Julius Freiherr von Apel

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Julius Freiherr von Apel, geboren als Julius Apel (* 28. Oktober 1805; † 18. Dezember 1881 in Dresden) war ein königlich-sächsischer Offizier und General, u. a. als Kommandeur eines sächsischen Reiter-Großverbandes, zuletzt im Rang eines Generalleutnants in der Dienststellung als Remonte-Inspekteur im sächsischen Kriegsministerium. Er war außerdem Rittergutsbesitzer auf Costewitz bei Leipzig.

[Bearbeiten] Familie

Julius Freiherr von Apel entstammte der sächsischen, ursprünglich bürgerlichen Familie Apel. Sein Großvater Heinrich Friedrich Innocentius Apel (17321802) war ein sächsischer Jurist sowie Ratsherr und Bürgermeister von Leipzig im Rang eines königlich-sächsischen Hofrates. Sein Großvater war zudem Rittergutsbesitzer der Rittergüter Ermlitz, Trautzschen und Costewitz. Das Rittergut Trautzschen fiel nach dem Tod des Großvaters an von Apels Großmutter, die Hofrätin Johanne Christiane Apel.[1] Die Stammreihe der Familie Apel lässt sich bis Andreas Dietrich Apel (16621718) zurückverfolgen, der nach dem Tod dessen Vaters († 1674), einem Rotgerbermeister, aus Quedlinburg nach Leipzig kam und dort als Handelsherr und Seidenfabrikant wirkte.[2]

Von Apels Onkel war der Jurist und Schriftsteller Johann August Apel (17711816), dessen Sohn Guido Theodor Apel (18111867), der ebenfalls als Schriftsteller und Stifter wirkte, sein Cousin.

Von Apels Vater, der Jurist Friedrich August Ferdinand Apel (* 8. Juli 1768 in Leipzig; † Juli 1833)[3][4] wurde laut königlichem Diplom vom 9. Februar 1811 vom sächsischen König Friedrich August I. von Sachsen geadelt und in den Freiherrenstand erhoben. Von Apels Vater promovierte am 9. Dezember 1789 in Leipzig zum Doktor der Rechtswissenschaften (Dr. jur.),[5] war ebenfalls Bürgermeister in Leipzig,[6] Mitglied der Ökonomischen Gesellschaft zu Leipzig [7] sowie Erbherr der Rittergüter Costewitz (heute zu Elstertrebnitz) und Trautzschen bei Pegau im Landkreis Leipzig, wo am 3. Mai 1813 auch Napoléon weilte. Von Apels Mutter war Johanna Friederica geb. Winkler genannt Freiin von Schwenkendorf (* 8. Juni 1782; † 18. September 1818). Von Apel hatte noch folgende Geschwister:

Der adelige und freiherrliche Zweig der Familie Apel starb mit dem Tod von Julius Freiherr von Apel im Mannestamme aus.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Julius Freiherr von Apel schlug eine militärische Karriere ein und diente anfangs als Offizier in der Kavalleriegarnison im sächsischen Borna, unweit seines Rittergutes Costewitz.[16]

Von Apel ist erstmals im Dresdner Adressbuch von 1840 als königlich-sächsischer Offizier im Rang eines Rittmeisters der Kavallerie (entsprach dem eines Hauptmannes der Infanterie) verzeichnet. Er wohnte zu dieser Zeit in der Dresnder Neustadt in der dortigen Reiterkaserne am rechten Elbufer.[17] Dort blieb er bis 1846. Im gleichen Jahr zog er in die Große Reitbahngasse.[18] 1845, ein Jahr zuvor, verkaufte von Apel, 12 Jahre nach dem Tod seines Vaters das Rittergut Costwitz, das er geerbt hatte, an Johann Friedrich Thümmler.[19] Von Apel blieb als Rittmeister bis 1849 in der Dresdner Reiterkaserne.

1857 kehrte von Apel wieder nach Dresden zurück, zu dieser Zeit bereits im Rang eines Oberst und zog in die Leipziger Straße 7a.[20] In dieser Zeit begleitete er die Dienststellung als Kommandeur des sächsischen Gardereiterregiments, dessen Chef der sächsische König persönlich war. Die 1. und 3. Schwadron des Regiments befanden sich in Dresden, die 2. und die 4. Schwadron waren dagegen in Pirna disloziert. Das Regimentskommandeursbüro befand sich in der Rähnitzgasse 14, das Wirtschaftsbüro in der Neustädter Reiterkaserne.[21]

1860 wurde von Apel vom sächsischen König Johann zum Generalmajor ernannt. Gleichzeitig wurde er Kommandeur der 1. königlich-sächsischen Reiterbrigade.[22] Diese Dienststellung hatte er bis 1865 inne und übergab das Kommando des sächsischen Großverbandes danach an Prinz Georg. 1861 zog von Apel in die Königsbrücker Straße 88,[23] dessen Hausbesitzer er bis zu seinem Tod war.[24] Ende 1865 wurde von Apel in den einstweiligen Ruhestand versetzt, so dass er 1866 nicht mehr aktiv am Preußisch-Österreichischen Krieg teilnahm, in dem Sachsen auf der Seite von Österreich kämpfte.

