Max Neumeister

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Neumeister Geburtshaus in Kleindrebnitz
Kleinröhrsdorf bei Radeberg gehörte zu Neumeisters ersten Berufsstationen - 1878 begrub er hier seinen Vater und ersten Lehrer.
Max Neumeisters Grab auf dem Inneren Neustädter Friedhof

Max Neumeister (* 15. Mai 1849 in Kleindrebnitz; † 1. Dezember 1929 in Dresden) war ein Forstwissenschaftler und Direktor der Forstakademie Tharandt.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Neumeister verbrachte seine ersten Jahre im Vorwerk Kleindrebnitz von Johann Gottfried Nake.[1] Nach dem Besuch des Realgymnasiums Annaberg erhielt er von seinem Vater eine erste forstliche Ausbildung. Von 1867 bis 1869 studierte er an der Forstakademie Tharandt bei Johann Friedrich Judeich und Max Preßler.

Neumeister erwarb sich nach dem Studium zunächst eine mehrjährige forstliche Praxis, darunter im Langebrücker Staatsforstrevier, an der Königlich-Sächsischen Forsteinrichtungsanstalt Dresden, wo er die Prüfung für den höheren Forstdienst ablegte, und in Görlitz.[2] Wichtige Unterstützung erhielt er wiederum von seinem Vater, dem Königlich Sächsischen Oberförster Johann Heinrich Neumeister, der seit ca. 1870 das Forstrevier Kleinröhrsdorf bei Radeberg leitete.

1880 übernahm Neumeister vertretungsweise Vorlesungen in Tharandt. 1882 wurde er hauptberuflich an die Forstakademie Tharandt berufen, wo er zum Professor ernannt wurde und bis 1906 Waldbau sowie mehrere Jahre Jagdkunde, Forstschutz, Forstverwaltung und Forsteinrichtung lehrte. In Leipzig promovierte er 1887 mit der Arbeit Wie wird man Forstwirth?.

Ab 1894 leitete Neumeister in der Nachfolge von Prof. Judeich die Königlich-Sächsische Forstakademie in Tharandt als Direktor. Am 20. Februar 1895 wurde er zum Mitglied der Leopoldina in der Sektion Botanik gewählt.[3] 1900 erschien sein bedeutendstes Werk, Die Forsteinrichtung der Zukunft, bei Schönfeld in Dresden. Die Tharandter Akademie war seinerzeit weltberühmt. Der Anteil ausländischer Studenten betrug nahezu 50%. Das internationale Renommee von Tharandt wird auch deutlich in den Akademischen Nachrichten des Tharandter forstlichen Jahrbuches von 1897, die von der Auszeichnung Neumeisters durch die Königin-Regentin der Niederlande und durch den griechischen König berichteten. 1904 stellte Neumeister im Rahmen eines umfassenden Werkes zum Unterrichtswesen im Deutschen Reich anlässlich der Weltausstellung in St. Louis die Forstakademie Tharandt vor.[4]

Neumeister hat sich vor allem um die Entwicklung der Lehrinhalte und -methodik verdient gemacht. Er legte sein Amt als Akademiedirektor nieder, als 1904 in Tharandt im Zusammenhang mit der Erhebung zur Hochschule das Wahlrektorat eingeführt wurde. In jenem Jahr ernannte ihn die Gesellschaft FLORA zum Ehrenmitglied. Von 1906 bis 1919 leitete Neumeister den Forstbezirk Dresden als Oberforstmeister. 1907 schrieb er einen umfangreichen Beitrag zur Dresdner Heide für den Wissenschaftlichen Führer durch Dresden bei v. Zahn & Jaensch. Von 1910 bis 1920 war Neumeister Vorsitzender des sächsischen Forstvereins, 1917 wurde er zum Vorsitzenden des Deutschen Forstvereins gewählt. In dieser Zeit wohnte die Familie in der Königlichen Oberforstmeisterei in der Theresienstraße 25.

Über seine forstwissenschaftliche Tätigkeit hinaus hat sich Neumeister vielfältig gesellschaftlich engagiert. In Tharandt war er Mitglied im Stadtrat, in Dresden gehörte er dem sächsischen Landeskulturrat und dem sächsischen Eisenbahnrat an. Neumeister wohnte zuletzt Wilhelmplatz 10, II. Stock. Nach seinem Tod wurde er auf dem Inneren Neustädter Friedhof beigesetzt. In Tharandt erinnert ein nach ihm benannter Wanderweg durch das Tal der Wilden Weißeritz an Neumeisters Verdienste.

[Bearbeiten] Werke (Auswahl)

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Uwe Fiedler: Das Kleindrebnitzer Vorwerk – auch Herbrigs Orgelbauwerkstatt und das Geburtshaus von Prof. Max Neumeister?
  2. Adolf Hinrichsen: Das literarische Deutschland, 1887
  3. Mitgliederverzeichnis der Leopoldina
  4. Max Neumeister: Die Königlich Sächsische Forstakademie zu Tharandt, 1904

[Bearbeiten] Weblinks

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