Konkordienstraße

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Konkordienstraße zwischen Oschatzer und Torgauer Straße (Pieschen)
Konkordienstraße zwischen Oschatzer und Moritzburger Straße (Leipziger Vorstadt)
Wohn- und Geschäftshaus mit historischer Werbeinschrift, Konkordienstraße 30
8. Grundschule, Konkordienstraße 12

Die Konkordienstraße, die sowohl über Pieschener als auch Neudorfer Flur (seit 1875 Leipziger Vorstadt) führt, trägt ihren Namen als „Concordienstraße“ seit 1866, in der heutigen Schreibweise seit 1906. Zunächst erhielt diesen Namen aber nur der Straßenabschnitt auf Neudorfer Flur (Gehestraße bis Oschatzer Straße), der auf Pieschener Flur (Oschatzer Straße bis Leipziger Straße) hieß noch bis zur Eingemeindung Pieschens am 1. Juli 1897 Elbstraße. Schon 1893 war der Name Konkordienstraße auf den angrenzenden Platz übertragen worden.

„Der Straßenname ist mit großer Wahrscheinlichkeit auf den Begriff concordia (Eintracht) zurückzuführen, einem der von den Römern personifizierten Tugendbegriffe. Möglicherweise erfolgte die Namensgebung auch mit direktem Bezug auf die Konkordienformel (formula concordiae), der Bekenntnisformel zur Beilegung innerlutherischer Streitigkeiten.“[1] Die Konkordienformel selbst entstand 1577 auf Veranlassung des Kurfürsten August von Sachsen (15261586) und wurde 1580 im Konkordienbuch, einer Sammlung lutherischer Bekenntnisschriften, veröffentlicht.

„In früher Zeit war die Konkordienstraße Teil des bereits im Mittelalter existierenden Bischofsweges, der bis 1559 von den Bischöfen auf ihrem Weg von Meißen über Briesnitz nach Stolpen genutzt wurde. Sie hielten sich dabei von den bestehenden Handelswegen weitgehend fern und wählten stattdessen eine Route, die das Stadtgebiet Dresdens nicht berührte.“[2]

Der östlichste Teil zwischen Moritzburger Straße und Gehestraße war Teil eines sehr alten Weges, der von Dresden-Neustadt zur ehemaligen Vorstadt Neudorf führte. Er wurde auch als Neudörfer Mittelweg bezeichnet.[3]

[Bearbeiten] Bebauung

Mit der Bebauung der Konkordienstraße wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begonnen. In vielen der mehrgeschossigen Mietswohnhäuser und ihrer Hintergebäude hatten sich Lebensmittelgeschäfte und Waren des täglichen Bedarfs sowie kleine Handwerksbetriebe wie Tischler, Klempner, Kohlenhändler und Druckereien angesiedelt.

Als sich 1880/81 für die Kinder der Leipziger Vorstadt ein Schulneubau erforderlich machte, wurde er auf dem Grundstück der zu klein gewordenen alten Schule an der Konkordienstraße 12 errichtet. Am 27. April 1881 wurde das neue Schulhaus feierlich eingeweiht (später 8. Volksschule, heute 8. Grundschule). 1892 entstanden ein Ergänzungsbau und die Turnhalle. Letztere fiel im April 1945 dem Bombenangriff auf Dresden zum Opfer. Die Schulgebäude wurden schwer beschädigt, einige Wohnhäuser an der Konkordienstraße zerstört.

[Bearbeiten] Quellen

  1. Dr. Karlheinz Kregelin „Namenbuch der Straßen und Plätze im Norden der Stadt Dresden“ (Manuskript)
  2. Auf postgeschichtlichen Spuren im Dresdner Ortsamtsbereich Pieschen, Michael von Meyeren, 2003
  3. Adolf Hantzsch: Namenbuch der Straßen und Plätze Dresdens. Baensch, Dresden 1905.
    Schriftenreihe Mitteilungen des Vereins für Geschichte Dresdens, 17/18.
  4. Drei neue bunte Kita-Welten. In: Wochenkurier 24.9.2014, S. 8. Pressemitteilung der Stadt Dresden, 22.11.2014
  5. http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/32018409
  6. Fernsprechbuch 1988, S. 84; http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/32018410
  7. Winfried Schenk: Oschatzer Straße und Bürgerstraße – Leerstand, Ausverkauf und Neuanfang. In: Menschen in Dresden 19.12.2014
  8. http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/32018410
  9. http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/32018411; http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/32018412
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