Julie Salinger

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Stolperstein für Julie Salinger

Julie Salinger, geb. Braun (Brann) (* 31. Juli 1863 in Ortelsburg/Ostpreußen; † 16. September 1942 in Theresienstadt) war eine Dresdner Politikerin und Frauenrechtlerin. Aufgrund ihrer politischen Ansichten und ihrer Religionszugehörigkeit – sie war Jüdin – wurde sie im Nationalsozialismus verfolgt und ermordet.

Julie Salinger war verheiratet mit dem Fabrikanten und Rechtsanwalt Julius Salinger (gest. 1921). 1887 wurde ihr Sohn Paul Salinger geboren, der ebenfalls Rechtsanwalt wurde. Sie wohnte Ludwig-Richter-Straße 3 (1906), Bayreuther Straße 17, Gabelsbergerstraße 10 (1918, 1927).

Während des Ersten Weltkrieges war sie Mitglied des Zentralausschusses der Kriegsorganisation Dresdner Vereine. Spätestens 1900 wirkte sie im Rechtsschutzverein für Frauen und Mädchen, um 1906 im Vorstand des deutschen Zweiges der internationalen abolitionistischen Föderation, spätestens seit 1913 bis mindestens 1925 war sie Vorsitzende des Rechtsschutzvereins, leitete 1931 den Schwesternbund der Fraternitasloge, A 24, Eisenstuckstraße 44/II. 19191920 war sie Abgeordnete der DDP in der Sächsischen Volkskammer, 1921–1922 Landtagsabgeordnete.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde Julie Salinger 1940 gezwungen, in das „JudenhausBautzner Straße 20 zu ziehen. Am 7. August 1942 wurde sie zu einem „Heimeinkaufsvertrag“ nach Theresienstadt gezwungen, am 25. August 1942 wurde die 79-Jährige gemeinsam mit ihrer Schwester in das Lager abtransportiert, wo sie an Unterernährung und Marasmus ums Leben kam. Die offizielle Todesursache lautete „Altersschwäche“. Auch Salingers Schwester überlebte den Lageraufenthalt nicht.

[Bearbeiten] Familie und Nachfahren

Julie Salingers Sohn Paul starb bereits 1933. Ihr 1917 geborener Enkel Wolfgang Salinger arbeitete in seinem Buch „Closing the circle: Hitler, Peron, and retribution“ die Geschichte seiner Familie auf. Er starb im Jahr 2009 in Kalifornien.

[Bearbeiten] Gedenken

Seit 26. November 2012 erinnert ein Stolperstein an der Bayreuther Straße 14 an Julie Salinger. Kosten und Patenschaft für den Stein übernahm die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratische Frauen in Dresden (ASF). Im Jahr 2013 soll ein Stolperstein für Salingers Schwester verlegt werden, für den die Nachfahren die Patenschaft übernehmen wollen.

Der Julie-Salinger-Weg in der Äußeren Neustadt wurde 2016 nach der Politikerin benannt.

[Bearbeiten] Ausstellung

„Jetzt, nachdem die Frau auch in der Politik eine Stimme hat ...“ – Parlamentarierinnen im Sächsischen Landtag 1919–1933
26.4.2006–23.5.2006
im Bürgerfoyer des Sächsischen Landtags
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[Bearbeiten] Quellen und Literatur

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