Paul von Hingst

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Johann Paul Friedrich von Hingst (* nach September 1846 in Machern bei Wurzen; † 16. September 1919 in Dresden) war ein königlich-sächsischer Offizier, zuletzt im Rang eines Generalleutnants, Generaladjutant des sächsischen Königs Albert sowie königlich-sächsischer Intendanturrat.

[Bearbeiten] Familie

Johann Paul Friedrich Hingst entstammte der Macherner Familie Hingst. Er heiratete am 20. November 1873 [1] Auguste Louise Eveline von Abendroth (* 15. Juni 1850 in Dresden; † nach 1943/44),[2] die Tochter des sächsischen Generalleutnants und Militärschiftstellers, Heinrich von Abendroth (18191880) und dessen Ehefrau Ida Freiin von Lichtenstein. Paul und Eveline von Hingst hatten vier Kinder:

Nach der Erhebung in den Adelsstand am 11. September 1903 führten die Familienmitglieder ab 1904 den Nachnamen „von Hingst“.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

1863 trat Paul Hingst als Kadett in die königlich-sächsische Armee ein und kam damit erstmals nach Dresden, wo er im Kadettenhaus ausgebildet wurde. Am 1. April 1864 wurde Hingst zum Fähnrich und am 1. April 1865 zum Leutnant ernannt. Hingst ist erstmals 1867 im Dresdner Adressbuch als Offizier im 16. Infanterie-Bataillon verzeichnet und wohnte zu dieser Zeit Im Erdgeschoss in der Struvestraße 28.[15] Im gleichen Jahr kam er zum 2. Grenadier-Regiment.

Am 7. April 1868 wurde Hingst nach Berlin versetzt, wo er in den Militärlisten bis zum 1871 verzeichnet ist. Hingst nahm am Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 teil und wurde dafür mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. 1871 kehrte er, mittlerweile im Rang eines Premierlieutenants nach Dresden zurück, wo er ins königlich-sächsische Leib-Grenadier-Regiment Nr. 100 versetzt wurde. Gleichzeitig zog er in die Große Meißner Straße 5.[16] 1872 wurde Hingst Brigadeadjutant im königlichen Leibregiment und zog in eine Erdgeschosswohnung in der Birkengasse 6a.[17]

Am 30. Mai 1873 wurde Hingst zum Hauptmann befördert. Im gleichen Jahr zog er in die Theresienstraße 10.[18] Ostern 1875 zog er in die Weintraubenstraße 1.[19] Im gleichen Jahr wurde Hingst zur königlichen Intendantur im sächsischen Kriegsministerium versetzt und dort in den Rang eines Intendanturrates erhoben.[20] Im Kriegsministerium blieb er bis 1884. 1879 zog er in die Antonstraße 16.[21]

Am 17. September 1882 wurde Hingst zum Major befördert.[22] Ab 1886, mittlerweile als Stabsoffizier in den königlichen Generalstab versetzt, wohnte er in der Königsbrücker Straße 27.[23] Nach einem weiteren Aufenthalt in Berlin, ging Hingst wieder zurück nach Dresden, wurde am 22. Juni 1888 zum Oberstleutnant befördert und diente als Bataillonskommandeur im 1. königlich-sächsische Leib-Grenadier-Regiment Nr. 100. 1889 zog er in die Jägerstraße 6.[24] Mit Beginn des Jahres 1892 wurde Paul Hingst zum Kommandeur des 2. Grenadier-Regiments Nr. 101 ernannt. In dieser Dienststellung erfolgte am 24. Januar 1892 seine Beförderung zum Oberst. Im gleichen Jahr zog er in die Schillerstraße 39.[25]

Am 30. März 1896 wurde Paul Hingst zum Generalmajor ernannt und à la suite des sächsischen Königs Albert gestellt. 1897 zog er in die Albrechtstraße 9.[26] Ab 1899 war Hingst Generaladjutant des sächsischen Königs. In diesem Amt wurde er am 18. April 1899 zum Generalleutnant befördert. Damit durften er und seine Ehefrau den Ehrentitel „Exzellenz“ tragen. Außerdem zog er in die Arndtstraße 3.[27]

