König Heinrich II.

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Heinrich II.
Kaiserkrönung in Rom, von Hermann Wislicenus
Kaiser Heinrich II. mit seiner Frau Kunigunde

Heinrich II. (* 6. Mai 973 in Abbach bei Regensburg oder in Hildesheim; † 13. Juli 1024 in Grone) aus dem Adelsgeschlecht der Ottonen, ein Urenkel von König Heinrich I., war in der Nachfolge von Otto III. von 1002 bis 1024 König des Ostfrankenreiches und von 1014 bis 1024 römisch-deutscher Kaiser. Unter ihm erreichte das deutsche Reichskirchensystem eine Blüte.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Heinrich wurde in Freising, in der Klosterschule von Hildesheim und später im Kloster St. Emmeram in Regensburg erzogen. Dies deutet darauf hin, dass er auf eine geistliche Laufbahn vorbereitet werden sollte. Vermutlich wollte ihn Otto II., Kaiser bis 983, aus der Erbfolge um den Königsthron ausschließen. 995 erbte Heinrich das Herzogtum Bayern. 998 heiratete er Kunigunde von Luxemburg. In jener Zeit gehörte er wiederholt zum Gefolge von Otto III., so auch im Jahre 1000 bei dessen Wallfahrt nach Gnesen, als Bolesław I Chrobry zum souveränen Herrscher Polens erhoben wurde.

1001 begleitete Heinrich Otto III. nach Rom. Als dieser Anfang 1002 in Italien starb, bemächtigte er sich der Reichskleinodien und wurde trotz heftigen Widerstands mehrerer Fürsten mit Unterstützung von Erzbischof Willigis am 7. Juni 1002 in Mainz zum König gewählt und gekrönt. Kurz zuvor, am 30. April des selben Jahres, war sein wichtigster Konkurrent, der Meißner Markgraf Ekkehard I., ermordet worden. Anfangs nur von einigen Stämmen anerkannt, zog Heinrich durch das Reich und nahm nach und nach überall die Huldigung entgegen. Um seine Macht zu erhalten, musste er gegen seinen Bruder Bruno sowie gegen Herzog Boleslaw von Böhmen, den Markgrafen Ernst von Österreich und den Markgrafen Heinrich von Schweinfurt Krieg führen.

Bolesław I Chrobry hatte Ekkehard I. beim Versuch, die Krone zu erlangen, unterstützt. Nach Ekkehards Ermordung eroberte Bolesław Meißen und die Lausitz. Die offizielle Markgrafenwürde in Meißen erhielt jedoch Ekkehards Bruder Gunzelin. Um Bolesław zu besänftigen, belehnte ihn Heinrich II. mit der Markgrafschaft Lausitz und dem Gau Milska (Oberlausitz), wodurch Milska formal von der Mark Meißen abgetrennt wurde. Ein Attentat auf die Polen anlässlich der Huldigung des neuen Königs in Merseburg säte Zwietracht. Auf dem Heimweg zerstörten die Polen die Burg Strehla. Der Konflikt zwischen Heinrich II. und Bolesław spitzte sich immer weiter zu und Bolesław musste das 1003 eroberte Böhmen wieder aufgeben. Auch Bautzen war von 1004 bis 1007 von den Deutschen besetzt.

Heinrich wurde bei seinen wiederholten Auseinandersetzungen mit deutschen Adligen von den Bischöfen gestützt. Der Kirche vermachte er große Schenkungen, richtete Klöster ein und er besetzte eine Vielzahl von Bischofsstühlen. Dadurch verflocht er die Kirche eng mit dem Reich. In der Mark Meißen schenkte Heinrich II. 1007 die Oberlausitzer Kastelle Ostrusna, Trebista und Göda an das Hochstift Meißen unter Bischof Eido I.

Als Markgraf Gunzelin mit seinen Neffen Hermann und Ekkehard II. in Streit geriet, wurde ihm ein geheimes Einverständnis mit den Polen nachgesagt. 1010 setzte ihn Heinrich II. deshalb ab und ließ ihn bis 1017 im Gewahrsam des Bischofs von Halberstadt halten. Ein Aufstand rief Heinrich 1013 nach Italien. Nach seinem Sieg ließ er sich in Rom am 14. Februar 1014 vom Papst Benedikt VIII. zum Kaiser krönen.

Nach mehreren Kriegen gegen Polen bis 1017 belagerte Kaiser Heinrich II. erfolglos Breslau.[1] In der Lausitz und dem Gau Milska musste er 1013 und nochmals 1018 im Frieden von Bautzen schließlich doch Bolesławs Herrschaft anerkennen.[2] 1022 rief ihn Papst Benedikt VIII. gegen die Griechen in Unteritalien zu Hilfe.

Heinrichs Lieblingsidee war die Gründung des Bistums Bamberg, die er im Jahre 1007 auch hatte durchsetzen können. Nach seinem Tod wurde er im Dom zu Bamberg, 1002 von ihm selbst in Auftrag gegeben, beigesetzt. König Konrad II. folgte ihm auf dem Thron.

[Bearbeiten] Gedenken

Heinrich wurde am 4. März 1146 heiliggesprochen, seine Frau Kunigunde am 29. März 1200. Der 13. Juli, Heinrichs Sterbetag, wird sowohl von der katholischen als auch der evangelischen Kirche als Gedenktag begangen.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Eduard Philipp: Geschichte der Stadt Breslau, Schulz, 1831
  2. Kurze Geschichte der Oberlausitz von Dr. Lars-Arne Dannenberg

[Bearbeiten] Weblinks

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