Otto I.

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Otto I.
Karte zur von Otto I. gegründeten Ostmark

Otto I. (* 23. November 912; † 7. Mai 973 in Memleben), auch der Große genannt, aus dem Geschlecht der Liudolfinger war ab 936 König des Ostfrankenreiches und ab 962 römisch-deutscher Kaiser. Durch die Annexion großer Teile Italiens entstand das Heilige Römische Reich Deutscher Nation.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Otto wurde, gegen die Ansprüche seines älteren Bruders Dankmar, schon zu Lebzeiten seines Vaters, König Heinrich I., zum deutschen König gewählt und, als der zweite aus der sächsischen Linie, 936 in Aachen gekrönt. Schon ein Jahr nach Beginn seiner Regentschaft traf Otto I. eine weitreichende Entscheidung. 937 legte er in den eroberten östlichen Gebieten die dortigen Gaue, darunter Nisan (um Dresden), Daleminzi (um Meißen) sowie Milska (um Bautzen), zur Ostmark zusammen. Gero berief er zum Markgrafen. In Kämpfen gegen die Söhne des Herzogs Arnulf von Bayern und Herzog Eberhard von Franken, welcher von Ottos Brüdern Dankmar und Heinrich und von seinem Schwager Giselbert von Lothringen unterstützt wurde, blieb er bis 939 siegreich.

Eine wichtige Stütze der Macht Ottos stellte die Geistlichkeit dar. Im Reichskirchensystem seit Karl dem Großen entschied der König, wer Bischof werden durfte (Investitur). Der König wurde selbst wie ein Priester gesalbt und gebot sogar über den Papst. Die loyale Geistlichkeit unterstützte den König, auch mit Kriegern, im Streit mit dem Hochadel, der größere Selbstständigkeit beanspruchte. Dafür erhielten die Bischöfe mehr Einfluss und vor allem Land.[1]

950 unterwarf Otto I. nach vierzehnjährigem Kampf Herzog Boleslav I. von Böhmen und zwang den Dänenkönig Harald sein Land als deutsches Lehen zu nehmen. Zur Befestigung der deutschen Macht ließ er unter den unterworfenen heidnischen Völkern das Christentum ausbreiten und gründete bei ihnen Bistümer. 951 zog er nach Italien, wo er Berengar II. besiegte und mit der Hand der Adelheid, Witwe des Königs Lothar, das lombardische Königreich erhielt. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland brach ein Aufstand gegen ihn aus, angefacht durch seinen Sohn Ludolf, Herzog von Schwaben, welcher sich mit Konrad von Lothringen verband und sogar die Ungarn zu Hilfe rief. Aber Otto besiegte seinen Sohn 954 und vertrieb die Ungarn durch seinen Sieg auf dem Lechfelde am 10. August 955 für immer aus Deutschland. In Bautzen ließ er um 958 die Ortenburg als Grenzburg errichten.[2] 961 zog Otto I. wieder über die Alpen, wurde als König von Italien und dann am 2. Februar 962 vom Papst Johann XII. in Rom als Kaiser gekrönt. Trotzdem ließ er diesen Papst, der ihm treubrüchig geworden war und sich mit Rebellen verbunden hatte, 963 absetzen und Leo VII. und, nach dessen Tode 965, Johann XIII. wählen.

Gero, der Markgraf der Ostmark, drang 963 über die Oder hinaus vor und zwang Polen zur Anerkennung der deutschen Oberhoheit und zur Tributzahlung. Nachdem er 965 gestorben war, wurde die Ostmark durch Otto I. aufgeteilt. Der südliche Teil, ungefähr im Bereich des heutigen Sachsens gelegen, bildete die Mark Meißen. Als ersten Markgrafen bestellte Otto Wigbert. Merseburg ging an Günther. Den Markgrafen oblag die Verteidigung der Grenzen, der Oberbefehl der Truppen und die Gerichtsbarkeit im eroberten Land, während die Besatzung der Burg Meißen unter die Befehlsgewalt der Burggrafen als Vertreter des Kaisers gestellt wurde. 968 stiftete Otto I. mit Zustimmung des Papstes das Bistum Meißen mit dem Hochstift Meißen. Zum ersten Bischof wurde der Mönch Burchard aus dem Magdeburger Johanniskloster ernannt. Sowohl die Burggrafen, die Markgrafen als auch die Bischöfe residierten auf engstem Raum auf dem Meißner Burgberg.

Otto I. wurde in dem von ihm gegründeten Dom zu Magdeburg beigesetzt. Sein Sohn Otto II. folgte ihm auf dem Thron.

[Bearbeiten] Familie

Otto I., der Große, war ein Sohn von König Heinrich I. und dessen zweiter Gemahlin Mathilde. Er hatte zwei Brüder, Dankmar und Heinrich.

Otto war vermählt mit Editha, Tochter des Königs Eduard von England, und in zweiter Ehe mit Adelheid, Tochter des Königs Rudolf II. von Burgund und Witwe des Königs Lothar von Italien. Seine Kinder waren aus erster Ehe: Ludolf, Herzog von Schwaben; Luitgarde, Gemahlin Konrads von Lothringen; aus zweiter Ehe: Otto II., Heinrich und Bruno, Adelheid und Mathilde.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Siegfried Epperlein: Der Gang nach Canossa. illustrierte historische hefte, H. 11, Deutscher Verlag der Wissenschaften, 1978
  2. Ortenburg auf bautzen.de

[Bearbeiten] Weblinks

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