Am 29. März 1900 übernahm Paul Hingst die Führung der 3. königlich-sächsischen Division Nr. 32 von seinem Vorgänger Max Freiherr von Hausen (18461922), dem späteren sächsischen Kriegsminister und Vorsitzendem des Gesamtministeriums. Hingst blieb Kommandeur dieses sächsischen Großverbandes bis April 1903 und übergab am 17. April das Kommando an Georg von Stieglitz (18481912).[28]

Am 17. April 1903 wurde Paul Hingst pensioniert und im Rang eines Generals der Infanterie z.D. (zur Disposition) in den vorläufigen Ruhestand versetzt. Außerdem zog er in die Königstraße 23,[29] wo sich damals das Johannesbad des Badebesitzers Carl Hermann Häcker befand und auch seine Schwiegermutter Ida von Abendroth – wie Hingst selbst – im zweiten Obergeschoss wohnte.[30] Im gleichen Jahr wurde er vom sächsischen König in den erblichen Adelsstand erhoben. 1908 wohnte er in die Elisenstraße 9, wo er mit seiner Ehefrau bis zuletzt wohnte.[31]

Am 12. Dezember 1914 erhielt von Hingst noch einen Brief von Paul von Hindenburg (18471934)[32] Von Hingst starb im Alter von 72 Jahren.

[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Heinrich von Abendroth, Königl. Sächs. Generallieutenant – Ein Lebens- und Charakterbild für seine Familie und seine Freunde, Gustav von Schubert, Dresden 1881, Digitalisat der SLUB Dresden
  2. Noch verzeichnet im Adressbuch Dresden 1943/44, SLUB, S. 435
  3. Letztmalig im Adressbuch Dresden 1929, SLUB, S. 420. Seine Witwe Elisabeth Pauline Ottilie von Hingst ist ab dem Folgejahr als Witwe verzeichnet.
  4. Adressbuch Dresden 1921, SLUB, S. 379
  5. Letztmalig im Adressbuch Dresden 1930, SLUB, S. 457. Seine Witwe Agnes Luise Emilie von Hingst-Lichtenstein ist ab dem Folgejahr als Witwe verzeichnet.
  6. Adressbuch Dresden 1897, SLUB, S. 244
  7. Adressbuch Dresden 1901, SLUB, S. 370
  8. Adressbuch Dresden 1903, SLUB, S. 398
  9. Adressbuch Dresden 1905, SLUB, S. 461
  10. Adressbuch Dresden 1912, SLUB, S. 482
  11. Adressbuch Dresden 1918, SLUB, S. 376
  12. Noch verzeichnet im Adressbuch Dresden 1943/44, SLUB, S. 435
  13. Adressbuch Dresden 1909, SLUB, S. 461
  14. genealogische Daten aus ancestry
  15. Adressbuch Dresden 1867, SLUB, S. 135
  16. Adressbuch Dresden 1872, SLUB, S. 144
  17. Adressbuch Dresden 1873, SLUB, S. 151
  18. Adressbuch Dresden 1874, SLUB, S. 157
  19. Adressbuch Dresden 1875, SLUB, S. 163
  20. Adressbuch Dresden 1876, SLUB, S. 168
  21. Adressbuch Dresden 1880, SLUB, S. 191
  22. Adressbuch Dresden 1883, SLUB, S. 184
  23. Adressbuch Dresden 1887, SLUB, S. 231
  24. Adressbuch Dresden 1890, SLUB, S. 265
  25. Adressbuch Dresden 1893, SLUB, S. 39
  26. Adressbuch Dresden 1898, SLUB, S. 275
  27. Adressbuch Dresden 1900, SLUB, S. 349
  28. 32. Division (Alte Armee) in GenWiki
  29. Adressbuch Dresden 1904, SLUB, S. 458
  30. Häuserbuch Dresden 1904, SLUB, S. 1511
  31. Letztmalig im Adressbuch Dresden 1919, SLUB, S. 363
  32. Datensatz im Kalliope-Verbund

[Bearbeiten] Weblinks

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