Johann Adolph von Oebschelwitz

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Wappen der Adelsfamilie von Oebschelwitz

Johann Adolph von Oebschelwitz, auch Johann Adolf von Oebschelwitz (* 3. Dezember 1745 in Moderwitz bei Neustadt an der Orla; † 24. Mai 1824)[1] war ein anfangs kurfürstlich-sächsischer, später königlich-sächsischer Offizier, u.a. als Kommandeur des nach ihm benannten sächsischen Infanterieregiments. Ende des 18. Jahrhunderts war er Generaladjutant der sächsischen Armee, zuletzt im Rang eines Generalmajors.

[Bearbeiten] Familie

Johann Adolph von Oebschelwitz entstammte der Adelsfamilie von Oebschelwitz, die bereits im 16. Jahrhundert mit Christoph von Oebschelwitz in der Gegend um Leipzig mit dem Rittergut Klein-Dölzig begütert war. Von Oebschelwitz entstammte dem Hause Moderwitz bei Neustadt an der Orla.

Johann Adolph von Oebschelwitz war mit Johanna Eleonore Philippine Auguste geb. von Pirch (* 17. Januar 1754), der Tochter von Philipp Christian von Pirch (1706-1779) und dessen 1742 geheirateter Ehefrau Friederica Charlotte geb. von Pfuhl aus dem Hause Wimmelsburg (1717-1789), verheiratet.[2]

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Von Oebschelwitz schlug früh eine militärische Karriere ein, die ihn bis zum General brachte. Er trat 1760, im Alter von nur 14 Jahren als Kadett in die sächsische Armee ein und wurde 1761 zum Fähnrich in der kursächsischen Garde zu Fuß ernannt.

1763 erhielt von Oebschelwitz sein Offizierspatent im ersten Leutnantsdienstgrad als Sous-Lieutenant. 1771 zum Premier-Lieutenant befördert, wurde er 1785 Capitän (Hauptmann). Bereits drei Jahre später, 1788 wurde von Oebschelwitz zum Major befördert, 1794 schließlich Oberstleutnant und nur ein Jahr später, 1795 Generaladjutant der sächsischen Armee im Rang als Oberst.

1797 ist von Oebschelwitz im Dresdner Adressbuch als kurfürstlicher Generaladjutant und Oberst im Haus Nr. 1 in der Großen Meißnischen Gasse am Marktplatz in der Dresdner Neustadt zu finden,[3] wo er auch noch 1799 wohnte.[4] 1799 ist er so auch erstmals als Obrist (Oberst) und Generaladjutant im kurfürstlich-sächsischen Hof- und Staatskalender erwähnt,[5] nachdem er 1795 dort noch fehlte.

Im Januar 1801 übernahm von Oebschelwitz von Oberst Hanns Carl von Brause das Infanterie-Regiment "Prinz Maximilian", das er bis Ende 1804 als Kommendeur führte.[6] Sein Nachfolger im Stab des Regiments in Chemnitz war ab Anfang 1805 der spätere Generalmajor Friedrich Wilhelm von Schönberg. 1804 holte der mittlerweile zum Generalmajor und Generalinspekteur ernannte von Oebschelwitz den späteren königlich-sächsischen Generalmajor und preußischen General der Infanterie, Gustav Xaver Reinhold von Ryssel, damals noch im Rang als Premier-Lieutenant als Generalinspektionsadjutant an seine Seite.[7]

Als 1806 Prinz Xaver starb und damit die Regimentsführung des nach ihm benannten Infanterieregiments vakant war, übernahm von Oebschelwitz als Regimentskommandeur diesen Truppenteil, der u.a. im damals noch sächsischen Merseburg stationiert war. Ein Offizier in seinem Regiment war dort Ferdinand Levin von Lindemann. Von Oebschelwitz führte sein Regiment am 14. Juni 1807 in der Schlacht bei Friedland als Teil des sächsischen Kontingents von Napoleons Armee während des Vierten Koalitionskrieges. In dieser Schlacht wurde von von Oebschelwitz verwundet.[8] Nach der Schlacht wurde von Oebschelwitz am 22. Oktober 1807 vom sächsischen König Friedrich August der Gerechte zum Ritter des königlichen Militär-St.-Heinrichsordens, dem höchsten militärischen Orden Sachsens, "wegen Auszeichnung in der Schlacht bei Friedland" geehrt.[9]

