingen.

Da das Pinguin-Café in einem schlechten baulichen Zustand war, wollte der Zoo es abreißen lassen und durch einen Neubau ersetzen. Auch dieses Café will der Zoo wieder an einen externen Betreiber verpachten, wahrscheinlich an die Elbezeit GmbH, die bereits die Elbedampfer und Bistros im Flughafen gastronomisch versorgt.[2]

Das Netzwerk „Ostmodern.org“ setzte sich dafür ein, den Café-Pavillon zu erhalten und an einem anderen Standort wieder aufzubauen. Obwohl das Landesamt für Denkmalschutz (obere Denkmalschutzbehörde) das Pinguin-Café nicht als Kulturdenkmal einstufte, bemühte sich das Dresdner Amt für Kultur und Denkmalschutz (untere Denkmalschutzbehörde) dennoch, das Gebäude als Zeugnis der Dresdner Nachkriegsmoderne zu bewahren. Das Amt beauftragte eine Machbarkeitsstudie für einen erhaltenden Rückbau beim Institut für Baukonstruktion an der TU Dresden (Projektarbeit von Maria Magdalena Lichtblau, betreut von Prof. Dr. Thomas Naumann und Dipl.-Ing. Sebastian Horn). Auf dieser Grundlage beschloss der Stadtrat am 26. Januar 2017, 40.000 Euro für den Rückbau und den Transport ins Lapidarium zur Verfügung zu stellen.

Im März 2017 wurde das Pinguin-Café entkernt und auseinandergenommen.[3] Wesentliche Bauteile wie die Stahlkonstruktion, ein Element der Dachschalung, ein originaler Raumteiler und Waschbetonplatten der Außenanlage wurden im Lapidarium eingelagert.[4]

[Bearbeiten] Quellen

  1. Rolf Freudenberg: Die Fünfzehn vom „Stamm“. In: SZ 23./24.6.1973
  2. Juliane Richter: Dampfer-Gastronomie wird im Zoo aktiv. In: SZ 23.10.2015
  3. https://www.tag24.de/nachrichten/der-hammer-hier-geht-s-dem-pinguin-caf-an-die-innereien-dresdner-zoo-225316
  4. Pressemitteilung der Stadt Dresden, 17.3.2017
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