Ludwig Thienemann

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Prof. Dr. med. Friedrich August Ludwig Thienemann (* 25. Dezember 1793 in Gleina bei Freyburg/Unstrut; † 24. Juni 1858 in Trachenberge) war ein Doktor der Medizin, Naturwissenschaftler und bedeutender deutscher Ornithologe (Vogelforscher). Seit 1838 war er Mitglied der Leopoldina[1].

Nach seinem Studium der Medizin und der Promotion zum Dr. med. arbeitete er anfangs als niedergelassener Arzt in Leipzig. Er unternahm mehrere Reisen nach Nordeuropa, die sein Interesse an Vogelarten, speziell an Zugvögeln weckten. 1825 wurde er als "Vice-Inspector" am Naturalienkabinett nach Dresden berufen. 1831 erwarb er von dem königlich-sächsischen Hofbuchdrucker Christian Immanuel Meinhold (17841861) das spätere Weinbergschlösschen in Trachenberge, das dessen verstorbenen Bruder Carl Traugott Meinhold (17881827) gehörte. Das Haus wurde 1746 als Herrenhaus auf dem ehemaligen Weinberg des Revierförsters Johann August Hecht, dem Namensgeber des Hechtviertels von dem kurfürstlich-sächsischen Proviantverwalter Christian Friedrich Gärtner ausgebaut.

1839 wurde Thienemann neben seinem Amt als Zweiter Inspektor auch Bibliothekar des Naturalienkabinetts. Allerdings zog er sich aufgrund von Differenzen mit dem Bibliothekarsleiter Reichenbach in seine privaten Forschungen zurück, wo er als Oologe (Eierkundler) ein hohes Ansehen unter den Gelehrten genoss. Thienemann war berühmt für seine vortrefflich gemalten Bilder zur Bestimmung von Vogeleiern. Sein wissenschaftliches Hauptwerk:

das er ab 1845 bis 1856 schrieb und mit 100 handkolorierten Tafeln versah, konnte er jedoch nicht mehr vollständig fertig stellen. Thienemann hatte großen Anteil an der Organisation der ersten deutschen Ornithologenversammlung und veröffentlichte die Protokolle der ersten drei Versammlungen der Gelehrten in der von ihm gegründeten und herausgegebenen Zeitschrift "Rhea".

Nach seinem Tod verkauften seine Erben seinen Alterssitz, das spätere Spieglersche Haus in Trachenberge 1863 an den wohlhabenden Landbesitzer Friedrich Hermann Müller (18191898), dem späteren Schwiegervater des königlich-sächsischen Hofrats Gotthold Opitz (18551924).

[Bearbeiten] Quellen

  1. https://www.leopoldina.org/de/mitglieder/mitgliederverzeichnis/member/2533/

[Bearbeiten] Weblinks

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