Hermann Wagener

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Prof. Dr. sc.oec. Dr. h.c. Hermann Wagener (* 4. Mai 1921 in Hannover; † 30. Januar 1994) war ein deutscher Verkehrswissenschaftler sowie ehemaliger Professor und Rektor der Hochschule für Verkehrswesen (HfV) in Dresden.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Hermann Wagener wurde in einer Arbeiterfamilie geboren und machte zuerst nach dem Besuch der Schule eine Ausbildung zum Kupferschmied. Über ein Fern- und Fachschulstudium absolvierte er eine Weiterbildung zum Ingenieur. 1939 trat Wagener in die NSDAP ein und wurde 1941 zur Wehrmacht eingezogen. 1945 geriet er in sowjetische Kriegsgefangenschaft, wo er mehrere Antifa-Schulen durchlief.

Nach der 1946 erfolgten Rückkehr aus der Gefangenschaft trat er in die SED ein und ging an die Deutsche Verwaltungsakademie „Walter Ulbricht“ in Forst Zinna, wo er 1950 das Studium als Diplom-Gesellschaftswissenschaftler beendete. Bis 1952 arbeitete er dort weiter erst als Assistent und später als Oberassistent weiter arbeitete. Anfang 1953 ging er an die Hochschule für Verkehrswesen, promovierte dort 1954 mit einer Arbeit über Probleme der technischen Arbeitsnormung in den Werkstätten der Bahnbetriebswerke der Deutschen Reichsbahn und arbeitete zuerst bis 1955 als Dozent für politische Ökonomie. Gleichzeitig war er von 1953 bis 1956 Prorektor für Studienangelegenheiten, danach bis 1960 Prorektor für das gesellschaftswissenschaftliche Grundstudium und gleichzeitig Fachrichtungsleiter der Fachrichtung Transportwesen. 1959 habilitierte er mit einer Arbeit zu Problemen der Arbeitsproduktivität im Eisenbahnwesen der DDR, er wohnte zu dieser Zeit Reicker Straße 38c[1]. Von 1960 bis 1964 war Professor Wagener Dekan der Fakultät für Ingenieurökonomie des Transport- und Nachrichtenwesens und nach Ablauf dieser vierjährigen Amtsperiode Prorektor für Gesellschaftswissenschaften. Ab 1969 wurde er zum ordentlichen Professor für sozialistische Volkswirtschaft berufen. Aufgrund zahlreicher Veröffentlichungen als Autor und Mitautor in Büchern und weiteren Publikationen galt er als Begründer der marxistisch-leninistischen Transportökonomie. Professor Wagener war Mitglied der Hochschulparteileitung der SED.

Am 9. September 1968 wurde Hermann Wagener in einer feierlichen Amtseinführung als fünfter Rektor der Hochschule für Verkehrswesen vom Minister für Hoch- und Fachschulwesen berufen. Seine Amtszeit ging erstmals länger als die üblichen vier Jahre. War die erste Amtsperiode wie bei seinen Vorgängern noch auf zwei Jahre bemessen, betrug nach der 3. Hochschulreform eine Amtsperiode nunmehr drei Jahre. Das Amt des Rektors hatte er bis September 1973 inne. Danach war er bis zu seiner Pensionierung 1984 Direktor des Industrie-Instituts der Hochschule für Verkehrswesen.

Hermann Wagener war seit 1964 Mitglied des Forschungsrates der DDR und ab 1967 Mitglied der DDR-Delegation in der Kommission Transport des Rates für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW). Im gleichen Jahr wurde er Leiter der Prognosegruppe „Entwicklung des Transportwesens“ des Ministerrates der DDR und zwei Jahre später, ab 1969 Mitglied des Kollegiums des Ministeriums für Verkehrswesen. Aufsehen erregte seine Veröffentlichung zu Lohnproblemen bei der Deutschen Reichsbahn.

Hermann Wagener erhielt für seine Verdienste bei der Arbeit sowie der Leitung der Hochschule folgende Auszeichnungen:

Außerdem wurde ihm am 2. Oktober 1971 in Anerkennung seiner Leistungen als Rektor und Forscher die Ehrendoktorwürde der Technischen Hochschule Szczecin/ Polen verliehen. In Polen erhielt er weiterhin die Medaille „Hervorragender Eisenbahner der Volksrepublik Polen“ in Silber.

Im Jahr 1988 wohnte er auf der Münchner Straße 31.

[Bearbeiten] Quellen

  1. Amtliches Fernsprechbuch Bezirk Dresden 1959, S. 114

[Bearbeiten] Weblink

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