Jacob Heinrich Reinhold

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Jacob Heinrich Reinhold, teilweise auch Jakob Heinrich Reinhold, lateinisiert Iacobus Henricus Reinhold (* 9. April 1723 in Kreischa bei Torgau; † 2. April 1789) war ein sächsischer Jurist und kursächsischer Hofbeamter sowie einer der wenigen bürgerlichen Rittergutsbesitzer im 18. Jahrhundert.

[Bearbeiten] Familie

Jacob Heinrich Reinhold entstammte der sächsischen Familie Reinhold, die nach seinem Tod, am 11. September 1790 im kursächsischen Reichsvikariat in den erblichen Reichsadel erhoben wurde. Die Nobilierung erhielten seine beiden Söhne. Reinhold war der Sohn des kursächsischen Amtmanns, Ernst Reinhold und dessen Ehefrau Susanne geb. Knorr.

Jacob Heinrich Reinhold war mit Rahel Christiane geb. Jünger († 1765) verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Reinhold wurde am Donnerstag, den 9. April 1723 in dem kursächsischen Dorf Kreischa (seinerzeit auch Kreyscha geschrieben), das damals eine Stunde nördlich von Torgau lag,[4] geboren. Er erhielt zuerst Privatunterricht im Elternhaus durch die Lehrer Schade, Francke und Weise. Ab 1736 besuchte er das Lyzeum in Torgau, das zu dieser Zeit unter der Leitung des Rectors Magister Reinhardt sowie dem Konrektor Schröter stand.

1742 ging Reinhold nach Leipzig, wo er an der Universität unter Leitung des Rektors Börner die philosophischen Vorlesungen von Johann Heinrich Winckler und die juristischen Vorträge von Hommel, Siegel, Mascov, August Friedrich Müller (16841761),[5] Mencke und Zoller besuchte. 1745 verteidigte Reinhold unter dem Vorsitz des Doktors der Rechte George Gottlieb Siegel seine Dissertation:

Nachdem Reinhold mit dem Prädikat "cum laude" sein juristisches Examen an der Leipziger Fakultät abschloss, ging er nach Dresden, wo er für den Hofrat Johann Daniel Kettner († 1765),[6] dem Appellations- und Konsistorialrat Johann Gottlob Heydenreich (* 1712) und den Kirchenrat Johann Gottlieb von Leyser (16991780)[7] arbeitete.

Da Reinhold jedoch die damals höchste Würde des Doktors beider Rechte (kanonisches und weltliches Recht) anstrebte, ging er nochmals nach Leipzig, wo er am 13. Mai 1754 seine Promotion:

Am folgenden Tag erteilte August Florens Rivinus (17071769), Stiftsherr des Domkapitels zu Wurzen und Beisitzer der Leipziger Juristenfakultät Reinhold förmlich die Doktorwürde, allerdings ohne das Recht, Beisitzer der Juristenfakultät zu sein.

Im kurfürstlich-sächsischen Hof- und Staatskalender von 1765 ist Reinhold als Oberamtmann im Amt Dresden verzeichnet.[8] Bereits 1765 ist er im Staatskalender mit dem Titel eine kursächsischen Hofrats aufgeführt.[9] Als solcher wirkte er als sogenannter Titular-Hofrat in der sächsischen Landesregierung unter dem damaligen Vizekanzler Carl Abraham Freiherr von Fritsch (17341812).[10] Außerdem war er Kommissar der Polizeikommission zu Dresden.[11]

In diesen Ämtern blieb Reinhold bis zu seinem Tod kurz vor seinem 66. Geburtstag.

[Bearbeiten] Rittergut Zedtlitz

Reinhold kaufte 1782 von Sophia Amalia aus dem Winckel geb. von Möllendorf (17541801)[12] das Rittergut Zedtlitz im Amt Borna, südlich von [[Leipzig, die das Mannlehen an ihn für 42.500 Taler sowie die Zedtlitzer Mühle für 1.500 Taler an ihn verkaufte. 1788 wurden drei weitere Bürgerliche als Mitbelehnte zum Rittergut Zedtlitz neben Reinhold angenommen:

Nach dem Tod von Reinhold erbten seine zwei Söhne das Rittergut Zedtlitz. Nach dem Tod der Söhne Reinholds erbte seine Enkelin Julie von Reinhold das Rittergut. Diese war mit dem kursächsischen Kammerjunker und Landeskommissar Johann Ferdinand von Metzradt (17721825)[13] verheiratet, wodurch Zedtlitz an diese Familie fiel.[14]

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Wittenbergsches Wochenblatt zum Aufnehmen der Naturkunde und des ökonomischen Gewerbes auf das Jahr 1778..., 11. Band, Wittenberg 1778, Digitalisat auf Google Books, S. 383
  2. Churfürstlich-Sächsischer Hof- und Staatscalender, 1784, Digitalisat auf Google Books, S. 130 und 181
  3. Churfürstlich-Sächsischer Hof- und Staatscalender, 1784, Digitalisat auf Google Books, S. 95
  4. Georg Adam Keyser: Allgemeine Dorf-Geographie von Deutschland: oder alphabetische Beschreibung der Dörfer..., Band 1, Erfurt 1789, Digitalisat auf Google Books, S. 441
  5. Markus Cottin, Detlef Döring, Cathrin Friedrich: Stadtgeschichte, Mitteilungen des Leipziger Geschichtsvereins e.V., Leseprobe auf Google Books, S. 135
  6. Datensatz auf Ancestry
  7. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Leyser (Familie)”
  8. Churfürstlicher Sächsischer Hof- und Staats-Calender 1765, Digitalisat auf Hathi Trust, S. 135
  9. Churfürstlicher Sächsischer Hof- und Staats-Calender 1775, Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek, S. 140
  10. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Fritsch (Adelsgeschlecht)”
  11. Churfürstlich-Sächsischer Hof- und Staatscalender 1776, Digitalisat auf Google Books, S. 139ff. und 174
  12. Datensatz auf www.genealogieonline.nl
  13. Datensatz auf Gedbas
  14. Leipziger Zeitung 1825, Digitalisat auf Google Books, S. 1640
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