Heinrich der Fromme

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Heinrich der Fromme

Heinrich der Fromme (* 16. März 1473 in Dresden; † 18. August 1541 in Dresden), Herzog zu Sachsen, jüngster Sohn Albrechts des Beherzten und Sidonie von Böhmen, folgte 1539 seinem Bruder Georg dem Bärtigen in der Regentschaft. Unter Heinrich wurde das albertinische Sachsen protestantisch.

Als Stellvertreter seines Vaters regierte Heinrich Friesland. 1499 provozierte er die heimische Bevölkerung in einem solchen Maße, dass er belagert wurde und ihm sein Vater zu Hilfe kommen musste. Heinrich nahm an den Besiegten mit großer Härte Rache. Schließlich einigte er sich mit seinem Bruder Georg am 27. April 1501 darauf, dass das im väterlichen Testament Heinrich zugewiesene Friesland von beiden gemeinschaftlich regiert werden sollte. Für Kost und Unterhalt verzichtete er zwei Jahre später ganz auf Friesland. Am 30. Mai 1505 schlossen die Brüder zu Leipzig einen weiteren Vertrag, nach dem Heinrich Freiberg und Wolkenstein, jedoch ohne das Bergregal, und statt des vierten Teils der Landeseinkünfte eine Rente von 12500 Flaschen und 12 Fuder Wein zugeteilt bekam. Ausgehalten von seinem Bruder wollte Heinrich in Freiberg ein bequemes Leben führen, jedoch konnte er mit seinen Mitteln schlecht haushalten und im Land breitete sich infolge der Reformationsbewegung zunehmende Unruhe aus.

Am 6. Juli 1512 hatte Heinrich in Freiberg Katharina von Mecklenburg, Tochter Herzogs Magnus II. von Mecklenburg und Schwägerin Johann des Beständigen, geheiratet. Seine eifrig protestantische und energische Gemahlin brachte ihn mehr und mehr unter den Einfluss des kurfürstlichen Schwagers und später dessen Sohns Johann Friedrich des Großmütigen, wobei sie besonders von dem 1533 durch Georg vertriebenen und in Heinrichs Dienst getretenen Anton von Schönberg unterstützt wurde. Das stete Drängen der Ehefrau hatte Erfolg und Heinrich trat am 26. September 1536 für sich und seinen ältesten Sohn Moritz dem erneuerten Schmalkaldischen Bund bei. Dadurch trübte sich sein Verhältnis zu Herzog Georg immer mehr, zumal sich Heinrich weigerte, demselben für den Fall seiner Nachfolge im albertinischen Sachsen Zusicherungen für den Erhalt des alten Kirchenwesens zu geben.

Mit dem Antritt der Regentschaft durch Heinrich im Jahre 1539 breitete sich die Reformation schlagartig im ganzen Land aus, wobei Heinrich mit großer Eigenmächtigkeit vorging und die Stände kaum mit einbezog. Mit der Vervielfältigung der reformatorischen Schriften beauftragte er Wolfgang Stöckel. Nach Heinrichs Tod 1541 folgte ihm sein Sohn Moritz von Sachsen in der Regentschaft, dem wiederum Heinrichs weiterer Sohn Kurfürst August folgte. Die Heinrichstraße ist nach ihm benannt.

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