Niedrigwasser

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Niedrigwasser an der Augustusbrücke 1904

Lang anhaltende Trockenperioden sorgten in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder für extremes Niedrigwasser der Elbe. Der Wassermangel schränkte den Schiffsverkehr auf dem Fluss beträchtlich ein oder machte ihn unmöglich. Gleichzeitig gestattete er Elbquerungen ohne Brücken, ungewöhnliche Freizeitbeschäftigungen und gänzlich neue Sichten auf die Stadt. Dresdner und Touristen spazierten, picknickten und spielten im ausgetrockneten Flussbett oder suchten Schätze. Zum Teil sollen Boote auf Räder gesetzt worden und durchs Flussbett gezogen worden sein. Da die Fahrrinne für die Schiffe noch nicht so breit und tief war wie heute, konnte man durch das verbleibende Rinnsal in der Mitte des Flussbettes ans andere Ufer waten. Heute ist das lebensgefährlich, da die Fahrrinne mehrfach ausgebaggert und verbreitert wurde und das Wasser daher auch bei Niedrigwasser eine starke Strömung hat.[1] Gewässerexperten vergleichen daher die Durchflussmengen des Elbwassers: Normal sind heute etwa 340 Kubikmeter pro Sekunde, im August 2015 waren es rund 66, beim Niedrigwasser 1964 nur 56 Kubikmeter.[2]

Unter dem fehlenden Wasser litt auch die Landwirtschaft: Die Ernten fielen spärlich aus oder wurden völlig vernichtet. An die folgenden Hungersnöte erinnern sogenannte Hungersteine, die an verschiedenen Stellen im Fluss liegen. Sie sind nur bei extremem Niedrigwasser zu sehen.

[Bearbeiten] Jahre mit starkem Niedrigwasser

1630 | 1782 | 1790 | 1842 | 1858 | 1863 | 1868 | 1873 | 1904 | 1911 | 1947 (August) | 1952 | 1954 (Januar) | 1963 | 1964 (Anfang August) | 2003 | 2015 (Juli/August) | 2018 (Juli bis September)

[Bearbeiten] Quellen

  1. Lars Kühl: Als die Elbe austrocknete. In: SZ 4.7.2015.
  2. Christiane Raatz: Elbe führt so wenig Wasser wie zuletzt 1964. In: DNN 7.8.2015, S. 5
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