Johann Heinrich von Boblick

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Johann Heinrich von Boblick (* August 1655; † 18. Februar 1747 in Stolpen) war ein königlich-polnischer und kurfürstlich-sächsischer Offizier und General, zuletzt im Rang eines Generalmajors als Kommandant der Festung Stolpen.

[Bearbeiten] Familie

Johann Heinrich von Boblick entstammte einem ursprünglich polnischen Adelsgeschlecht, das auch in Österreich und Ungarn florierte und im 17. Jahrhundert nach Sachsen in die Lausitz gekommen war. Eine Reihe von Familienmitgliedern dienten als Offiziere in der österreichischen und sächsischen Armee.

Von Boblick war mit Charlotte Eleonora geb. von Dyherrn († 1759 in Stolpen) verheiratet. Das Paar hatte folgende bekannte Kinder:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Von Boblick diente ab seiner Jugend in der kursächsischen Armee, stand im Sommer 1715 im Briefkontakt mit dem Generalfeldmarschall Jakob Heinrich Reichsgraf von Flemming [3] und wurde in der sächsischen Infanterie bis zum Obrist (Oberst) befördert.

Nach dem Tod von Johann Friedrich von Wehlen erhielt von Boblick am 28. Mai 1725 von August dem Starken die königliche Order zur Übernahme des Kommandos der Festung Stolpen. Der bereits 69-jährige von Boblick trat seinen Dienst zwei Tage später, am 30. Juli 1725 in Stolpen an,[4] eine der seinerzeit fünf sächsischen Festungen (Königstein, Sonnenstein, Stolpen, Wittenberg und die Pleißenburg in Leipzig), die eine Festungsgarnison besaßen. Von Boblick war der 16. Kommandant der Festung Stolpen.

Bereits am 9. August 1725 schrieb von Boblick seinen ersten Bericht über die Gefangene auf der Festung, Gräfin Cosel und schickte diesen nach Dresden. Er wurde im Laufe der Zeit einer der wichtigsten Bewacher der wichtigsten Staatsgefangenen. 1739 kam es zu einer Beschwerde der Amtsuntertanen in Lauterbach über von Boblick wegen unangemessener Wassertransporte auf die Festung.[5] 1735 im sächsischen Hof- und Staatskalender [6] sowie 1741 in den "genealogisch-historischen Nachrichten" ist von Bobrick als Obrist der Kavallerie verzeichnet.[7]

Von Boblick wurde im März 1743, im 88. Lebensjahr noch zum Generalmajor ernannt.[8] Nach seinem Tod wurde er 1747 auf dem Stadtkirchhof von Stolpen beerdigt. Von Boblicks Nachfolger als Kommandant auf Stolpen war Johann Adolph von Liebenau.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Geschichte des seit 1756 in Deutschland und dessen angränzenden Ländern geführten Krieges..., 6. Band, V. Abschnitt, Frankfurt und Leipzig 1765, Digitalisat auf Google Books], S. 247
  2. Datensatz auf Geneanet, abgerufen am 22. März 2018
  3. Geheimes Kriegsratskollegium, Archivalie im Bestand 11237 im Hauptstaatsarchiv Sachsen
  4. Gräfin Cosel, Leseprobe auf www.sax-verlag.de
  5. Gouvernement Dresden, Archivalie im Bestand 11254 im Hauptstaatsarchiv Sachsen
  6. Königlich Polnischer und Churfürstlich Sachsischer Hof- und Staats-Kalender auf das Jahr 1735, Digitalisat auf Google Books
  7. Genealogisch-historische Nachrichten..., Band 16, Leipzig 1741, Digitalisat auf Google Books, S. 378
  8. Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon aller Wissenschafften und Künste, 1731-1754, Digitalisat auf www.zedler-lexikon.de
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