Julius Pabst

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Julius Pabst, Dramaturg und Regisseur am Königlichen Hoftheater
"Die letzten Tage von Pompeji", große Oper von Julius Pabst

Dr. phil. Julius Adolf Pabst (* 18. November 1817 in Wilhelmsruhe bei Eitorf;[1]22. Oktober 1881 in Dresden) war ein deutscher Dramaturg, Bühnenschriftsteller, Literaturhistoriker und Regisseur am Königlichen Dresdner Hoftheater, zuletzt im Rang und mit Titel eines Königlich Sächsischen Hofrats.

[Bearbeiten] Familie

Julius Adolf Pabst entstammte der thüringischen Gelehrten- und Juristenfamilie Pabst, deren Familienmitglieder mehrere hochrangige Ämter inne hatten. Derzeit ältester nachweisbarer Spitzenahn ist der Eckstädter Schneider Hans Pabst (* 1583).

Julius Pabst war der Sohn des Königlich Preußischen Seminarinspektors und Direktors der Gewerbeschule zu Erfurt, Karl Leopold Pabst (* 5. Februar 1783 in Erfurt; † 24. Juli 1844 ebenda) und dessen Ehefrau Charlotte Sophia Friederica Sendler (* 19. April 1785 in Altenkirchen/ Westerwald; † ca. 1860), Tochter des Chirurgs und Apothekers in Altenkirchen, August Ludwig Sendler. Julius' Großvater, Dr. jur. Franz Michael Pabst (17471811) war Königlich Preußischer Justizkommissar und Notar zu Erfurt. Sein Urgroßvater, Justus Theodoricus Pabst (17101791 war erzbischöflicher Gerichtssekretär und Advokat zu Erfurt.

Julius Pabst heiratete am 2. November 1853 in Berlin die Schauspielerin Agnes Schmidt (* 23. November 1829 in Berlin: † 14. Mai 1892 in Dresden), Tochter des Kaufmanns und Leiters einer Buchdruckerei, Anton Leopold Schmidt (1802–?) und dessen Ehefrau Maria Charlotte Samueline Stoltzmann (18071891). Das Paar hatte drei Kinder:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Julius Pabst lernte am Erfurter Gymnasium, studierte danach von 1838 bis 1842 Theologie und Philologie in Breslau und Halle und arbeitete danach zuerst als Erzieher bei der Adelsfamilie von Lüttichau. Schon als Gymnasiast beschäftigte sich Pabst nebenbei mit poetischen Arbeiten. Noch vor seinem Umzug nach Dresden, wo er sein Hobby zum Beruf machte, hatte er mehrere dramatische Dichtungen geschrieben. 1851 kam die von ihm gedichtete, von seinem älteren Bruder August Pabst (18111885, Dirigent und Organist in Königsberg/ Ostpreußen)[3] komponierte Oper:

im Hoftheater zu Dresden zur Aufführung. Am 1. Januar 1852 wurde seine Bearbeitung von Shakespeares "Antonius und Cleopatra" mit der freien Übersetzung des Grafen Baudissin aufgeführt. Im gleichen Jahr war Pabst zudem Pressesekretär des Präsidenten des Preußischen Staatsministeriums und Ministers für Auswärtige Angelegenheiten Otto Theodor Freiherr von Manteuffel.

1855 wechselte Pabst an das Königliche Dresdner Hoftheater, wo er ab dem 1. Januar 1856 als Dramaturg und Regisseur arbeitete. Nach dem Tod am 24. September 1856 von Theodor Winkler war Julius Pabst außerdem Sekretär der Generaldirektion des Königlichen Hoftheaters.[4] 1859 wurde er in den Rang eines Königlichen Hofrats erhoben.[5] 1864, zu den Dresdner Feierlichkeiten zu Shakespeares 300. Geburtstag schuf Pabst eine Bühnenbearbeitung zu Shakespeares Theaterstück "Wie es Euch gefällt". Weiterhin verfasste er zu diesem Stück ein sogenanntes "Nachspiel", das zusammen mit der Bühnenbearbeitung 1864 am Königlichen Hoftheater aufgeführt wurde.

Am Hoftheater wirkte Pabst bis 1881, wo er Lyrik, Dramen und eine Oper verfasste. Die meisten seiner Werke blieben jedoch unveröffentlicht. Pabst war Mitglied des Literarischen Vereins in Dresden.[6] Außerdem war er Mitbegründer der "Deutschen Schillerstiftung" in Dresden.[7]

Am 1. Juni 1926 wurde die ehemalige Reichenbacher Straße im Dresdner Stadtteil Rochwitz zu seinen Ehren in Pabststraße umbenannt.

[Bearbeiten] Werke (Auswahl)

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Nach dem Ahnenbuch von Prof. Dr. Till von Egidy wurde Julius Pabst in Erfurt geboren, wo sein Vater Zeit seines Lebens wirkte.
  2. Hermann Lambrecht in den Handschriften, Autographen, Nachlässen der SLUB Dresden
  3. Briefwechsel und Tagebücher, Band 8;Bände 1860-1864, herausgegeben von Sabine Henze-Döhring, Onlinevorschau auf Google Books, S. 751
  4. "Wo man singt, da lass dich ruhig nieder...", Das Gästebuch der Familie Chrambach in: Kurier, aus der Arbeit der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, 16. Jahrgang 2002, Heft 2, ISSN 0863-0682, S. 8ff., Online-pdf
  5. Nach dem Shaespeare Album erst 1860. Die hier angegebene Jahreszahl bezieht sich auf die Quellenangabe zur Geschichte des Hoftheaters
  6. Dirk Hempel, Literarische Vereine in Dresden, Onlinevorschau auf Google Books, S. 118
  7. Der Briefwechsel: Kritische Ausgabe, von Theodor Fontane,Bernhard von Lepel, S. 1376, Onlinevorschau auf Google Books
  8. Festliche Glocken: Dichtungen zum Gedächtniss festlicher Stunden im Dresdner Hoftheater und im Kreise seiner Künstler und Freunde auf Google Books
  9. Festliche Glocken: Dichtungen zum Gedächtniss festlicher Stunden im Dresdner Hoftheater und im Kreise seiner Künstler und Freunde auf Google Books

[Bearbeiten] Weblinks

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