Johann Adolph von Liebenau

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Johann Adolph von Liebenau (* 1. Januar 1683; † 24. März 1760 in Stolpen) war ein königlich-polnischer und kurfürstlich-sächsischer Hofbeamter sowie Offizier und General, zuletzt im Rang eines Generalmajors. Er war Kommandant der Festung Stolpen sowie Erb-, Lehn- und Gerichtsherr auf Langenwolmsdorf.

[Bearbeiten] Familie

Johann Adolph von Liebenau entstammte der Familie von Liebenau, einer Uradelsfamilie aus dem meißnischen Gebiet.

Johann Adolph von Liebenau war mit Sophia Eleonora geb. von Dähne-Rothfelßer († 22. Februar 1759 in Stolpen) verheiratet. Das Paar hatte zwei Kinder:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Johann Adolph von Liebenau schlug wie eine Reihe anderer Familienmitglieder nach einer kurzen Laufbahn als Kammerjunker eine militärische Laufbahn ein, hauptsächlich in der sächsischen Infanterie. Er war aber auch zugleich Rittmeister bei den Ritter-Pferden des sächsischen Kurfürsten.

Am 4. April 1725 übernahm von Liebenau im Rang eines Capitain-Lieutenants auf allerhöchsten Befehl des sächsischen Kurfürsten das Interims-Kommando der Trabanten-Leibgarde des polnischen Königs und sächsischen Kurfürsten von Oberhofmarschall Freiherr von Löwendal.[1]

Am 21. Juni 1728 kaufte von Liebenau, der zu dieser Zeit immer noch den Rang eines Kapitänleutnants inne hatte, für 5.200 Taler das vor den Toren der Stadt Stolpen gelegene Rittergut Langenwolmsdorf, heute ein Ortsteil der Stadt. Das Freigut blieb fortan 101 Jahre im Besitz der Familie von Liebenau.[2]

Nach dem Tod des bisherigen Festungskommandanten zu Stolpen, Johann Heinrich von Boblick (16561747) ernannte August der Starke von Liebenau als bisherigen Obristen der Infanterie zum neuen Kommandanten. Mit dieser Einsetzung wurden geregelt:

Von Liebenau war der 17. Kommandant der Festung Stolpen. Überliefert ist, dass von Liebenau, kaum dass er die Festung Stolpen betreten hatte, sein erster Gang ihn zur Gräfin Cosel führte, die als Gefangene und ehemalige Geliebte August des Starkem auf Stolpen interniert war. Er begrüßte die Gräfin: Gräfin, ich habe Sie immer sehr verehrt und werde nichts tun, was Ihnen die Existenz beschwert, wenn Sie sich an die Regeln halten. Die Gräfin antwortete: Ich halte mich an alle Regeln, auch wenn sie noch so unsinnig sind. Seien Sie versichert, dass Ihnen von meiner Seite keine Schwierigkeiten drohen. Im Gegenteil, ich bin Ihnen unendlich dankbar, wenn Sie mir keine bereiten.

Vier Jahre danach, 1751 war es von Liebenau und der Gräfin gelungen, den sächsischen Hof dazu zu bewegen, ein neues Pulverlager auf der Festung zu bauen, deren Kosten Gräfin Cosel übernahm. Daraufhin verband die Gräfin und den Kommandanten ein beinahe freundschaftliches Verhältnis, der sich ihr als ihr Bewacher auf Spaziergängen durch den Burgpark anbot.

Mit Ausbruch des Siebenjährigen Krieges, vor allem als am 3. September 1756 preußische Husaren vor der Festung auftauchten, erkannte von Liebenau, dass es keinen Sinn machte, Stolpen zu verteidigen. Es gibt zwei unterschiedliche Versionen zum Fall der Festung. Eine Quelle berichtete dass von Liebenau mit der gesamten Festungsmannschaft von Stolpen sich zur Festung Königstein begab, so dass die Preußen ein offenes Torhaus vorfanden. Eine andere Version berichtete, dass von Liebenau bei der Verteidigung von Stolpen durch Ziehen seines Degens einen Bauchschuss vom preußischen Generalmajor Werneri erhielt und getroffen zusammenbrach.[4] Die Kugel wurde durch einen Arzt wieder entfernt und die Gräfin Cosel kümmerte sich um die Pflege des Kommandanten.

Im Reichs- und Staatshandbuch von 1757 ist von Liebenau als sächsischer Generalmajor und Kommandant der Festung Stolpen verzeichnet.[5] Von Liebenau wurde am 28. März 1760 neben seiner bereits im Vorjahr in der Stadtkirche zu Stolpen beerdigten Ehefrau, direkt neben dem Altar beigesetzt. Sein Nachfolger als Festungskommandant von Stolpen war George von Low.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Georg von Schimpff: Die ersten kursächsischen Leibwachen zu Roß und zu Fuß und ihre Geschichte, DOGMA in: Europäischer Hochschulverlag Bremen 2012, Leseprobe auf Google Books, S. 98
  2. Langenwolmsdorfer Mühlengeschichte auf langenwolmsdorf.de
  3. Archivalie im Bestand 11254, Gouvernement Dresden im Hauptstaatsarchiv Sachsen
  4. Johann Sporschil: Wanderungen durch die Sächsische Schweiz, Leipzig 1840, Georg Wigand's-Verlag, Digitalisat auf Google Books, S. 175
  5. Neues genealogisch-schematisches Reichs- und Staats-Handbuch vor das Jahr 1757, Frankfurt am Main 1757, Digitalisat auf Google Books, S. 334
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