Johannes Kretzschmar

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Wilhelm Johannes Kretzschmar, teilweise auch Kretschmar (* 1871; † 9. September 1939 in Buenos Aires/ Argentinien) war ein ehemals königlich-sächsischer Offizier, später Offizier und General der Reichswehr im Rang eines Generalmajors, der zuletzt als Militärberater und -attaché in Argentinien wirkte.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Wilhelm Johannes Kretzschmar ist erstmals 1893 als Seconde-Lieutenant im VII. königlich-sächsischen Infanterie-Regiment Nr. 106 verzeichnet, wo er in der Infanteriekaserne in Möckern untergebracht war.[1] 1894 wurde er Bataillons-Adjutant im Leipziger Infanterieregiment.[2] 1899 wurde Kretzschmar zum Oberleutnant befördert.[3] 1902 zählte Kretzschmar zwar weiterhin zum jetzt in „Königs-Infanterie-Regiment“ benannten sächsischen Infanterieregiment Nr. 106, wurde aber bis 1903 nach Berlin abkommandiert.[4] Er blieb dananch bis 1904 in Leipzig. Anschließend wurde Kretzschmar als Kompaniechef an das 13. königlich-sächsische Infanterie-Regiment Nr. 178 nach Kamenz versetzt, wo er in den Rang eines Hauptmannes und mit Beginn des Ersten Weltkrieges zum Major befördert wurde. Zuletzt arbeitete er während des Krieges als Divisionsstabsoffizier.[5]

1919, nach dem Erstem Weltkrieg kam Johannes Kretzschmar nach Dresden in die Jägerstraße 10, wo er ab 1920 im Rang eines Oberstleutnants im Dresdner Adressbuch erscheint.[6] 1921 wurde Kretzschmar zum Oberst in der neu formierten Reichswehr befördert.[7] In jenem Jahr übernahm er am 1. Januar als Kommandeur das 10. (Sächsische) Infanterie-Regiment der Reichswehr, dessen Regimentsstab zur damaligen Zeit in Dresden disloziert war und außerdem Truppenteile in Bautzen und Löbau außerhalb der sächsischen Hauptstadt hatte. Kretzschmar übergab die Führung des Regiments am 1. April 1923 an seinen Nachfolger Oberst Georg Bock von Wülfingen.[8] Danach wurde Kretzschmar noch in den Rang eines Generalmajors der Reichswehr befördert.

1926 ging Johannes Kretzschmar als Militärberater und Nachfolger von General Wilhelm Faupel nach Argentinien, wo er im Gegensatz zu seinem Vorgänger als sympathisch und viel weniger radikal beschrieben wurde.[9] Mit dem aufkommenden Nationalsozialismus galt Kretzschmar als ein bekennender und offener Nazi-Gegner, was dazu führte, dass er nach der Machtergreifung der NSDAP 1933 sowie auf Betreiben von General Faupel in Berlin ein Jahr später, 1934 in den vorzeitigen Ruhestand geschickt wurde. Trotzdem beriet Kretzschmar auch nach seiner Pensionierung weiterhin die Argentinische Armee und war bis zu seinem Tod inoffizieller Militärattaché des deutschen Botschafters in Argentinien, Edmund von Thermann.[10] Kretzschmar starb im Alter von 68 Jahren in Argentinien. Er war seit 1926 Mitglied der deutschen Gesandtschaft („Legacion Alemana“) in Buenos Aires.[11]

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Adressbuch Leipzig 1893, SLUB, S. 470
  2. Adressbuch Leipzig 1895, SLUB, S. 485
  3. Adressbuch Leipzig 1900, SLUB, S. 596
  4. Adressbuch Leipzig 1903, SLUB, S. 661
  5. Fighting the Kaiser's War: The Saxons in Flanders 1914-1918, Andrew Lucas & Jürgen Schmieschek, Pen & Sword Military, South Yorkshire/ UK 2015, Online-Leseprobe auf Google Books (engl.), S. 247, ISBN 978-17-8346-300-8
  6. Adressbuch Dresden 1920, SLUB, S. 480
  7. Adressbuch Dresden 1922/23, SLUB, S. 540
  8. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „10. (Sächsisches) Infanterie-Regiment (Reichswehr)”
  9. Nazis en las sombras, Julio B. Mutti, 2015, Ediciones Nowtilus, S.L., Madrid, Online-Leseprobe auf Google Books (span.), ISBN 978-84-9967-713-2
  10. The „Nazi Menace“ in Argentinia, 1931-1947, Ronald C. Newton, University Stanford, California 1992, Online-Leseprobe auf Google Books (engl.), S. 40f. u. S. 115f.
  11. Auswandern und Zurückkehren, Wiebke Hoffmann, Online-Leseprobe auf Google Books, Seite 453, Fußnote 131
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