Pillnitzer Kamelie

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Die Kamelie im Schloßpark Pillnitz. Im Vordergrund eine der Schienen für das Winterhaus

Die Pillnitzer Kamelie gehört mit ihrem Alter von über 220 Jahren zu den ältesten Kamelien in Europa. Ihre Höhe beträgt etwa 8,60m und der Kronendurchmesser hat stattliche 11m erreicht. Während der Blüte von Mitte Februar bis April können bis zu 35000 duftlose Blüten in karminroter Farbe bewundert werden. Eine Besonderheit ist das auf Schienen fahrbare Winterschutzhaus.

Vermutlich kam die Pflanze zwischen 1780 und 1790 nach Pillnitz. Die Herkunft und das Alter konnten aber bis heute nicht zweifelsfrei bestimmt werden. Der Überlieferung nach ist die Pillnitzer Kamelie eines von vier Exemplaren der Art Camellia japonica, welche der schwedische Botaniker Carl Peter Thunberg von seiner Japanreise (1775-1778) nach Kew Gardens bei London mitbrachte. Während eine Pflanze in den königlich botanischen Gärten bei Kew verblieb, wurden die anderen nach Herrenhausen bei Hannover, Schönbrunn bei Wien sowie an den Dresdner Hof weitergereicht. Durch genetische Untersuchungen wurde diese "Legende" aber mittlerweile durch das Institut für Botanik an der TU Dresden widerlegt[1].

Bereits 1801 wurde die Kamelie durch Carl Adolph Terschek, den späteren Hofgärtner, an der Stelle im Schlosspark ausgepflanzt, an der sie noch heute steht. Die anfängliche Abdeckung mit Stroh- und Bastmatten ersetzte man später durch beheizte Holzhäuser, die für die Überwinterung auf- und abgebaut wurden. Im Januar 1905 kam es zu einem Brand des Schutzhauses. Durch die damalige Temperatur von minus 20º Celsius gefror das Löschwasser und bildete so eine schützende Eisschicht auf Ästen und Blättern. Zur allgemeinen Verwunderung trieb die Pflanze im folgenden Frühjahr wieder aus.

Das heutige, erstmals fahrbare, Winterhaus wurde 1992 eingeweiht. Bei geregelter Belüftung und Luftfeuchte sowie Temperaturen von 4-6°C ist die Kamelie von Oktober bis Mai vor den kalten Witterungsbedingungen geschützt. Das 54 Tonnen schwere Haus ist 13,2 Meter hoch und umfasst einen Luftraum von 1864m³. Während der warmen Jahreszeit wird es auf Schienen neben die Kamelie gerollt. Es kann von Anfang Januar bis Mitte April gegen Gebühr betreten werden und bietet dann die Möglichkeit, die Pflanze und ihre Blütenfülle in verschiedenen Höhen aus der Nähe zu betrachten.

In der Pillnitzer Schlossküche besteht die Möglichkeit, einen Ableger der Pillnitzer Kamelie zu erwerben. Das Stadtwiki Dresden nutzte vom 10. Juni bis zum 13. November 2006 eine Pillnitzer Kamelienblüte als Übergangslogo.

[Bearbeiten] Quellen

  1. Catrin Steinbach: Erbgut der Pillnitzer Kamelie entschlüsselt, DNN vom 8. März 2016

[Bearbeiten] Weblinks

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