Landgericht Münchner Platz

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ehem. Landgericht am Münchner Platz, heute Schumann-Bau der TU Dresden
ehem. Untersuchungshaftanstalt von der Helmholtzstraße aus gesehen

Das einstige Landgericht Dresden befand sich am Münchner Platz in der Südvorstadt. Der Gebäudekomplex diente als Gerichtsort, Untersuchungshaftanstalt und Hinrichtungsstätte. Seit 1957 gehören die Häuser in großen Teilen als Georg-Schumann-Bau und Hülsse-Bau zur TU Dresden. Seit 1959 erinnert eine Gedenkstätte an die Opfer der Justizverbrechen in der NS-, Besatzungs- und frühen DDR-Zeit.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Gericht

Das Gebäude am Münchner Platz wurde 1907 als Königlich-Sächsisches Landgericht eröffnet. Zwischen 1945 und 1950 nutzte die sowjetische Besatzungsmacht den Ort als Militärgericht. Parallel dazu nutzte auch die Justiz der Sowjetischen Besatzungszone und der jungen DDR den Gerichtsort.

Während der Zeit des Nationalsozialismus lassen sich verschiedene Opfergruppen ausmachen. Verurteilt wurden nicht nur Menschen aus dem breiten, vornehmlich linken Widerstandsspektrum, sondern auch Tschechen und Polen, die sich gegen die deutsche Fremdherrschaft zur Wehr setzten. Dazu kamen Verurteilungen wegen verbotener Beziehungen zu Kriegsgefangenen oder Menschen anderer „Rassen“ („Rassenschande“) sowie wegen verbotener Meinungsäußerung und -beschaffung („Rundfunkverbrecher“). Auch tatsächlichen Straftätern, etwa Dieben, wurde am Münchner Platz der Prozess gemacht. Bei den sogenannten „Volksschädlingen“ stand jedoch das Strafmaß meist in keinem Verhältnis zur Tat.

In der Besatzungs- und frühen DDR-Zeit wurde vor allem NS-Funktionären der Prozess gemacht, etwa Martin Mutschmann. Aber auch Kritiker der neuen Staatsführung standen vor Gericht.

Dresdner Opfer: Eva Schulze-Knabe | Georg Schumann | Wieland Förster

[Bearbeiten] Gefängnis

Das Untersuchungsgefängnis befand sich im heutigen Hülsse-Bau der TU Dresden. Alle vier Flügel des kreuzförmigen Gebäudes beherbergten Zellen – drei Flügel für männliche Gefangene, einer für weibliche. Insgesamt war die Anstalt für 680 Insassen ausgelegt. Im Februar 1945 saßen jedoch mehr als doppelt so viele ein, nämlich rund 1500.

Bei den Bombardements am 13. Februar 1945 wurde das Gefängnisgebäude getroffen. Ein Flügel des Hauses wurden völlig zerstört, zwei schwer beschädigt. Die Häftlinge wurden evakuiert, einige konnten im Durcheinander fliehen.

Dresdner Opfer: Eva Schulze-Knabe | …

[Bearbeiten] Hinrichtungen

Bis 1956 wurden etwa 1400 Menschen im Gebäudekomplex am Münchner Platz hingerichtet. In der NS-Zeit stammten zwei Drittel der rund 1300 Opfer aus Tschechien (Böhmen/Mähren, Sudetenland) und Polen. Zwischen Kriegsende und 1952 verloren 17 Personen ihr Leben. Wie hoch die Opferzahl durch die sowjetische Militärjustiz war, ist unbekannt. Wie viele Zwischen 1952 und 1956 war der Ort die zentrale Hinrichtungsstätte der DDR. 66 Todesurteile wurden in dieser Zeit vollstreckt.

Zahl der Hinrichtungen:

Die zum Tode Verurteilten wurden mit dem Fallbeil hingerichtet. Im Februar und März 1945 fanden kurzzeitig Erschießungen statt, da das Fallbeil bei den Bombardements am 13. Februar zerstört worden war.

Dresdner Opfer: Georg Schumann |

[Bearbeiten] Weblinks

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