Ende April 1810 wurde das Regiment Oebschelwitz wegen zu geringer Mannschaftsstärke aufgelöst und die einzelnen Kompanien auf andere Infanterieregimenter verteilt.[10] Noch 1837 wurden Gelder aus dem sächsischen Kriegszahlamt in Höhe von mehr als 2.111 Talern auf Anordnung des königlich-sächsischen Kriegsministeriums an ehemalige Kompanieinhaber oder deren Erben ausgezahlt und im Amtsblatt der königlich-preußischen Regierung zu Merseburg veröffentlicht.[11] 1810 ist von Oebschelwitz im Dresdner Adressbuch als Generalmajor, Generalinspekteur der sächsischen Infanterie und Chef eines Regiments zu Fuß verzeichnet. Er wohnte zu dieser Zeit in der Großen Frauengasse im Haus 411,[12] wo er noch bis 1812 wohnte.[13] Noch 1810, mit Erreichen des 65. Geburtstages, entband der sächsische König von Oebschelwitz von der Dienststellung als Generalinspekteur.[14]

Letztmalig ist von Oebschelwitz 1813 als Generalmajor der aktiven Armee im Staatskalender dieses Jahres verzeichnet.[15] Nach dem Übertritt der sächsischen Armee zu den Alliierten in der Völkerschlacht bei Leipzig wurde von Oebschelwitz bei der Neuorganisation der sächsischen Armee als fast 70-Jähriger nicht mehr berücksichtigt und in den Ruhestand versetzt. Als Generalmajor in Pension ist er noch im Staatskalender von 1823 aufgeführt.[16]

[Bearbeiten] Auszeichnungen

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Datensatz auf RootsWeb
  2. Datensatz auf RootsWeb, Primärquelle: Justus Perthes: Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adligen Häuser, Gotha 1923, S. 480ff.
  3. Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner 1797, Digitalisat der SLUB, S. 378
  4. Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner 1799, Digitalisat der SLUB, S. 346
  5. Churfürstlich-Sächsischer Hof- und Staatscalender: 1799, Digitalisat auf Google Books, S. 277
  6. Churfürstlich Sächsischer Hof- und Staats-Calender 1801, Digitalisat auf Hathi Trust, S. 227
  7. Churfürstlich Sächsischer Hof- und Staats-Calender 1805, Digitalisat auf Hathi Trust, S. 232
  8. Schlacht von Friedland in: Von der Bastille bis Waterloo. Wiki
  9. Oberst a.D. Georg Richter: Der Königlich Sächsische Militär-St.-Heinrichs-Orden 1736-1918, Ein Ehrenblatt der Sächsischen Armee, Göppingen 1937, S. 37f.
  10. August Friedrich Ose (1762-1825) auf www.familie-ose.de
  11. Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Merseburg: 1837, Digitalisat auf Google Books, S. 446
  12. Dresdner Adress-Kalender 1810, Digitalisat der SLUB, S. 106
  13. Dresdner Adress-Kalender 1812, Digitalisat der SLUB, S. 94
  14. Nicht mehr als solcher im Dresdner Adress-Kalender 1811, Digitalisat der SLUB, S. 94
  15. Königlich Sächsischer Hof- und Staats-Calender 1813, Digitalisat auf Hathi Trust, S. 297
  16. Königlich Sächsischer Hof- und Staats-Calender 1823, Digitalisat auf Google Books, S. 229
  17. Maximilian Poppe: Chronologische Übersicht der wichtigsten Begebenheiten aus den Kriegsjahren 1806-1815, Band 1, Digitalisat auf Google Books, S. 100
  18. Erstmalig als solcher im Königlich-Sächsischer Hof- und Staats-Kalender 1809, Digitalisat auf Google Books, S. 260
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