Oswald Rudolf von Carlowitz

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Oswald Rudolf von Carlowitz, auch Oswald Rudolph von Carlowitz (* 20. Januar 1825 in Falkenhain; † 24. April 1903 in Dresden) war ein Königlich Sächsischer Offizier, zuletzt im Rang eines Generals der Kavallerie und ehemaliger Generaladjutant des Königs von Sachsen Albert von Sachsen.

[Bearbeiten] Familie

Oswald Rudolf von Carlowitz entstammte der Adelsfamilie von Carlowitz, die zum Meißnischen Uradel zählt, seit 1311 im Lehensverhältnis mit den Burggrafen von Dohna stand und erstmals mit Otto von Karlwiz in einer Urkunde vom 23. November 1311 erwähnt wird. Die ununterbrochene Stammreihe beginnt mit Hans von Carlowitz (urkundliche Erwähnung 1375, † vor 1403).

Oswald Rudolfs Eltern waren der königlich-sächsische Major a.D. Hans Adolph Heinrich Job von Carlowitz (* 9. Juli 1787 in Großhartmannsdorf; † 16. Januar 1865 in Falkenhain), Stammvater des Falkenhainer Zweiges der Adelsfamilie und dessen 1812 geheiratete Ehefrau, Auguste von Reitzenstein (* 14. Januar 1795 in Annaburg; † 5. November 1870 in Eulenfeld), Tochter des königlich-sächsischen Oberforstmeisters Georg Christoph von Reitzenstein und der Maria Anna Sophia von Oppel.

Oswald Rudolfs Großvater war der kursächsische Kreiskommissar und Herr auf Liebstadt, Hans Carl August von Carlowitz (17271793). Oswald Rudolf hatte noch folgende Geschwister:

Oswald Rudolf von Carlowitz heiratete am 8. Oktober 1858 in Ragewitz bei Oschatz Anna Freiin von Ferber (* 20. Oktober 1838 in Dresden; † 20. Oktober 1926 in Ragewitz), Erbin auf Ragewitz und Grubnitz und Tochter von Viktor Freiherr von Ferber (18091897) und Rosalie Freiin von Pfister (18161868). Das Paar hatte sechs Kinder, von denen drei im Kindesalter starben:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Oswald Rudolf von Carlowitz besuchte das königlich-sächsische Kadettenhaus in der Dresdner Neustadt. Im Alter von nur 19 Jahren, 1844 wurde er zum Leutnant ernannt und ist erstmals im Dresdner Adressbuch von 1845 als Offizier in der Neustädter Reiter-Kaserne verzeichnet.[1] 1855, mittlerweile Oberleutnant im III. sächsischen Reiterregiment wohnte von Carlowitz in der Großen Meißner Gasse 7.[2] Im gleichen Jahr wurde von Carlowitz Generalstabsoffizier, noch im Dienstrang eines Oberleutnants,[3] wurde dann aber 1856 zum Rittmeister (vergleichbar mit dem Dienstrang eines Hauptmannes) befördert.[4] 1858 zog er an den Kohlmarkt 1 in Dresden um.[5]

1862 ist Oswald Rudolf von Carlowitz erstmals im Dresdner Adressbuch als Adjutant des damaligen Kronprinzen Albert, wohnhaft in der Stallstraße 1, verzeichnet.[6] 1866 zum Major befördert, war von Carlowitz bereits 1868 als Oberstleutnant Chef des Generalstabes der königlichen Armee und wohnte in der Carolastraße 9.[7] 1869, im Alter von 44 Jahren zum Oberst befördert,[8] wurde von Carlowitz im Jahr darauf mit Beginn des Deutsch-Französischen Krieges Kommandeur des königlich-sächsischen Garde-Reiteregiments.[9]

1872 wurde Oswald Rudolf von Carlowitz zum Generalmajor ernannt. In diesem Rang übernahm er zugleich als Kommandeur die 1. sächsische Kavallerie-Brigade Nr. 23.[10] 1880 wurde von Carlowitz zum Generalleutnant á la suite des Gardereiterregiments befördert, womit er und seine Ehefrau den Ehrentitel „Exzellenz“ führen durften. Gleichzeitig wurde er Generaladjutant des seit 1873 regierenden Königs Albert, dessen Adjutant er bereits knapp 20 Jahre früher war, als Albert noch Kronprinz unter König Johann war. Mittlerweile war von Carlowitz in eine Wohnung im zweiten Obergeschoss in der Lüttichaustraße 2 umgezogen.[11] 1889 wurde von Carlowitz zum General der Kavallerie, dem zweithöchsten Generalsrang befördert.[12]

Am 30. April 1890 kehrte Oswald Rudolf von Carlowitz von einer sechswöchigen Reise mit König Albert aus der italienischen Riviera zurück und nahm seinen Abschied aus dem aktiven Militärdienst. Vom König erhielt er zum Abschied ein Gemälde mit dessen lebensgroßem Portrait. Danach zog sich von Carlowitz auf seine Rittergüter in Ober- und Unternitzschka zurück, die er kurz vorher von seinem Neffen Hans Adolf Reiner von Carlowitz (18711934) abgekauft hatte.[13][14] Er wohnte in den folgenden Jahren hauptsächlich im Herrenhaus Obernitzschka bei Wurzen.

Oswald Rudolf von Carlowitz kehrte 1896 zurück nach Dresden in die Zinzendorfstraße 9,[15] zog aber 1900 in die Eliasstraße 8.[16] Zuletzt wohnte er in der Reichenbachstraße 11,[17] wohin er 1902 gezogen war und wurde auf dem Johannisfriedhof in Tolkewitz beerdigt. Im Laufe seiner Militärzeit erhielt er eine Vielzahl von in- und ausländischen Orden und Auszeichnungen, darunter 16 verschiedene Großkreuze.

Seine Witwe Anna von Carlowitz wohnte anfangs nach dem Tod ihres Ehemannes weiter in der Wohnung in der Reichenbachstraße,[18] zog aber in ihren letzten Lebensjahren auf ihr Rittergut in Ragewitz bei Oschatz.

[Bearbeiten] Werke (Auswahl)

[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)

weiterhin mit bzw. nach seiner Pensionierung:

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Adressbuch Dresden 1845, SLUB, S. 45
  2. Adressbuch Dresden 1855, SLUB, S. 39
  3. Adressbuch Dresden 1856, SLUB, S. 39
  4. Adressbuch Dresden 1857, SLUB, S. 45
  5. Adressbuch Dresden 1859, SLUB, S. 36
  6. Adressbuch Dresden 1863, SLUB, S. 56
  7. Adressbuch Dresden 1868, SLUB, S. 60
  8. Adressbuch Dresden 1870, SLUB, S. 56
  9. Adressbuch Dresden 1871, SLUB, S. 58
  10. Adressbuch Dresden 1873, SLUB, S. 61
  11. Adressbuch Dresden 1881, SLUB, S. 82
  12. Adressbuch Dresden 1890, SLUB, S. 102
  13. Herrenhaus Obernitzschka im Schloss-Katalog
  14. Herrenhaus Unternitzschka im Schloss-Katalog
  15. Adressbuch Dresden 1897, SLUB, S. 104
  16. Adressbuch Dresden 1901, SLUB, S. 191
  17. Adressbuch Dresden 1903, SLUB, S. 205
  18. Adressbuch Dresden 1904, SLUB, S. 229

[Bearbeiten] Weblinks

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