1870, mit Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges wurde von Apel wieder reaktiviert und im gleichen Jahr im Dezember zum Generalleutnant befördert. Aufgrund dieses Dienstgrades durfte er den Ehrentitel "Exzellenz" führen. Er diente dabei als sogenannter Remonte-Inspekteur im Kriegsministerium des Königreiches Sachsen und war somit für die Ersatzbeschaffung der Reitpferde für die sächsische Kavallerie verantwortlich.[25] Diese Dienststellung im sächsischen Ministerium hatte er bis zu seinem Tod inne.[26]

Von Apels Nachlass wurde von dem Dresdner Notar und Rechtsanwalt am königlichen Oberlandesgericht, Jusitzrat Ernst Albert Stein geregelt,[27] da von Apel keine direkten Nachkommen hatte. Sein Haus in der Königsbrücker Straße fiel an seinen Großneffen, den Juristen (Dr. jur.) Anton Heinrich Apel, Rittergutsbesitzer auf dem Familiengut in Ermlitz bei Schkeuditz aus der Verwandtschaft seiner Leipziger Vorfahren.[28] Dieser verkaufte das Haus im gleichen Jahr an den Architekten und Zimmermeister Carl Wilhelm Theodor Roßberg.[29]

[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)

  • Ritterkreuz des kaiserlich-österreichischen Leopold-Ordens
  • Komturkreuz 2. Klasse des Herzoglich-Sachsen-Ernestinischen Hausordens
  • Kommandeurskreuz des königlich-belgischen Leopold-Ordens

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Bestand 10080, Lehnhof Dresden, Datensatz im Hauptstaatsarchiv Sachsen
  2. Datensatz auf Gedbas
  3. Georg Christoph Hamberger, Johann Georg Meusel: Das gelehrte Teutschland oder Lexikon der jetzt lebenden teutschen Schriftsteller..., Band 1, Lemgo 1796, Digitalisat auf Google Books, S. 84
  4. Datensatz in Kaester & von Urach's Genealogische Datenbank
  5. Gottlieb Christoph Harless: Leipziger gelehrtes Tagebuch auf das Jahr 1789, Digitalisat auf Google Books, S. 113
  6. Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon, Band 2, Reprint 1996, Leseprobe auf Google Books, S. 91
  7. Leipziger gelehrtes Tagebuch auf das Jahr 1801, Digitalisat auf Google Books, S. 119
  8. Letztmalig als Grundstücksbesitzer im Adressbuch Dresden 1857, SLUB, S. 24
  9. Datensatz auf Ancestry, Anmeldung erforderlich
  10. Dresdner Adressbuch 1850, SLUB, S. 171
  11. Gustav Adolf Pönicke (Hrsg.): Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen I. Section. Expedition des Albums Sächsischer Rittergüter und Schlösser, Leipzig 1860, Seite 85b. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource
  12. Staats-Handbuch für das Königreich Sachsen 1847, Digitalisat auf Google Books, S. 233
  13. Datensatz auf Ancestry, Anmeldung erforderlich
  14. Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon, Band 1, Reprint 1996, Leseprobe auf Google Books, S. 483f.
  15. Noch im Genealogischen Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser 1899, Digitalisat im Internet Archiv, S. 26
  16. Wilhelm Haan, Carl Ramming: Kirchlich-statistisches Handbuch für das Königreich Sachsen, Dresden 1845, Digitalisat auf Google Books, S. 189
  17. Dresdner Adress-Handbuch 1840, SLUB, S. 15
  18. Dresdner Adress-Handbuch 1847, SLUB, S. 12
  19. Bestand 20365, Rittergut Costewitz, Datensatz im Hauptstaatsarchiv Sachsen
  20. Adressbuch Dresden 1858, SLUB, S. 21
  21. Geschäftshandbuch Dresden 1860, SLUB, S. 532
  22. Adressbuch Dresden 1861, SLUB, S. 28
  23. Adressbuch Dresden 1862, SLUB, S. 30
  24. Häuserbuch Dresden 1882, SLUB, S. 629
  25. Geschäftshandbuch Dresden 1871, SLUB, S. 744
  26. Geschäftshandbuch Dresden 1882, SLUB, S. 908
  27. Stein im Adressbuch Dresden 1883, SLUB, S. 414
  28. Häuserbuch Dresden 1883, SLUB, S. 646
  29. Adressbuch Dresden 1884, SLUB, S. 671

[Bearbeiten] Weblinks

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