Johan Christian Clausen Dahl

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Blick auf Dresden bei Vollmondschein (Canalettoblick)
Gewitterwolken über dem Schlossturm von Dresden

Johan Christian Clausen Dahl (* 24. Februar 1788 in Bergen; † 14. Oktober 1857 in Dresden) war ein norwegischer Landschaftsmaler der Romantik. Zusammen mit Caspar David Friedrich, als dessen künstlerischer Gegenpol er erschien, zählte er zu den wichtigsten Dresdner Vertretern dieser Periode. In Norwegen gilt Dahl als Begründer der nationalen Maltradition.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Dahl wuchs im Hause eines Geistlichen auf, der ihn ebenfalls für eine geistliche Laufbahn vorbereiten wollte. Doch Dahl folgte dem Ruf der Kunst und bezog 1811 die Akademie von Kopenhagen.

1818 kam Dahl nach Dresden, wo er sich mit Caspar David Friedrich anfreundete, bei dem er auch wohnte. Die Adresse lautete seinerzeit An der Elbe 33[1] (später Nr. 9, Eigentümer sind die Schmucks)[2]. Carl Gustav Carus, Ludwig Tieck und Carl Friedrich Naumann gehörten zu seinem Bekanntenkreis. Zu Dahls erstem Auftreten in Dresden anlässlich einer Kunstausstellung erzählte Ludwig Richter im Hinblick auf die beeindruckenden norwegischen Landschaften: "Schwerlich kann man sich jetzt nur eine Vorstellung machen, welche Wirkung ein Werk von solch schlagender Naturwahrheit unter dem Troß der übrigen schattenhaften, leblosen, maniervollen Gemälde hervorbrachte. Nur Dahls Freund Friedrich machte eine Ausnahme mit seinen ganz originellen, poetisch gedachten und tief melancholischen Landschaftsbildern".[3]

1820 wurde Dahl Mitglied und 1824 Professor an der Kunstakademie, wo u. a. Ernst Ferdinand Oehme und Johann Friedrich Wilhelm Wegener zu seinen Schülern gehörten. Auch Woldemar Hottenroth prägte er nachdrücklich. Von Dresden aus unternahm Dahl Reisen durch die Alpengegenden Deutschlands, besuchte Italien und kehrte zweimal in seine nordische Heimat zurück. Er gehörte in Dresden zu den Gründungsmitgliedern des Sächsischen Altertumsvereins, nach dessen Vorbild er auch einen norwegischen Kunst- und Altertumsverein mitbegründete. Zudem war er Mitbegründer des Sächsischen Kunstvereins und gehörte dem Botanikverein Flora an.[4] Dahl wohnte zuletzt weiterhin An der Elbe 9.[5]

Dahl wurde auf dem Eliasfriedhof beigesetzt, seine sterblichen Überreste am 29. Mai 1934 nach Bergen überführt. In Dresden erinnert noch heute die Clausen-Dahl-Straße an ihn.

[Bearbeiten] Familie

Dahls Vater war ein Seemann und Fischer, seine Mutter die Tochter eines Schneidermeisters. 1820 heiratete Dahl in Dresden die Tochter Emilie des Inspektors des Grünen Gewölbes Heinrich von Block. Aus dieser Ehe entstammten vier Kinder, darunter sein 1827 geborener Sohn Siegwald Johannes Dahl, der ebenfalls die Malerlaufbahn einschlug. 1830 heiratete Dahl Amalie von Bassewitz, mit der er ein Kind hatte.[6]

[Bearbeiten] Werke

Intensive Naturstudien führten Dahl zu einer eigentümlichen realistischen Richtung. Seine Landschaften waren meist mehr nur Naturfragmente als abgerundete Bilder. Ihr frischer Naturalismus stand im Gegensatz zu der schwärmerisch sentimentalen und akademisch konventionellen Naturauffassung jener Zeit. Neben seinen Bildern ist Dahl mit seinem 1837 publizierten Werk über die nordische Holzarchitektur hervorgetreten. Es trägt den Titel »Denkmale einer sehr ausgebildeten Holzbaukunst aus den frühesten Jahrhunderten in den innern Landschaften Norwegens«.

Zwei große Gemälde aus Dahls Heimat stellen den Sturz der Tinterrare in Oberthelemarken und eine Talschlucht mit Wasserfall an der Küste von Bergen dar. Von seinen weiteren Bildern sind auch ein Seesturm (für die Berliner Nationalgalerie aufgekauft) und eine Ansicht der Stadt Bergen (Museum Leipzig) besonders hervorzuheben. Viele seiner Werke befinden sich heute in der Gemäldegalerie Neue Meister, so auch das 1839 als Hommage an seine neue Heimat Dresden enstandene Bild mit dem berühmten Canalettoblick. In der Gemäldegalerie werden zudem aufbewahrt: »Landschaft mit Pappeln«, »Wolkenstudie«, »Landschaft bei Dresden« (1819), »Studie zweier Esel« (1820), »Wolkenhimmel über Dresden«, »Mühle im Liebethaler Grund« (1823), »Maridalen« (1853) sowie Kopien nach seinen Originalen.[7]

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Dresdner Adress-Kalender 1831
  2. Adressbuch von 1839
  3. Paul Schumann: Dresden
  4. Mittheilungen über Flora, Gesellschaft für Botanik und Gartenbau in Dresden, Band 2, 1842
  5. Adressbuch der Stadt Dresden, 1856
  6. Zöller, Gisela, „Dahl, Johan Christian Clausen“, in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 476 f.
  7. Eintrag bei der SKD-Online-Collection

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Bildergalerie

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