Krankenhaus Löbtau

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historische Ansichtskarte
Geriatrische Rehabilitationsklinik des Krankenhauses Dresden-Neustadt
Geriatrische Reha-Klinik, Ansicht vom Grünzug Weißeritz aus
Kapelle/Leichenhalle des Krankenhauses Löbtau

Das Stadtkrankenhaus Löbtau befand sich auf dem Gelände zwischen Altonaer, Löbtauer und Fröbelstraße sowie dem alten Flussbett der Weißeritz. Heute wird das Areal als Seniorenpark Löbtau genutzt.

Bereits 1861 war eine erste Pflegeeinrichtung eröffnet worden, das "Städtische Asyl für Sieche" mit 55 Plätzen. Da diese Kapazität schnell zu gering wurde, errichtete man von 1888 bis 1891 den heute noch in großen Teilen erhaltenen Gebäudekomplex im sogenannten Pavillonstil auf einer Fläche von reichlich 5 Hektar. Die Planungen oblagen Stadtbaurat Theodor Friedrich, einem Meisterschüler von Gottfried Semper. Die Klinikgebäude, nach einem gemeinsamen Konzept gestaltet, standen in einer großzügigen Parkanlage. Außerdem befanden sich an der Altonaer Straße noch vier Beamtenwohnhäuser auf dem Gelände. Seit 1902 trug die Einrichtung den Namen "Städtische Heil- und Pflegeanstalt", ab 1930 hieß sie "Stadtkrankenhaus Löbtau". In sieben Häusern mit insgesamt 1100 Betten wurden vor allem psychisch kranke, alkoholabhängige, geistig oder körperlich schwer behinderte Menschen betreut.[1] 1934 verstarb nach Misshandlungen das Dresdner KPD-Mitglied Alfred Thiele im Löbtauer Krankenhaus, 1944 der Antifaschist Arno Lade.

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges übernahm der bereits pensionierte Internist Prof. Dr. Otto Rostoski die Medizinische Klinik des Krankenhauses[2]. Im Frühjahr 1945 wurde ein Teil der Gebäude durch Bomben getroffen, nicht alle Schäden konnten vollständig beseitigt werden. Nach der Wiederherstellung verlagerte sich der Arbeitsschwerpunkt hin zur Betreuung alter und pflegebedürftiger Menschen. Geschlossene Abteilungen für psychisch Kranke bestanden weiterhin; die Gebäude dienten bis 1950 als vorübergehendes Quartier für die im Krieg zerstörte psychiatrische Klinik des Krankenhauses Johannstadt.[3]

Ab 1953 wurde das ehemalige Stadtkrankenhaus als Pflegeheim genutzt und 1985 in ein Schwerstpflege- und Altenheim umgewandelt.[4] Nach der Wende wurden die Gebäude saniert und erhielten moderne Anbauten. Bis 2004 wurde das "Haus Löbtau" als städtisches Seniorenheim weiterbetrieben, dann wurde es mit sechs anderen Altenpflege- und Behinderteneinrichtungen zur Cultus gGmbH zusammengelegt.[5] Heute verfügt die Wohn- und Pflegeeinrichtung für Senioren "Haus Löbtau" über 240 Pflegeplätze in Einzel- und Doppelzimmern.[6]

Im Jahr 1992 wurde das gesamte Areal der Pflegeeinrichtung zum Kulturdenkmal erklärt.[7] Die Stadt verfolgt das Ziel, alle Gebäude zu sanieren und wieder zu nutzen. Dazu wurden im Frühjahr 2004 die frühere Wäscherei und im Sommer 2004 das Haus B abgerissen. Außerdem wurden die Dächer von derzeit leerstehenden Gebäuden repariert und gesichert.[8]

Im Jahr 2000 wurde die Geriatrische Rehabilitationsklinik Löbtau eröffnet, die zum Krankenhaus Dresden-Neustadt gehört.[9] Drei Jahre zuvor hatten die Bauarbeiten für das erste Bundesmodellprojekt einer geriatrischen und Frührehabilitationsklinik in den neuen Bundesländern begonnen. Die Baukosten für die Einrichtung mit 80 Betten betrugen rund 33 Millionen DM, die vollständig aus Fördermitteln bestritten wurden.[10]

[Bearbeiten] Privater Wohnungsbau in leerstehenden Gebäuden

Das frühere Haus D, das direkt an der Löbtauer Straße steht, will die Böblingener Firma Ventar Immobilien AG von Frühjahr 2014 bis Ende 2015 sanieren. Dabei wird der bei den Luftangriffen 1945 zerstörte nordwestliche Gebäudeteil wieder aufgebaut und optisch an den historischen Hausteil angepasst. Insgesamt sollen 53 Eigentumswohnungen entstehen - 25 im Alt-, 28 im Neubau.[11]

[Bearbeiten] Quellen

  1. Informationstafel am Grünzug Weißeritz. http://www.dresdner-stadtteile.de/Sudwest/Lobtau/Strassen_Lobtau/Lobtauer_Strasse/lobtauer_strasse.html.
  2. Geschichte des Diabetes zu Prof. Otto Rostoski
  3. Informationstafel am Grünzug Weißeritz. http://www.dresdner-stadtteile.de/Sudwest/Lobtau/Strassen_Lobtau/Lobtauer_Strasse/lobtauer_strasse.html.
  4. http://www.cultus-dresden.de/HaeserLoebtau.htm
  5. http://www.cultus-dresden.de/Informationen.htm
  6. http://www.cultus-dresden.de/HaeserLoebtau.htm
  7. Informationstafel am Grünzug Weißeritz.
  8. http://www.dresden.de/de/08/01/archiv/01/05/c_031.php (Auf der Informationstafel am Grünzug Weißeritz ist dagegen 2006 als Abrissjahr angegeben.)
  9. http://www.khdn.de/geschichte,26.php
  10. http://www.khdn.de/index.php?entry_id=41. http://www.khdn.de/index.php?entry_id=7&klinik_id=51.
  11. Thessa Wolf: SZ-Immo-Magazin, März 2014, S. 30.

[Bearbeiten] Weblinks

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