Hermann von Brandenstein

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Karl Hermann von Brandenstein, auch Carl Hermann von Brandenstein (ca. † 1891 in Dresden)[1] war ein Königlich Sächsischer Offizier, zuletzt im Rang eines Generalleutnants sowie sächsischer Bevollmächtigter im Bundesrat des Norddeutschen Bundes und sächsischer Militärbevollmächtigter in Berlin.[2]

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Hermann von Brandenstein ist erstmals im Adressbuch Dresden von 1847 als Leutnant in der Königlichen Reiterkaserne verzeichnet.[3] 1851 zum Oberleutnant befördert, war er dann auch Adjutant und wohnte in der Kasernenstraße 8.[4] 1857 wurde Karl Hermann aggregierter Rittmeister, d.h. ein "überzähliger" Offizier im Rang eines Hauptmanns im sächsischen Generalstab und wohnte in der Wiesentorstraße 2a.[5] 1861 und 1862, immer noch im Rang eines Rittmeisters beim 3. königlichen Reiterregiment, war er zudem Adjutant des sächsischen Kriegsministers. Er wohnte zu dieser Zeit in der Hospitalstraße 7b.[6]

Brandenstein wurde am 1. April 1863 als sächsischer Vertreter des IX. Armeekorps bei der Bundesmilitärkommission, seinerzeit im Rang eines Königlich Sächsischen Majors, ernannt. 1866 zum Oberst im Königlichen Kriegsministerium befördert, wurde er im gleichen Jahr sächsischer Militärbevollmächtigter in Berlin. Mitte Dezember 1866 stellte Brandenstein in einem Anschreiben zum Entwurf der Bundesverfassung fest, dass eine vollständige Annahme dieser Verfassung die Aufgabe jeder militärischen Selbständigkeit bedeuten würde. In seiner Position als sächsischer Militärbevollmächtigter war er auch einer der vier sächsischen Bevollmächtigten im Bundesrat des Norddeutschen Bundes neben dem damaligen Finanz- und Außenminister Richard Freiherr von Friesen, dem Ministerialdirektor im Innenministerium Christian Albert Weinlig und dem damaligen Geheimen Finanzrat und späteren Minister Hans von Thümmel.[7] Brandenstein wohnte in dieser Zeit in der Großen Meißner Straße 6.[8]

Diese Ämter übte Hermann von Brandenstein bis April 1870 - inzwischen zum Generalmajor befördert - aus, nachdem er nach mehrmaligen Antrag aus gesundheitlichen Gründen in den vorläufigen Ruhestand versetzt wurde. Sein Nachfolger im Amt wurde Bernhard von Holleben-Normann.[9]

In der ersten Jahreshälfte 1873 sollte Hermann von Brandenstein als erfahrener Diplomat nochmals die sächsischen Interessen im neu gegründeten Bundesrat vertreten, bevor er endgültig aus dem Militär- und Diplomatendienst ausschied. 1874 wurde von Brandenstein noch zum Generalleutnant befördert und konnte damit den Ehrentitel "Excellenz" führen. Er wohnte zu dieser Zeit in der Struvestraße 4.[10]

Zuletzt wohnte Hermann von Brandenstein in der Blochmannstraße 29.

[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Der letzte Eintrag ist im Adressbuch Dresden von 1890 zu finden, 1892 fehlt er dort.
  2. Der sächsische Karl Hermann von Brandenstein ist nicht identisch mit dem preußischen Karl Hermann Bernhard von Brandenstein, der ebenfalls Generalleutnant war und aus der weit verzweigten Adelsfamilie von Brandenstein stammte.
  3. Adressbuch Dresden 1847, SLUB Dresden, S. 22
  4. Adressbuch Dresden 1852, SLUB Dresden, S. 14
  5. Adressbuch Dresden 1858, SLUB Dresden, S. 19
  6. Adressbuch Dresden 1862, SLUB Dresden, S. 21
  7. Die Bevollmächtigten des Bundesrates des Norddeutschen Bundes auf www.juraforum.de
  8. Adressbuch Dresden 1867, SLUB Dresden, S. 28
  9. Adressbuch Dresden 1871, SLUB Dresden, S. 34
  10. Adressbuch Dresden 1875, SLUB Dresden, S. 39
  11. Im Kapitel VII der Dissertation wird für den Zeitraum von 1867 bis 1870 statt Hermann allerdings Carl August von Brandenstein angegeben. Hier liegt eine Verwechslung mit dem Königlich Preußischen Generalleutnant Carl August (auch Karl August) von Brandenstein (17921863) vor.
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